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Sitzung
Ein flotter Dreier in Sachen Standesamt

Ein Bund fürs Leben? In Sachen Standesamt arbeiten die Kommunen St. Wendel, Oberthal und Namborn zusammen.
Ein Bund fürs Leben? In Sachen Standesamt arbeiten die Kommunen St. Wendel, Oberthal und Namborn zusammen. FOTO: Andreas Lander / picture-alliance/ dpa
St. Wendel. Ihre Beziehung dauert jetzt schon seit mehr als zwei Jahren: Die Gemeinde Oberthal und die Kreisstadt St. Wendel sind seit 1. Dezember 2015 eine Partnerschaft in Sachen Standesamt eingegangen. Jetzt kommt eine Neue hinzu: die Gemeinde Namborn. Die Kommune wird ihr Standesamt auflösen. Ab 1. Mai übernimmt die Kreisstadt dessen Aufgaben. Von Evelyn Schneider

Der Kooperation hat der Namborner Gemeinderat bereits im Februar zugestimmt (wir berichteten). Aus rechtlichen Gründen musste die Vereinbarung mit nunmehr drei Partnern auch nochmals in den Räten der Stadt St. Wendel und der Gemeinde Oberthal behandelt werden. St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU) sprach von Pionierarbeit, was die interkommunale Zusammenarbeit betrifft. „Wir begegnen den Partnern auf Augenhöhe. Das ist vorbildlich.“


Wie Oberthals Bürgermeister Stephan Rausch (CDU) informierte, werde eine Mitarbeiterin des Namborner Standesamtes nach St. Wendel wechseln. So könnte ein personeller Engpass, der dort durch den Tod einer Beamtin entstanden sei, aufgefangen werden.

50 Eheschließungen, 27 Sterbefälle, keine Geburten zählte die Gemeinde Namborn im Jahr 2017. Diese Fallzahlen werden künftig Grundlage für die Kostenverteilung sein. Zum Vergleich: In der Stadt St. Wendel heirateten 125 Paare, 773 Sterbefälle wurden registriert und 557 Geburten. So wären 2017 von den Gesamtkosten von etwa 200 000 Euro rund 190 000 Euro auf die Stadt St. Wendel entfallen und 10 000 Euro auf Namborn. Namborns Bürgermeister Theo Staub (SPD) sagte zu den neuen Standesamtregelungen während der Sitzung im Februar folgendes: „Im Moment kann bei uns jeder heiraten, wann er will. In Zukunft wird die Stadt St. Wendel nur noch ein Wochenende im Monat anbieten, an dem auf der Liebenburg geheiratet werden kann.“ Da Staub aber noch bis zum 1. Dezember im Dienst sei, „traue ich jeden, so oft und so lange er will und wann er will“. Die Gremien segneten jeweils die Dreier-Verbindung in Sachen Standesamt ab.