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Ein Meister seines Fachs

An der Orgel ein Meister: Dieses Archivfoto zeigt Lukas Stollhof bei einem Auftritt in Lebach. Foto: Sigi Müller
An der Orgel ein Meister: Dieses Archivfoto zeigt Lukas Stollhof bei einem Auftritt in Lebach. Foto: Sigi Müller FOTO: Sigi Müller
St Wendel. Werke von Robert Schumann und Max Reger waren bereits Teil der ersten „Orgelmusik am Abend“. Auch bei der zweiten Veranstaltung der Reihe hatte Lukas Stollhof Stücke der Komponisten im petto. Margarete Stitz

Außerordentlich gut besucht war die zweite Veranstaltung der Reihe "Orgelmusik am Abend" in der Wendelinusbasilika. Lukas Stollhof, der in Oberwesel als Regionalkantor des Bistums Trier amtiert, bewies sich als hochqualifizierter Meister seines Fachs.


Er begann mit der Sonate in B-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy und gestaltete überzeugend den Gegensatz zwischen den kraftvollen Ecksätzen und der typisch romantischen Welt des Andante und Allegretto. Klassik erklang in Mozarts einsätziger Kirchensonate in F-Dur, die damals als fröhlicher musikalischer Pausenfüller zwischen Epistel und Evangelium diente.

Stollhof versäumte es nicht, auch der Bach-Familie Ehre zu erweisen, zunächst mit einer Sonate in F von Carl Philipp Emanuel in galantem Stil: Zwischen einem ausgedehnten Allegro und einem leichtfüßigen Allegretto stand ein bemerkenswert zartes Largo. Vater Johann Sebastian war mit Präludium und Fuge in G würdig und perfekt vertreten.

Wie im ersten Konzert der Reihe folgten Werke von Robert Schumann und Max Reger . Mit angenehm streichenden Stimmen registriert wurde der ganz orgelmäßig konzipierte Satz "Nicht zu schnell" aus Schumanns "Stücken in kanonischer Form" für Pedalflügel. Als Beitrag zum Reger-Jahr hatte Stollhof die breit angelegte Choralphantasie über "Wie schön leucht't uns der Morgenstern" gewählt, in der fünf von sieben Strophen des barocken Dichters Philipp Nicolai ihrem Inhalt entsprechend präsentiert werden: Dem Erscheinen des Morgensterns geht ein nächtliches Gewitter voraus, das die Orgel mit vollem Werk abbildet, um den Kontrast zum sanft-romantischen Thema "Morgenstern" herzustellen. Der Interpret verstand es bestens, die Entwicklung von mystischer Innigkeit zum pathetisch inszenierten Gegensatz zwischen ruhiger Choralmelodie und quirligem Fugenthema darzustellen. Der Beifall, langanhaltend und intensiv, forderte eine Mendelssohn-Zugabe.