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Motorsport-Classics
„Fantastische drei Tage Motorradsport“

Rasant legten sich die Fahrer auf dieser historischen Aufnahme an der Fausenmühle in die Kurve.
Rasant legten sich die Fahrer auf dieser historischen Aufnahme an der Fausenmühle in die Kurve. FOTO: Archiv der MCW Motorsporthistoriker St.Wendel
St. Wendel. Am Wochenende wird St. Wendel zum Mekka der Motorradsport-Begeisterten. Drei Tage lang hängt hier Benzinduft in der Luft. Von red

„Nach den Fanta 4, die mit ihrer Musik in St. Wendel begeistern konnten, ist es in wenigen Tagen ein anderer Sound, der die Rennsportfreunde in St. Wendel entzückt“, sagt Bernd Bouillon, Pressebeauftragter der MCW-Motorsporthistoriker. Was er damit meint? „Wenn es im Wendelinuspark St. Wendel wieder aus den Lautsprechern hallt: Gentlemen start your engines, beginnen die Fanta 3 – die fantastischen drei Tage Motorradsport.“ Mehr als 200 Fahrer aus neun Nationen werden vom 10. bis 12. August Kostproben ihre Fahrkunst bei Demonstrationsläufen servieren.


Endspurt also für Werner Klär, Vorsitzender der MCW-Motorsporthistoriker, und sein Orga-Team. Die Startfelder in den verschiedenen Klassen seien bereits seit Mitte März besetzt, es gebe sogar eine Nachrück-Liste für den Fall, dass ein Fahrer seinen bereits zugesicherten Startplatz nicht antreten kann. „Die MCW-Motorsport Klassik St. Wendel gilt in Deutschland als die Top-Veranstaltung schlechthin, wie das ungeheure Interesse von Fahrern aus dem In- und Ausland belegt“, schwärmt Bouillon. Keine andere Klassik Motorsportveranstaltung in Deutschland sei bereits fünf Monate vor Veranstaltungsbeginn ausgebucht.

Am Freitag vor der eigentlichen Veranstaltung geht es nach Angaben des Veranstalters gegen 17 Uhr mit den Rennmotorrädern und Auto-Oldtimern über einen Teil der alten Rennstrecke zur Brühlstraße. Dort ist die Gedenkplatte der MCW-Motorsporthistoriker zu finden, die zu Ehren des legendären Rennleiters August Balthasar errichtet wurde. Hier werden Fahrer und Fahrzeuge von einem Geistlichen gesegnet. Außerdem wird in einer Schweigeminute verstorbenen Rennfahrern und Vereinsmitgliedern des MCW gedacht.



Die Demonstrationsläufe am Sonntag werden dann als Gedächtnisläufe für verstorbene Rennfahrer und Vereinsmitglieder gestartet, die sich für den MCW verdient gemacht haben, als da sind: Klaus Gimmler, Luigi Taveri, Wolfgang Kockler, Josef Düpre, Karlheinz Geislinger, Rainer Balthasar, Wilhelm Noll, Lucio Antoniazzi, Fritz Cron, Peter Rubatto und Klaus-Peter Wagner.

„Wie bei bisher jeder Veranstaltung wartet auf unsere Mitbürger mit Handicap wieder die Ausfahrt in Seitenwagenmaschinen durch das St. Wendeler Land. Motorradfahrer aus dem gesamten Saarland stellen sich mit ihren Motorrädern wieder in den Dienst dieser guten Sache“, verspricht Bouillon. Einen besonderen Höhepunkt stelle ein MCW-Mitglied aus: Reinhard Paulick reist extra aus Berlin an, um sein original Rennsport-Coupé Melkus RS 1000, Baujahr 1974 innerhalb der Oldi-Autoschau zu präsentieren. Von diesen Rennwagen wurden zwischen 1969 und 1979 lediglich 101 Modelle in der ehemaligen DDR gebaut. Bouillon: „Als Basis diente dem Flitzer der Wartburg 353, modifiziert auf Fünf-Gang-Getriebe mit maximal 90 PS bei 4500 Umdrehungen pro Minute.“ Die Spitzengeschwindigkeit des Autos lag bei 210 Kilometern pro Stunde. Es ist nach Angaben des MCW-Pressereferenten das erste Mal, dass ein solches Fahrzeug im Saarland präsentiert wird

Auch Rennprominenz vergangener Tage werde im Wendelinuspark anzutreffen sein. So habe der dreifache Motorradweltmeister Hans-Georg Anscheidt sein Kommen ebenso zugesagt, wie der vierfache Motorradweltmeister der Seitenwagenklasse, Max Deubel. Aus den Niederlanden komme Ferry Brouwer, der in den 60er Jahren selber Sprintrennen fuhr und in den 70er Jahren als Mechaniker bei Yamaha die Rennmaschinen der Rennsportstars wie Phil Read und Jarno Saarinnen betreute. Ferry habe angekündigt, möglicherweise den zweifachen Motorradweltmeister Dieter Braun zu einem Besuch der sechsten MCW-Klassik bewegen zu können.

Am Freitagabend nach der Stadtrundfahrt werde im Wendelinuspark gefeiert. Zudem gebe es reichlich Raum für Benzin-Gespräche. Auch am Samstagabend soll es – mit Musik  an der nötigen Stimmung nicht fehlen.

Die Präsentationsläufe finden am Samstag und Sonntag jeweils ab 8 Uhr statt. Der Preis für die Wochenendkarte beträgt für Erwachsene acht Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt.

Historische Rennmaschinen auf historischem Boden in St. Wendel im Wendelinuspark: Auf dieser Aufnahme von 2009 liefern sich die Seitenwagen-Gespanne auf der Strecke spannende Positionskämpfe.
Historische Rennmaschinen auf historischem Boden in St. Wendel im Wendelinuspark: Auf dieser Aufnahme von 2009 liefern sich die Seitenwagen-Gespanne auf der Strecke spannende Positionskämpfe. FOTO: dia-saar.de / FR.Klos