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Evas Salon wurde zur Showbühne

Künstlerin Claudia Stump schlüpfte anlässlich des Frauentages in verschiedene Rollen. Foto: Sick
Künstlerin Claudia Stump schlüpfte anlässlich des Frauentages in verschiedene Rollen. Foto: Sick FOTO: Sick
St Wendel. Die Emanzipation entschlüsseln. Das klingt nach einer harten Nuss. Doch genau dieser Aufgabe stellte sich Friseurmeisterin Eva – alias Claudia Stump – in ihrem Programm „Der Eva-Code“. Das gab sie am Frauentag in Angels Hotel zum Besten. Jennifer Sick

Einmal im Monat verwandelt sich Evas Salon in eine Showbühne. Und genau das geschah diesmal am Sonntag anlässlich des internationalen Frauentages in Angels Hotel am Golfpark. Zwischen Lockenwicklern und Foliensträhnen wurde moderiert, getalkt und gesungen. In einer Soloperformance klärte Künstlerin Claudia Stump Fragen wie "Kann Super-Woman die Welt retten?", "Leben dominante Frauen leichter?" oder auch "Brauchen wir überhaupt noch Männer?" Zu diesem Zweck schlüpfte sie in verschiedene Rollen und präsentierte so auf ihrer Bühne Gastrednerinnen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Los ging es mit der hochschwangeren Sofia Elefantialis. Mit dickem Babybauch und schon ins weiße OP-Kittelchen gehüllt, sprach diese Dame über ihre Sorgen um die Vereinbarkeit von Familie, Beruf, Kind und Mann, der typischen Verteilung der Geschlechterrollen während der Schwangerschaft und der Angst vor den großen Veränderungen, die ihr nun bevorstehen. All das mit viel Humor, aber dennoch einem scharfen Auge für die Probleme moderner Mütter.

Auf Sofia folgte dann die feministische Anwältin Ruth Winkelmeier, deren großes Vorhaben es war, alle Männer und Frauen anzuklagen, die nicht bei der Emanzipation mitgeholfen haben. Das alles geschah in einem simulierten Gerichtsprozess, in den das - überwiegend weibliche - Publikum mit eingebunden wurde.

Weiter ging es dann im Anschluss mit einer taffen Berufsausteigerin, die zur Befreiung der Frau zum Konsumboykott aufrief und am eigenen Körper eine analoge Power-Point-Präsentation vorführte, um ihren Standpunkt klarzumachen. "Diese Figur findet beim Publikum immer sehr viel Zustimmung", verriet Stump. Der Grund dafür liegt für die Darstellerin auf der Hand. "Sie stellt sich auf die Bühne und ist einfach da. Sie ist, wie sie ist."

Zum guten Schluss kam dann sogar noch Eva selbst auf die Bühne und stellte sich und den Zuschauern die Frage: "Ist denn der Mann noch selbstbestimmt?" Um dies zu klären, verkleidete sie sich als Mann und ging zu Testzwecken in eine Diskothek, wo sie unter den mehr als direkten Avancen einer Frau zu leiden hatte. Und das brachte dann auch für Eva die Erkenntnis: "Es kommt gar nicht darauf an, ob Mann oder Frau, sondern darauf, dass man frei ist und frei entscheiden kann." Und genau das, so Claudia Stump, sei die Entschlüsselung des Eva-Codes. "Natürlich muss man dabei aber auch immer bedenken, was ich mache, ist Kabarett, nicht die Verbesserung der Welt", erklärte Stump weiter.

Dennoch passte das Programm sehr gut zum Weltfrauentag, denn es diskutierte in humoristischer Verpackung Probleme, die bis heute existieren. Darunter unterschiedliche Löhne, weibliche Armut und generell die Frage, wie sich die Lebensumstände der Frau verbessern lassen.