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Händler stöhnen über schleppenden Verkauf

St Wendel. Das war offensichtlich des Guten zu viel. Nur vier Tage nach dem Ostermarkt bummelten nur wenige Menschen am Donnerstag über den Palmmarkt in St. Wendel. Frank Faber

Kurz nach dem erfolgreichen Ostermarkt-Wochenende in der Kreisstadt hat der Palmmarkt am Donnerstag das Kontrastprogramm geboten. Ein paar Senioren zogen am Mittag durch die ansonsten menschenleere Marktgasse, Händler saßen teils hinter ihrem Stand in Wartestellung auf ihrem Campingstuhl und befassten sich mit der Anzeige ihres Mobiltelefons. "Heute ist die Veranstaltung hier zum Einschlafen", sagte Textilhändler Gerd Esch zu einem Kollegen. Der Marktbeschicker hat für die gähnende Leere auf der Mott eine Erklärung parat. "Der Ostermarkt war der Veranstaltung vorgeschaltet. In St. Wendel wird aber doch alles beworben, nur nicht dieser Markt", bemängelte Esch. Alle Händler würden den stationären Einzelhandel ergänzen und seien keine Konkurrenz .

Apropos Konkurrenz : Die Textilhändler waren überproportional stark vertreten, das Angebot dieser Branche inflationär. Die Katze im Sack verkaufte Dekohändler Gerd Oppermann aus Plettenberg . "Von der Katze hätte ich gerne die Mäuse in der Tasche", scherzte er. Er habe nur Dekoartikel ausgepackt, die die Kunden beim Ostermarkt nicht angeboten bekamen.

Schon am Nachmittag eingepackt



Klappern, besser gesagt Hobeln gehört zum Handwerk von Robert Kutscher. Der Niederbayer behauptete, der Gigant-Multihobel, den er lautstark anpries und vorführte, zerkleinere Gemüse, Obst und Käse acht Mal schneller als vergleichbare Küchengeräte. Einen Stand weiter flatterte die Büstenhalter-Kollektion Ultra Comfort Bra locker im Wind.

Kein Tippfehler: Egyptische Erde verleihe einer Frau eine schöne reine Gesichtshaut, meinte Kosmetikverkäuferin Gudrun Ricking aus Illingen. Neben ihr zog Eifelstrumpf Bernd Schackmann um 14 Uhr eine Zwischenbilanz. "Hauptsache, ich komme auf die Kosten", stöhnte der Rittersdorfer. Er und zwei weitere Mitbewerber präsentierten auf dem Markt Socken und Stümpfe, auf einer Standbreite von 30 Metern.

Ein Werbeschild an einem Schmuckstand suggerierte "Radikal reduziert". Jedes Teil, ob Kette oder Armband, ging für zehn Euro über den Tapeziertisch. Das Pferde-Gel Teufelskralle und der Balsam Murmeltier-Öl sollen Krampfader- und Venenprobleme lindern und für die nötige Entspannung sorgen.

Bereits am frühen Nachmittag verstauten die ersten Händler ihre Ware. "Die Kaufkraft ist nicht groß", lautete deren Tenor.