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Volleyball
Freisen: Nur noch zwei Schritte bis zur 3. Liga

Freisens Laura Bur schmettert den Ball kraftvoll an Frankfurts Carmen Kühn vorbei ins Feld. Die Gäste verlangten Freisen am Samstag alles ab.
Freisens Laura Bur schmettert den Ball kraftvoll an Frankfurts Carmen Kühn vorbei ins Feld. Die Gäste verlangten Freisen am Samstag alles ab. FOTO: Franz Rudolf Klos / B & K
Freisen. Der Volleyball-Regionalligist schlägt Eintracht Frankfurt nach einem Zwei-Stunden-Krimi mit 3:2. Der Meistertitel rückt näher. Von Philipp Semmler

Durchatmen, durchschnaufen, aber am Ende auch freudestrahlend abklatschen – das war bei den Volleyballerinnen des SSC Freisen am Samstag um kurz vor 21 Uhr angesagt. In einem packenden Krimi hatte sich das Team von Trainerin Brigitte Schumacher soeben in der Freisener Bruchwaldhalle mit 3:2 gegen Eintracht Frankfurt durchgesetzt. Der SSC siegte nach zwei Stunden und 18 Minuten mit 24:26, 25:20, 25:22, 30:32 und 15:10.


„Wir freuen uns riesig über die zwei Punkte gegen einen extrem starken Gegner“, jubelte SSC-Trainerin Brigitte Schumacher. Durch den Erfolg ist die Ausgangslage für Spitzenreiter Freisen im Titelkampf der Regionalliga Südwest weiter bestens. Gewinnt der Ligaprimus zwei seiner drei letzten Saison-Begegnungen mit 3:0 oder 3:1, kann er auf keinen mehr von Rang eins verdrängt werden.

Sollte es Freisen gelingen, den Platz an der Sonne zu verteidigen, würde der Club erstmals in der Vereinsgeschichte in die 3. Liga aufsteigen. „Die Mädels wollen das jetzt unbedingt“, sagt Schumacher. „Meine Aufgabe ist es jetzt, dafür zu sorgen, dass die positive Anspannung nicht in Nervosität umschlägt. Denn die drei letzten Begegnungen werden alles andere als ein Spaziergang, weil es für alle Gegner noch um viel geht.“

Am kommenden Sonntag gastieren die Schumacher-Mädels um 16 Uhr beim Tabellen-Dritten, den Biedenkopf Wetter Volleys. Die kämpfen dabei um ihre allerletzte Titelchance. Biedenkopf-Wetter hat aktuell fünf Punkte weniger als Freisen.

Sollte Freisen in Hessen gewinnen, könnten die Nordsaarländerinnen bereits im darauf folgenden Heimspiel am 10. März gegen den TSV Hanau den Titel perfekt machen. Das letzte Saisonspiel bestreitet der Tabellenführer dann am 18. März beim TSV Stadecken-Elsheim. Der TSV braucht – ebenso wie Hanau – noch Punkte im Abstiegskampf. Dass alle diese Begegnungen „heiße Tänze“ werden ist also zu erwarten.



Ein heißer Tanz wurde auch die Partie gegen Frankfurt – und das, obwohl für die Gäste in der Tabelle weder nach oben noch nach unten etwas möglich ist. „Trotzdem haben sie gespielt, als würde es um ihr Leben gehen“, so Schumacher. Vor allem die aus China stammende Libera Li Tao brachte die Freisener Spielerinnen mit starken Abwehr-Aktionen ein ums andere Mal zur Verzweiflung. „Wir haben eigentlich sehr gut angegriffen, aber sie hat fast jeden Schmetterball abgewehrt“, staunte Schumacher.

Aber ihre Mädels hielten von Beginn an mit viel Engagement und Kampf dagegen. Nach dem knapp verlorenen ersten Satz holten sich die Gastgeberinnen die Durchgänge zwei und drei. Im spektakulären vierten Satz vergab der SSC vier Matchbälle und verlor den Durchgang am Ende mit 30:32. Der Tabellenführer ließ sich von diesem Tiefschlag aber nicht aus der Ruhe bringen und setzte sich im alles entscheidenden Tie-Break mit 15:10 durch.