| 21:06 Uhr

Leichtathletik
Ein Wettlauf mit Blitz und Donner

Lokalmatadorin Hanna Schoppner (Zweite von links) aus St. Wendel stürmt in persönlicher Bestzeit ins Ziel und gewinnt die 100 Meter Hürden der Frauen. Rechts daneben: ihre Schwester Annika.
Lokalmatadorin Hanna Schoppner (Zweite von links) aus St. Wendel stürmt in persönlicher Bestzeit ins Ziel und gewinnt die 100 Meter Hürden der Frauen. Rechts daneben: ihre Schwester Annika. FOTO: Thiel Achim / Achim Thiel
St. Wendel. In St. Wendel fanden die saarländischen Leichtathletik-Meisterschaften statt. Ein Unwetter wirbelte den Zeitplan durcheinander. Von Manuel Keil

Die Leichtathletik-Saarlandmeisterschaften in St. Wendel wurden am Wochenende stark vom Wetter beeinflusst. Schon kurz nach Beginn gab es eine 90-minütige Gewitterpause – und auch danach waren kühlere Temperaturen und Dauerregen nicht ideal für Topleistungen. Einige technische Disziplinen mussten sogar auf Sonntag verschoben werden.


Trotz Wetterkapriolen überzeugte Thanusanth Balasubramaniam (LAZ Saar 05) in 10,62 Sekunden über 100 Meter. Am zweiten Tag hatte er sich auf das Duell mit dem Rehlinger Michael Bryan über 200 Meter gefreut. Dem rutschte im Finale aber der Startblock weg, so dass „Thanu“ in 21,36 Sekunden einem ungefährdeten Sieg entgegenstürmte. „Die Zeiten waren für die Bedingungen ganz okay“, freute er sich. Bryan erzielte in einem Wiederholungslauf, bei dem er alleine außer Wertung startete, in 21,23 Sekunden die schnellste Zeit des Tages. „Alleine ermüdet man schneller, dafür war der Lauf gar nicht so schlecht“, fand er. Im Weitsprung konnte sich Jonas Gillen vom gastgebenden TV St. Wendel als Männersieger über seine Saisonbestleistung von 6,73 Metern freuen.

Die saarländische EM-Hoffnung Laura Müller siegte im Frauenfinale, ihrem vierten Rennen in drei Tagen, in 23,77 Sekunden. Am Samstag steht für die Rehlingerin in Tübingen ihr erstes 400-Meter-Rennen an. „Danach entscheiden wir, ob ich mich im Einzel in dieser Saison auf die 200 oder 400 Meter konzentriere“, verriet sie. Neben dem Einsatz in der 4x400-Meter-Staffel hofft sie auch auf einen EM-Einzelstart.

Hammerwerfer Andreas Sahner (LC Rehlingen) steigerte seine Saisonbestleistung auf 69,47 Meter. „Mein Fahrplan ist ganz auf die DM ausgerichtet, dafür war das ganz okay“, bilanzierte der deutsche Vizemeister. Zweiter wurde Vereinskollege Michael Noé mit 64,37 Metern. Im samstags abgebrochenen Wettkampf konnte sich der U 23-Athlet gleich im ersten Versuch über eine Bestleistung von 66,24 Metern freuen.

In der Jugend kamen die U 20-Athleten Hanna Setter (LV Merzig, 51,67 Meter) sowie Fabio Hessling (LAC Saarlouis, 67,57) und Konstantin Moll (62,14) zwar nicht ganz an ihre Bestleistungen heran, zeigten aber immer noch starke Leistungen.



Bei den Frauen setzte sich Sophie Gimmler mit 62,95 Metern durch. Der 18-jährige Valentin Moll (alle LC Rehlingen) ging mit der schwereren Männerkugel an den Start und sicherte sich mit 17,99 Metern den Titel. „Die Bestleistung ist zwar zufriedenstellend, eigentlich wollte ich aber drei Zentimeter weiter stoßen und auch noch die meines Trainers schaffen“, verriet er anschließend.

Über 110 Hürden siegte René Mählmann in 14,34 Sekunden vor Marvin Bollinger (beide LAZ Saar 05), der sich zudem als Speerwurfsieger mit 57,24 Metern auf den Zehnkampf in Ratingen vorbereitete. Bei den Frauen testeten mit den Saarbrückerinnen Abigail Adjei (14,18 Sekunden) und Michelle Weitzel (14,30) sowie der Rehlingerin Lisa Maihöfer (14,56) gleich drei Siebenkämpferinnen über 100 Meter Hürden für Ratingen. Sie alle mussten sich aber der U 20-Athletin Hanna Schopper (TV St. Wendel) geschlagen geben, die in 14,05 Sekunden neue Bestzeit lief.

Für die stärksten Leistungen der U 18 sorgten Weitspringerin Saskia Woidy (LAZ Saar 05), die mit 5,99 Metern nur knapp unter der Sechsmeter-Marke blieb, und Katrin Max über 1500 Meter. Die Mittelstrecklerin vom LV Merzig konnte dank neuer Bestzeit in 4:40,15 Minuten sogar Frauensiegerin Tina Donder (Rehlingen) abfangen.

Bei den Männern spielte Tobias Blum (Rehlingen) in seinem ersten Bahnwettkampf nach überstandenem Drüsenfieber mit der Konkurrenz und sicherte sich in 4:08,48 und 16:09,88 Minuten die Titel über 1500 und 5000 Meter.