| 20:33 Uhr

Volleyball
Eine Revanche im Schnelldurchgang

Jérôme Klauck steigt hoch und lässt es gleich krachen: Der Mittelblocker wuchs in der Partie gegen Radolfzell über sich hinaus – trotz einer Verletzung am Daumen. Anschließend wurde er zum Mann des Spiels gekürt.
Jérôme Klauck steigt hoch und lässt es gleich krachen: Der Mittelblocker wuchs in der Partie gegen Radolfzell über sich hinaus – trotz einer Verletzung am Daumen. Anschließend wurde er zum Mann des Spiels gekürt. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Die Volleyballer des Drittligisten TV Bliesen haben am Samstag den TV Radolfzell klar bezwungen. Schon nach 75 Minuten war der 3:0-Erfolg des TV eingetütet. Von Philipp Semmler

 Samstagabend, kurz vor halb zehn im Sportzentrum St. Wendel: Jérôme Klauck strahlt bis über beide Ohren. Der zwei Meter große Mittelblocker des TV Bliesen ist gerade nach der Drittliga-Partie gegen den TV Radolfzell zum „Man of the match“ gekürt worden.


Verdient hatte sich der 22-Jährige diese Auszeichnung mit einigen spektakulären Blockaktionen am Netz – insbesondere im zweiten und dritten Satz. Dabei war Klauck mit einer Daumenverletzung eigentlich angeschlagen in die Partie gegangen. Aber vielleicht war gerade dies der Schlüssel zur starken Leistung des 22-Jährigen: „Ich wollte mich wegen der Verletzung noch mehr konzentrieren als sonst, und das hat gut funktioniert“, erklärte der Student grinsend.

Durch den klaren 3:0-Erfolg (25:22, 25:23 und 25:16) gegen den Tabellen-Vorletzten Radolfzell erreichte Klauck mit seinem Team gleich zwei Ziele: Zum einen nahm Bliesen gegen das Team vom Bodensee Revanche für die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel. Bei der hatte der TVB seine schwächste Saisonleistung gezeigt.



Viel wichtiger aber noch: Bliesen vergrößerte durch die drei Punkte gegen den Abstiegskandidaten den eigenen Vorsprung auf die Abstiegsränge auf satte neun Zähler. „Die halbe Miete in Sachen Ligaverbleib ist das zwar noch nicht. Aber es war ein wichtiger Schritt“, analysierte Klauck.

Ähnlich sah das auch Bliesens Trainer Gerd Rauch: „Jetzt haben wir einen direkten Konkurrenten weit hinter uns. Wir haben noch drei Heimspiele, da sollten wir eigentlich die letzten noch fehlenden Zähler für den Ligaverbleib holen“, sagte der 51-Jährige.

Zum Spiel selbst: 350 Zuschauer sahen im ersten Satz klar überlegene Gastgeber. Bliesen führte schnell mit 18:11 – und sah schon wie der sichere Sieger des Durchgangs aus. Allerdings kam Radolfzell noch einmal bis auf drei Punkte heran. In der entscheidenden Phase holte Bliesen dann aber die nötigen Punkte und setzte sich mit 25:22 durch.

Dann kam der für Bliesen scheinbar verfluchte zweite Satz. In bislang elf Saisonspielen verloren die Nordsaarländer diesen immerhin neun Mal. Und auch gegen Radolfzell sah es zunächst nicht gut aus: Die Gäste vom Bodensee führten schnell mit 6:2, wenig später hieß es 14:11 für das Team aus Baden-Württemberg.

Doch dann holte Bliesen auf – auch weil Klauck nun seine stärkste Phase im Spiel hatte. Der Mittelblocker ließ nicht nur die gegnerischen Angriffs-Schläge an seinen Händen abprallen, sondern verwandelte sogar einen Schmetterball zum 15:15-Ausgleich. In der Folge lag Bliesen immer knapp vorne und holte sich schließlich den Satz mit 25:23.

Damit hatten die Gastgeber den Widerstand des Vorletzten gebrochen: Den dritten Satz dominierte der TV wieder klar. Um 21:16 Uhr – nach gerade einmal 75 Minuten Spieldauer – hatte Bliesen nach einem Schmetterball von Jonas Weber beim Stand von 24:16 Matchball. Und gleich den ersten verwandelte Tobias Merkel mit einem wuchtigen Schlag zum 25:16.

Am Samstag wartet auf den TV nun aber ein deutlich schwererer Brocken: Am Tag, an dem Übungsleiter Rauch seinen 52. Geburtstag feiert, sind die Nordsaarländer um 20 Uhr beim Spitzenreiter TSV Mimmenhausen zu Gast. Der Ligaprimus kassierte am Samstag seine erste Saisonniederlage: Mimmenhausen verlor beim TV Waldgirmes mit 1:3 und hat damit an der Spitze nur noch drei Zähler Vorsprung auf Verfolger TuS Kriftel.