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Geburtstag
Eine Schönheitskur fürs Wendelinusbad

Torsten Knoll und Rudolf Krammes überprüfen die Fliesen am Schwimmerbecken auf eventuelle Beschädigungen.
Torsten Knoll und Rudolf Krammes überprüfen die Fliesen am Schwimmerbecken auf eventuelle Beschädigungen. FOTO: Frank Faber
St. Wendel. Für den Geburtstag wird das Hallenbad in St. Wendel wieder fit gemacht. Zum zehnten Jahrestag wird nicht gefeiert sondern saniert. Von Frank Faber

Zehn Jahre existiert das Wendelinusbad in der Tholeyer Straße. Eine Poolparty zum Jubiläum wird nicht gefeiert. Das Bad ist bis zum 5. August dicht und zum ersten runden Geburtstag stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an.


Mit einer großen Revision wird alles auf den Prüfstand gestellt. „Fünf, sechs Wochen werden wir dafür schon brauchen“, sagt Rudolf Krammes, vom Kommunalen Liegenschaftsmanagement (KLMW) der Stadt St. Wendel. Drei Tage hat zum Start der Sanierungsmaßnahme das Ablassen des Badewassers aus den Schwimmbecken gedauert. „Das Wasser landet dann direkt im Klärwerk“, erläutert Torsten Knoll, Betriebsleiter der Bäder in der Kreisstadt.

Gemeinsam mit externen Firmen bringen die Badmitarbeiter die komplette Schwimmhalle inklusive des technischen Equipments wieder auf Vordermann. Die Elektroinstallation wird kontrolliert und gewartet, eventuell Teile ausgetauscht und die Akkus der Notstromversorgung überprüft. „Die schalten sich bei einem Stromausfall sofort ein und sorgen dafür, dass die Technik nicht ausfällt“, sagt Krammes.



Im Keller befindet sich die Technik für den Betrieb des Bades, ein Blockheizkraftwerk produziert Strom, dessen Überschuss ins Netz eingespeist wird. Die Haustechnik ist für durchschnittlich 350 Besucher pro Tag/ 120 000 Besucher pro Jahr ausgelegt. All das sieht der Badegast zwar nicht, ist aber dennoch von enormer Bedeutung. „Alle Systeme müssen kontrolliert werden“, weiß Krammes. Mehr als zwei Kilometer Luftleitungen und Rohre sind im Untergeschoss verlegt. Dazu kommen nun noch dicke aneinander gesteckte Absaugrohre, die zu einem Spezialfahrzeug auf den Parkplatz vor dem Bad führen. Die Badfilter – drei große Kessel – befüllt mit Kohle und Sand werden abgesaugt. „Nach Herstellerangabe ist das nach zehn Jahren vorgesehen“, erklärt Krammes. Zuerst werde die Kohle, dann der Sand aus den Filtern rausgepumpt. „Danach werden die Filter gereinigt und etwa 1000 Filterdüsen ausgetauscht“, so Knoll. Nach dem Abpumpen steht zunächst eine Laborprüfung des Materials an, erst dann kann ein Entsorgeunternehmen mit dem endgültigen Abtransport beauftragt werden.

Des Weiteren müssen die sogenannten Schwallkammern gereinigt werden. „Für ein zehn Jahre altes Bad sind wir auf einem relativ neuen, modernen Stand“, sagt Krammes. Sein Kollege Knoll berichtet weiter, dass Kochsalz in einem Elektrolyse-Verfahren zu Chlor umgewandelt und dem Badewasser zugeführt wird. „Mit dem Kochsalz kann man sogar Spaghetti kochen“, merkt Knoll an.

Des Weiteren wird die Lüftungsanlage gewartet. „Wenn die nicht richtig funktioniert, haben wir im Bad ein drückendes, subtropisches Klima“, so der Betriebsleiter. Alle fünf Jahre, so ergänzt Krammes die Checkliste, werde die Dachkonstruktion auf ihre Tragfähigkeit überprüft. Fliesen am Schwimmerbecken werden ausgetauscht und auf Wunsch der Badegäste eine zweite Glastür im Gang zu den Toiletten eingesetzt. „In dem Gang haben es die Gäste als sehr kalt empfunden, dem werden wir mit dem Einbau einer zweiten Tür Abhilfe schaffen“, sagt Betriebsleiter Knoll. Nach der abgeschlossenen Revision soll das Wendelinusbad ohne Störung ein Jahr durchlaufen. Das Bad ist als Familien-, Sport- und Freizeitbad mit reinem Hallenbetrieb und für eine ganzjährige Öffnung mit etwa 350 Tagen konzipiert.

Vor zehn Jahren wurde das Wendelinusbad eröffnet, hier eine Nachtaufnahme. Jetzt wird das Bad für die nächsten zehn Jahre aufgehübscht.
Vor zehn Jahren wurde das Wendelinusbad eröffnet, hier eine Nachtaufnahme. Jetzt wird das Bad für die nächsten zehn Jahre aufgehübscht. FOTO: atb-thriy / FR.Klos