| 20:56 Uhr

Ventura will in Siegen zum Sieg rocken
Ventura will in Siegen zum Sieg rocken

Die Band Ventura aus Wolfersweiler ist gut gerüstet für den musikalischen Wettstreit am Wochenende.
Die Band Ventura aus Wolfersweiler ist gut gerüstet für den musikalischen Wettstreit am Wochenende. FOTO: Andreas Kaiser
Wolfersweiler. Die Band aus Wolfersweiler ist die letzte saarländische Band in der Endrunde beim Deutschen Rock & Pop Preis, der am Samstag in der Siegerlandhalle ausgetragen wird. Ein Besuch im Proberaum.

Rauf auf die Bühne, einstöpseln, den Song „Sturm“ präsentieren, runter von der Rampe – und das alles in nur fünf Minuten unter den kritischen Gehörgängen und Augen der Jurymitglieder.


Am kommenden Samstag, 8. Dezember, läuft ab Punkt 20 Uhr unerbittlich die Uhr für die saarländische Rockband Ventura in der Siegener Siegerlandhalle.

Die sechs Musiker, kürzlich ist noch Keyboarder Sven Bußemer eingestiegen, mischen im Finale um den 36. Deutschen Rock & Pop Preis kräftig vorne mit. In der Kategorie „Bester Rocksong“ ist ihr deutschsprachiger Beitrag „Irrweg“ unter den besten drei gelandet, zudem ist die Formation in der Kategorie „Beste Rockband“ bereits unter den Top 20 nominiert.



„Wir sind die einzige Band aus dem Saarland, die noch dabei ist“, sagt Gitarrist Henrik Nagel. Er und seine Mitmusiker sind im Proberaum der alten Grundschule Wolfersweiler versammelt. An der Tafel sind die Songs der Band mit Kreide angeschrieben.

Für den Wettbewerb hat Ventura als Bewerbung die Nummer „Irrweg“ eingereicht. Abgerockt wird im Finale der bluesige Song „Sturm“. „Wir haben darüber diskutiert, welches Ding wir spielen. Wegen des Fünf-Minuten-Limits haben wir ‚Sturm’ etwas gekürzt“, erklärt Sänger Marvin Ventura.

Der Ex-Rapper ist mit seinen 25 Jahren der Jüngste im rockigen Ensemble der Ü-40-Musiker. Via Facebook-Fahndung nach einem Sänger ist Ventura unter die Rocker geraten und hat mit dem Einstieg gleich den Bandnamen mitgeliefert. „Jeder bringt seine Einflüsse in die Band ein. Und das macht dann auch unseren eigenständigen Sound aus“, meint Sänger und Liedtextschreiber Ventura.

Das musikalische Gerüst steht auf einem rockigen Fundament, worin die Genres Pop und Rap verbaut werden. „Jeder Song klingt anders, wir sind schon noch am Experimentieren, aber wichtig ist, dass sich jeder von uns in dem Sound irgendwo wiederfindet“, sagt Nagel.

Seit eineinhalb Jahren spielt die Formation jetzt zusammen. Die Gitarristen Nagel und Ralf Jung sowie Bassist Frank Keil verbindet eine langjährige gemeinsame Vergangenheit, die in der aufgelösten Band 41 Grad ihren Ursprung hat. Und die hat beim von der Deutschen Popstiftung organisiertem Wettbewerb den zweiten Platz beim besten deutschsprachigen Rocksong abgeräumt und war in der Hauptkategorie „Beste Rockband“ vorne vertreten.

Klar, so der Ex-41-Grad-Gitarrist Nagel, sei diese Erfahrung beim diesjährigen Finale von Vorteil: „Aber wenn wir dann auf der Bühne sind, sieht die Welt anders aus.“ Einfach authentisch rüberkommen, lautet Nagels Plan, und dabei einen coolen Job abliefern. Und darauf ist die Kapelle vorbereitet. Einmal pro Woche rücken die im Saarland verstreut lebenden Bandmitglieder im Proberaum an. „Vor dem Finale haben wir uns öfter getroffen und haben auch einen Probesonntag für Aufnahmen eingelegt“, berichtet Sänger Ventura, dessen Stimme schon einmal in einem Werbesong einer Schnellrestaurantkette zu vernehmen war.

Derzeit steht für die Deutschrocker der Feinschliff zum neuen Song „Feuer“, der Anfang 2019 veröffentlicht werden soll, auf der Agenda. Dazu kommt der Auftritt beim Deutschen Rock & Pop Preis nicht ungelegen. „Insgesamt hatten sich 1200 Bands und Einzelinterpreten angemeldet. Wir werden von der Öffentlichkeit wahrgenommen und können weitere Kontakte knüpfen“, sagt Nagel.

Eine zusätzliche Motivationsspritze verpasst der Zeitplan beim Finale am Samstag den saarländischen Musikern: Ventura rockt für fünf Minuten zur Primetime ab 20 Uhr die Siegerlandhalle