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Veranstaltungs-Premiere
Gruppe trotzt gemeinsam der Einsamkeit 

St. Wendel. Es war nur eine kleine Gruppe. Vier Menschen im Rentenalter, die sich an Heiligabend – statt alleine in ihren Wohnungen zu sitzen – spontan auf den Weg zum Heiligen Berg in St. Wendel machten. Um dort gemeinsam ein paar Stunden im Missionshaus zu verbringen. Von Evelyn Schneider

Pater Oliver Heck von den Steyler Missionaren und Eduard Alles, Gemeindereferent in Pension, hatten zum ersten Mal ein solches Treffen für Menschen, die alleine sind, an Heiligabend organisiert (wir berichteten). In dem weihnachtlich geschmückten Gästesaal sollte es nicht um das Abspulen eines Programms gehen, sondern um die Chance, neue Leute kennen zu lernen. „Menschen, die alleine sind, haben das Bedürfnis, etwas zu erzählen“, weiß Pater Heck. Dazu gab es reichlich Gelegenheit.


Spontan habe sich auf den Zeitungsartikel in der SZ hin ein Akkordeonspieler gemeldet und vorbeigeschaut. So hatte der Saxofon spielende Eduard Alles noch musikalische Unterstützung. „Wir haben auch zusammen gesungen“, verrät Heck.

Für die Veranstaltung haben die Organisatoren reichlich positives Feedback bekommen. „Viele haben gesagt, dass es eine schöne Idee sei“, so der Pater. Deshalb soll es sie im nächsten Jahr wieder geben: die Gelegenheit, gemeinsam an Heiligabend ein paar Stunden zu verbringen. Und mehr noch. „Wir haben uns überlegt, alle zwei Monate solche Treffen anzubieten“, kündigt der Steyler Missionar an. „Es gibt genügend Menschen, die einsam sind – nicht nur an den Feiertagen.“



Dass zur Premiere nur wenige Menschen gekommen sind, lässt Pater Heck nicht hadern. Er weiß, dass sicherlich der ein oder andere Hemmungen habe, eine solche Veranstaltung zu besuchen. So habe ihm einer der Gäste gestanden, dass er niemandem von seiner Stippvisite im Missionshaus erzählt hätte.

„Ich war froh über jeden, der gekommen ist“, sagt Pater Heck und klingt fröhlich dabei. Ihm selbst haben die drei Stunden an Heiligabend gefallen. „Vor allem, weil es unseren Gästen gefallen hat.“ Die durften zum Kaffee übrigens auch Kuchen genießen. Den hatte eine Dame für die Veranstaltung gespendet.