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Kirchenkozert
Gottes Botschaft in rockigen Versen

 Die Holytones spielten und sangen vor dem Altar rockige und poppige Songs.
Die Holytones spielten und sangen vor dem Altar rockige und poppige Songs. FOTO: Frank Faber
Winterbach. Rock-Andacht der Messdienerband Holytones bewegte 200 Kirchgänger aller Altersklassen. Und so wurde am Ende eine überragende Premiere mit einem lang anhaltenden und verdienten Beifall der begeisterten Zuhörer bedacht. Von Frank Faber

Gerockt, gebetet und gefeiert: Die Messdienerband The Holytones zelebrierte vor 200 Besuchern in der Winterbacher Pfarrkirche Heilige Familie eine grandiose Rock-Andacht. Nebelschwaden stiegen im Altarraum auf, ständig wechselte die Farbe des Lichts und es erklangen keine der kirchenüblichen liturgischen Psalme und Lieder. Die Holytones spielten und sangen vor dem Altar rockige und poppige Songs und unter den Kirchgängern befanden sich viele junge Leute, Kinder und Jugendliche, die sonst nicht zu den Stammgästen einer Andacht an einem Samstagabend zählen. Im Fokus stand dabei die wegweisende Botschaft „Gott ist der Weg“.


Thematisch stellten die Messdiener die Frage „Wovon sollen wir träumen“. Angelehnt ans Lied der Pop-Band Frida Gold, versuchten sie, darauf Antworten zu finden und zu geben. „Wo sind wir zu Haus?“, hieß es in einer Textzeile, bei der einem der Gedanke an die bevorstehende Gliederung der Pfarreien im Bistum Trier durch den Kopf schoss. Gefühlvoll und melodiös präsentierten die 14 Bandmitglieder die Heavy-Metal-Ballade „Dreamer“ von Ozzy Osbourne. Anschließend brachte Carina Spohn zum Ausdruck, dass der Song mehr ist, als nur die Rockmusik eines Wirrkopfs. „Wer hat nicht die Vision von einer besseren Welt, so wie Ozzy Osbourne. Eine Vision von einer Welt, in der alle Menschen in Frieden miteinander leben können“, so Carina Spohn.

Fließend gingen alle Songs, nachdem der letzte Ton verstummt war, in nachdenkliche Textbeiträge, Gebete und Impulse über. Lea Rammacher berichtete über Tommy, der für einen Schulaufsatz eine glatte Sechs kassiert hatte und trotzdem seinen Traum weiter lebte. „Gott, Du mein Begleiter in schweren Stunden, Du gibst mir Zuversicht und zeigst mir den Weg“, wurde gemeinsam gebetet. Die Texte zu den Liedern „Gott ist der Weg“ und „Es gibt Tage“ hat die Messdienerband eigens für die Rock-Andacht selbst verfasst. „Denn alle meine Schwächen und alle meine Stärken sind vor Gott egal“, sang das Ensemble.



Schon nach zehn Minuten hatte es die Band bei ihrer Premiere geschafft, die starre Gottesdiensttradition aufzulockern. Die Besucher nickten leicht mit dem Kopf zum Takt der Musik und wippten mit den Füßen. Den flotten Schlusssong „Alles was atmet, lobe den Herrn!“ dominierte die mitreißende und sehr funky klingende Stimme von Leadsängerin Celin Ost. Tosender Applaus, ohne eine Zugabe konnten die 14 Bandmitglieder der Holytones aber den Altarraum nicht räumen. „Das war etwas Außergewöhnliches, das kann man nur bewundern“, schwärmte Andreas Czulak, Diakon der Pfarreiengemeinschaft St. Wendel. Saxofonistin Lorina Klein meinte: „Mit den Texten haben wir die Menschen in der Kirche zum Nachdenken bewegt“.

Florian Decker, der musikalische Leiter der Messdienerband, wirkte erleichtert, denn ihr Ziel hatte die Band erreicht. „Wir haben mit dem Konzert auch jüngere Leute ansprechen können“, freute er sich. Und sie werden wohl wiederkommen, denn nach ihrem Debütauftritt wurden die Holytones für einen Auftritt in der Adventszeit angesprochen.

 200 Besucher der Rock-Andacht waren begeistert und honorierten den Auftritt mit stehenden Ovationen.
200 Besucher der Rock-Andacht waren begeistert und honorierten den Auftritt mit stehenden Ovationen. FOTO: Frank Faber