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Märkte
Gaudifreunde und ein Verkaufsmobil

Miriam, Hanna, Vinya und Emma (v. links) haben in dem alten Citroen HY beim Dörrenbacher Weihnachtsmarkt Bastelsachen verkauft.
Miriam, Hanna, Vinya und Emma (v. links) haben in dem alten Citroen HY beim Dörrenbacher Weihnachtsmarkt Bastelsachen verkauft. FOTO: Frank Faber
Bliesen/Dörrenbach. Weihnachtsmärkte in St. Wendels Stadtteilen Dörrenbach und Bliesen locken mit Ideen und dem Gedanken an andere. Die Erlöse werden gespendet. Von Frank Faber

Nicht nur der Weihnachtsmarkt in der Kreisstadt erfreut sich großer Beliebtheit bei den Besuchern. Auch die kleinen Märkte in den St. Wendeler Stadtteilen Bliesen und Dörrenbach haben am Samstag viele Menschen angezogen. Der Erlös wird für den guten Zweck gespendet. Getreudem Motto von Sepp Herberger: „Elf Freunde sollt ihr sein“ sind es elf lila-gelbe Gaudifreunde, die abseits des Innenstadttrubels zum dritten Mal den Nikolausmarkt vor dem Bliesener Gillen-Haus organisieren. „Lasst uns froh und munter sein“, lautet ihr Motto. Und das sind sie auch. Als Schirmherr haben sie den heiligen Nikolaus gewinnen können, der später den Markt besucht und die Kinder mit einem Geschenk erfreut. „Uns geht es einfach darum, das Geschehen im Dorf zu beleben“, erklärt Gaudifreund Gregor Hinsberger.


Gedacht haben sie dabei nicht nur an alle Generationen. Sogar dem vor dem Gebäude sitzenden steinernen Ferkel ziehen sie eine Nikolausmütze über, damit es bei den eisigen Temperaturen keine kalten Ohren bekommt. Spaß beiseite. „In erster Linie wollen wir mit dem Erlös ein soziales Projekt in Bliesen unterstützen“, berichtet Hinsberger. Doch die Marschroute, süßer die Kassen nie klingen als zur Weihnachtszeit, kommt den Gaudifreunden dabei  nicht in den Sinn. Im Gegenteil. Die Bratwurst wird beispielsweise zum Schnäppchenpreis von 1,50 Euro verkauft. Glühwein, Waffeln und andere saisonbedingte kulinarische Gaumenfreude sind dem schmalen Geldbeutel angepasst.

Peter Krämer beschallt das Veranstaltungsareal und sorgt mit Musik für die richtige Stimmung. „Die Bliesener sollen sich treffen und unterhalten. In den Vorjahren sind mehr als 400 Leute gekommen, in diesem Jahr wird es nicht anders sein“, meint Hinsberger voller Zuversicht.

Zeitgleich steigt im 500-Einwohner-Dorf Dörrenbach der dritte Benefiz-Weihnachtsmarkt vor dem Gelzsersch-Haus, den der Privatmann Harry Hirsch und die örtlichen Sportfreunde (SF) organisieren. Im vergangenen Jahr hat dort ein dekorativer VW-Bulli als Nikolaus-Geschenketransporter und Verkaufsstand alles überstrahlt. Der Combi steht derzeit hinter dem Rathaus in St. Wendel und deshalb hat sich Harry Hirsch etwas Neues einfallen lassen. Was auf den ersten Blick in den Abendstunden wie eine rostige und schrottreife Wellblechbude wirkt, ist ein Verkaufsladen, der im Laderaum eines 63 Jahre alten Kleintransporter der Marke Citroen HY untergebracht ist. Vinya, Hanna, Miriam und Emma bieten im nostalgischen Retro-Auto Glücks-
engel, Tannenlichter und selbst hergestellte Halsketten an.

Vier weitere Holzhäuschen stehen noch vor dem idyllischen Bauernhaus. In einer Bude legt Gerhard Ahr los, der das vorbereitete Kartoffelgericht Schales in einer großen Pfanne garen lässt. „Es werden mehr als 150 Portionen, die gehen nachher weg“, sagt Ahr überzeugt. Wem das zu lange dauert, der kann die Wartezeit mit einem vom SF-Vorsitzenden Manfred Linxweiler gegrillten Würstchen überbrücken. Wie in jedem Jahr gibt der Gemischte Chor ein Freiluft-Konzert und der Nikolaus hat allen Kindern etwas mitgebracht.



Die Gaudifreunde Lila-Gelb haben zum dritten Mal den Nikolausmarkt organisiert. Dafür füllte ihnen der Nikolaus die Stiefel.
Die Gaudifreunde Lila-Gelb haben zum dritten Mal den Nikolausmarkt organisiert. Dafür füllte ihnen der Nikolaus die Stiefel. FOTO: Frank Faber