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Firmenlauf
Goldfuß hat die schnellsten Beine

Der Startschuss ist gefallen: Ähnlich wie Dillingen oder Homburg hat nun auch St. Wendel einen Firmenlauf. Mit rund 1000 Teilnehmern konnten die Veranstalter zufrieden sein.
Der Startschuss ist gefallen: Ähnlich wie Dillingen oder Homburg hat nun auch St. Wendel einen Firmenlauf. Mit rund 1000 Teilnehmern konnten die Veranstalter zufrieden sein. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Der St. Wendeler Firmenlauf feierte am Freitag eine gelungene Premiere. Anlageberater und Sportkoordinatorin siegen. Von Frank Faber

Altenpfleger, Handyverkäufer, Taxifahrer, Schreibtischtäter und und und – die gesamte Palette der Berufs-Welt war am Freitag beim ersten Firmenlauf in St. Wendel vertreten. 978 Breitensportler passierten nach der fünf Kilometer langen Schleife im Wendelinuspark den Zielstrich. Das teilnehmerstärkste Team bot das Unternehmen Fresenius Medical Care auf, das 112 Läufer ins Rennen schickte. „Alle sind im Training, und wir wollen, so weit es geht, zusammenlaufen“, sagte Teamsprecher Markus Wagner beim Aufgalopp.


Auf dem Parkplatz trafen die Starter letzte Vorbereitungen, dehnten die Muskulatur oder joggten sich warm. Ihre T-Shirts leuchteten in den Farben Magenta, Rot oder Grellgelb, dazu wurde das entsprechende Logo und der Firmenname präsentiert. Der Spaß, nicht die Laufzeit, stand bei den Hobbyläufern, aber auch bei den in der Menge entdeckten „Profis“ im Mittelpunkt.

„Woo hoo“. Zum Start am Freitag um 17 Uhr schallt Blurs „Song 2“ aus den Lautsprecher-Boxen. Wie bei den Fußballspielen des FC St. Pauli am Millerntor. Triathlet Maximilian Gebhard, für die Deutsche Vermögensberatung Fuhr/Mühlhan unterwegs, trat fast an gleicher Stelle wie vor einer Woche der Este Ott Tänak bei der Deutschland-Rallye sofort aufs Gaspedal. Der Moderator irrte, als er meinte, das Team Elektro-Sanitär-Eisen Günter Zimmer wäre als Nachzügler am Start erschienen. Die Schlitzohren hatten eine eigene Strategie ausgeklügelt. Sie wollten nicht im Gedränge laufen, warteten deshalb eine ganze Weile ab, um dann am auseinandergezogenen Feld vorbei zu flitzen. Gebhard hingegen entschied sich für Kurzarbeit und lief im Eiltempo nach 17,26 Minuten im Ziel ein. „Die Strecke war schon steil, da muss man dann mit kleinen Schritten laufen“, sagte der Läufer. Ihm folgten mit Manuel Erdorf (18,12 Minute) und Maurice Mühhan (18,26 Minute) zwei weitere blitzschnelle „Vermögensberater-Kollegen“.



Schnellste Frau war die Sportkoordinatorin des Saarländischen Leichtathletik-Bundes Janina Goldfuß (W35, 21,21 Minuten). Als fittester Angestellter der mitveranstaltenden Kreisstadt St. Wendel zeigte sich Jan Stutz (19,53 Minuten) vom Ordnungsamt.

Etwas ruhiger ließ es die Läuferdelegation von der St. Wendeler Lebenshilfe angehen. „Für uns war es ein Gemeinschaftserlebnis“, meinte Geschäftsführer Peter Schön. 40 Sportler quer durch alle Einrichtungen und Wohngruppen waren dabei und durften einen besonderen Höhepunkt genießen. „Menschen mit Handicap, die wir betreuen, haben uns entlang der Strecke angefeuert und abgeklatscht, so was ist berührend und großartig“, freute sich Schön. Eine zusätzliche Dienstsporteinheit absolvierten die zehn Starter der Polizeiinspektion St. Wendel.

Der Firmenlauf war vom STV Urweiler in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung nach St. Wendel geholt worden. „Für die Premiere sind wir zufrieden“, resümierte Initiator Michael Schultheis. Es werden weitere Auflagen folgen. „Wir haben einen Vertrag auf fünf Jahre mit Option auf Verlängerung mit der Agentur Ivents abgeschlossen“, teilte Schultheis mit. Die mehrfach vom Moderator groß angekündigte After-Race-Party war allerdings schnell vorbei. Ein lustiges Erinnerungsfoto war für die Läufer noch drin, ehe sich die Veranstaltung auflöste. Kein Wunder. So manchem war es einfach etwas zu kalt.

Alle Ergebnisse gibt es im Internet unter https://my1.raceresult.com/86548/