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Nach tödlichem Unfall
Muss sich auf der L 133 etwas ändern?

 Nach einem tödlichen Unfall auf der L133 zwischen Winterbach und Bliesen fordert der der Winterbacher CDU-Ortsverband eine Verkehrsberuhigung.
Nach einem tödlichen Unfall auf der L133 zwischen Winterbach und Bliesen fordert der der Winterbacher CDU-Ortsverband eine Verkehrsberuhigung. FOTO: dpa / Stefan Puchner
Winterbach. Nach tragischem Unfall zwischen Winterbach und Bliesen wird eine Verkehrsberuhigung gefordert. Von Evelyn Schneider

Blumen am Straßenrand der L133 zwischen Winterbach und Bliesen erinnern an ein Unglück. Vor zwei Wochen am Abend hat hier ein junger Mensch bei einem Unfall sein Leben verloren. Eine 17-Jährige wollte die Fahrbahn überqueren, als sie von einem Auto erfasst wurde (wir berichteten). Umgehend reagiert der Winterbacher CDU-Ortsverband darauf, meldet sich am nächsten Morgen in der Redaktion. Und schnelles Handeln sollen nach Ansicht des Ortsverbandes auch jene an den Tag legen, die etwas verändern können auf der Strecke. „Der Verkehr muss beruhigt werden“, fordert Ortsvorsteher Gerhard Weiand.


Wie genau das nach seiner Ansicht aussehen könnte, erläutert der Winterbacher Ortschef einige Tage später auf SZ-Nachfrage. Unter dem Eindruck des „tragischen Unfalls“ hat Weiand nach eigenen Angaben alte Ordner durchstöbert. „Es ist schon eine langjährige Forderung, dass dort etwas passieren muss.“ Die Situation stellt sich wie folgt dar: Auf der Landstraße zwischen Winterbach und Bliesen gibt es kein Tempolimit. Der jüngste Unfall ereignete sich in Höhe der Einfahrt zum Industriegebiet. Außerdem kreuzt ein Wanderweg. Insbesondere mit Blick auf das geplante Neubaugebiet und einer weiteren Einfahrt in die Landstraße bedürfe es eines Verkehrsberuhigungskonzeptes.

„Meine Überlegung ist es, eine Überquerungshilfe zu schaffen“, sagt Weiand. Mit einer Art Insel in der Mitte der Fahrbahn, die genügend Platz für Fußgänger und Radfahrer biete. Dazu ein Tempolimit. 70 oder 50? „Je niedriger desto besser“, sagt der Ortschef. Ob sich jeder daran halte, stehe dann wiederum auf einem anderen Blatt. Mit Blick auf das Neubaugebiet, das am Ortsausgang entstehen soll, könnte sich Weiand auch einen Kreisel vorstellen. „Der würde automatisch auch die Geschwindigkeit rausnehmen und eine gute Anbindung von Neubaugebiet und Industriegebiet bedeuten.“



Aber wie genau kommt es zu Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Landstraßen? „Die Entscheidung über ein Tempolimit trifft die Straßenverkehrsbehörde beim Landkreis nach Anhörung der Polizei und des Landesbetriebs für Straßenbau“, erläutert Klaus Kosok, Sprecher des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS). Zuvor müsse geprüft werden, ob aus den örtlichen Gegebenheiten und einer Verkehrsmenge von durchschnittlich 4100 Fahrzeugen pro Tag eine Gefahrenlage resultiert, die ein Tempolimit oder eine Querungshilfe rechtfertige. Denn per Gesetz dürfen Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen nur dort angeordnet werden, wo dies auf Grund der besonderen Umstände zwingend erforderlich ist.

Die Polizei erfasst in ihren Statistiken Unfallschwerpunkte. Ein solcher ist die L 133 zwischen Winterbach und Bliesen nicht. Der CDU-Ortsverband schreibt in einer Pressemitteilung, dass „die jetzige Situation angesichts von nun drei Todesopfern nicht mehr hingenommen werden könne.“ Drei Todesopfer? Eine SZ-Nachfrage bei der St. Wendeler Polizei ergibt: Die Zahl stimmt – in einem Zeitraum von etwa 20 Jahren. Mit dem aktuellen Unglück vergleichbar ist lediglich einer der beiden weiteren tödlichen Unfälle: 2007 kam ebenfalls ein Fußgänger beim Überqueren der Straße ums Leben.

Der Winterbacher Ortsvorsteher weiß, es müssen viele zusammenarbeiten, damit etwas verändert werden kann. „Die Experten haben das Wort“, sagt er deutlich. Der Wunsch zur Verkehrsberuhigung währt schon lange. Doch etwas stimmt Weiand dennoch optimistisch, dass der Vorstoß dieses Mal erfolgreich sein könnte. „Früher sind etwa 3500 Autos pro Tag durchgefahren. Bei einer letzten Messung waren es 6000 Wagen“, sagt Weiand.