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Vorlesewettbewerb
Als Vorleser auf der Jagd nach dem Dino

„Ist ja gar nicht so schwer“: Finn Meier (rechts, sitzend) hat den Lesedino-Regionalentscheid in St. Wendel gewonnen. Zweiter wurde Jonas Schwarz (Zweiter von links), auf Platz drei Landete Alexia Ienco (ganz links).
„Ist ja gar nicht so schwer“: Finn Meier (rechts, sitzend) hat den Lesedino-Regionalentscheid in St. Wendel gewonnen. Zweiter wurde Jonas Schwarz (Zweiter von links), auf Platz drei Landete Alexia Ienco (ganz links). FOTO: tau
St. Wendel. Finn Meier ist einer, der gut vorlesen kann. Jetzt hat der Viertklässler den Regionalentscheid des Lesedino in St. Wendel gewonnen.

Finn Meier strahlt übers ganze Gesicht und nimmt Glückwünsche entgegen. Rund zwei Dutzend Eltern applaudieren, dazu einige Mitarbeiter der Stadt- und Kreisbibliothek St. Wendel sowie Vertreter des Bildungsministeriums. Und auch Bürgermeister Peter Klär (CDU) spendet Beifall. Der Applaus ist der Lohn für einen sehr gelungenen Auftritt. Überzeugt hat der Viertklässler mit seinem Lesetalent.


Am Montagnachmittag hat er im Mia-Münster-Haus den Regionalentscheid des landesweiten Vorlesewettbewerbes für Viertklässler gewonnen. Beim „Lesedino“ – so heißt der Wettbewerb des saarländischen Ministeriums für Bildung und Kultur – setzte sich der Neunjährige gegen neun Mitstreiter aus St. Wendel und Umland durch. Am zweitbesten gelesen hat nach Ansicht einer fünfköpfigen Jury Jonas Schwarz, Dritte wurde Alexia Ienco.

Als Erstplatzierter erhielt Finn eine Urkunde, einen Buchgutschein und einen kleinen grünen Dinosaurier aus Plüsch. Es handelt sich dabei um das Maskottchen des Wettbewerbes. In ein paar Wochen bekommt der Schüler die Möglichkeit, den Plüsch-Dino auch im Großformat zu gewinnen. Das große Kuscheltier gibt es im Mai in Saarbrücken für den Landessieger. Neben Finn lesen dann zwölf weitere Viertklässler, die die anderen Regionalentscheide gewonnen haben.

Finn besucht die Nikolaus-Obertreis-Schule in St. Wendel. Dass er hervorragend lesen kann, ist für seine Eltern nicht neu. Lesen habe ihren Sohn schon immer interessiert, erzählen sie. Als Vierjähriger habe er es sich praktisch selbst beigebracht – und schnell festgestellt: „Ist ja gar nicht so schwer.“

Nicht schwer fiel es ihm entsprechend, die beiden Aufgaben des Wettbewerbes im Mia-Münster-Haus zu erfüllen. Zunächst las er wie alle anderen Teilnehmer eine Textpassage aus einem selbst mitgebrachten Buch, in seinem Fall aus „Die Gorgel“ von Jochem Myjer. In der zweiten Runde bestand die Herausforderung darin, einen unbekannten Text vorzutragen, und zwar den Anfang eines Kapitels aus dem Buch „Anton und Antonia voll in Fahrt!“ von Juma Kliebenstein.



Bei der Jury hinterließ Finn einen so guten Eindruck, dass sie sich schnell einig war und ihn einstimmig zum Sieger kürte. Entscheidend waren Textauswahl, Lesetechnik und Leseverständnis.

„Der Lesedino ist eines unserer Lieblingsprojekte“, sagt Jörg Sämann. Er ist im Bildungsministerium für Literatur und Leseförderung zuständig. Zum 17. Mal organisiert das Land den Wettbewerb in diesem Schuljahr. „Diesmal gab es eine Rekordbeteiligung: 139 von 160 Grundschulen haben mitgemacht“, sagt Sämann. Er schätzt, dass mehr als 4000 Viertklässler teilgenommen haben.