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Neujahrsempfang
Ein Dorf mit enorm viel Potenzial

Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger war groß – dementsprechend riesig war dann auch der Andrang beim Neujahrsempfang durch Ortsvorsteher Gerhard Weiand.
Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger war groß – dementsprechend riesig war dann auch der Andrang beim Neujahrsempfang durch Ortsvorsteher Gerhard Weiand. FOTO: Günter Müller
Winterbach. In Winterbach laufen die Planungen zur Umgestaltung des Ortes auf Hochtouren und sollen die Zukunft der Gemeinde sichern.

Bagger und Baufirmen werden in den kommenden Monaten und Jahren das Ortsbild in Winterbach prägen. Ortsvorsteher Gerhard Weiand verwies während seines Neujahrsempfangs auf die Chance, als Teil eines großräumigen Dorfumbauprojektes den Ortskern umzugestalten, neu auszurichten und so einen wirklichen Impuls für die Zukunftsfähigkeit des Dorfes insgesamt zu setzen.


Der Ort biete ein erhebliches Potenzial zur Neugestaltung der Dorfmitte. „Vom leerstehenden Bauernhaus an der Lebacher Straße im Norden über das als Flüchtlingsunterkunft genutzte ehemalige Hotel Hans, bis hin zum ehemaligen Schulbereich ergibt sich eine durchgehende Fläche mit kurz- bis mittelfristigem Umnutzungs- und Revitalisierungsbedarf“, hob Weiand hervor. Die Projekte sollen dabei nach und nach umgesetzt werden, um den Stadtteil weiter zu entwickeln. Dank des Geldes von Land, Bund sowie der Europäischen Union wurde zunächst grünes Licht gegeben für den Abriss der alten Schule, der im vergangenen Jahr erfolgte, und dem nun folgenden Neubau eines Gemeindezentrums.

Unterstützung fand er dabei auch bei Tobias Hans, CDU-Fraktionsvorsitzender im saarländischen Landtag, der als Gastredner zum Neujahrsempfang gekommen war und über die aktuelle politische Lage im Saarland informierte.

Als Teil der Dorfkernentwicklung wurde auch in Winterbach ein Sanierungsgebiet im Dorfkern ausgewiesen. Das bedeutete die Möglichkeit, private Investitionen zu tätigen, die steuerlich begünstigt werden. Konkret können Gebäudeeigentümer, die Kosten von
umfassenden Sanierungsmaßnahmen an Bestandsgebäuden innerhalb des Sanierungsgebietes über einen Zeitraum von zehn Jahren bei ihrer jährlichen Einkommenssteuererklärung geltend machen.

„Anhand einer Prioritätenliste wollen wir mit Unterstützung der städtischen Verwaltung das langfristig angelegte Gesamtprojekt abarbeiten“, so der Ortsvorsteher. Das neue Gemeindezentrum soll rund 150 Personen Platz bieten und neben einem Saal und einer Bühne auch Funktionsräume erhalten. Damit steht wieder ein Raumangebot zur Verfügung, dass momentan nicht da ist. Zurzeit laufen die Vorbereitungen, damit der Spatenstich am Jahresende erfolgen kann.



Mit dem ehemaligen Hotel Hans ergebe sich ein zentrales und kommunaleigenes Flächen- und Entwicklungspotenzial im Ortskern. Dies sei prädestiniert für die Schaffung eines Angebotes an Seniorenwohnungen mit etwa zwölf bis 18 Wohneinheiten. Alternativ könnte hier ein eigener Pflegestützpunkt entstehen. Arztpraxis und Apotheke könnten integriert werden. „Seit dem vergangenen Jahr sind die Ladentüren des Lebensmittelmarktes im Ort aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Dies ist eine bedauerliche Entwicklung und ein schmerzhafter Verlust für den Ort“, erklärte Weiand und betonte dass Abhilfe durch das Areal des ehemaligen Hotels geschaffen werden kann, indem Flächen zur Ansiedlung eines Nahversorgers mit einem entsprechenden Parkplatzangebot geschaffen würden. Dass dies durchaus realisierbar sei, zeigten das Interesse und die Gespräche mit mehreren potenziellen Investoren.

In den kommenden Jahren stünden auch der Endstufenausbau im Neubaugebiet an. Gerne würden Bürgermeister und Ortsvorsteher jungen Leuten die Möglichkeit offerieren, in Winterbach zu bauen. Angedacht ist der Bereich Auf Mühlenacht, wo fast 30 neue Bauplätze entstehen könnten. Die  Eigentümer hätten signalisiert, Bauland zur Verfügung zu stellen, um jungen Leuten die Chance zu geben in ihrem Heimatort zu bleiben.

Winterbach lebe von einer lebendigen Vereinsgemeinschaft. Deshalb sieht Weiand die Unterstützung der Vereine als wichtige Aufgabe an. Lobende Worte fand der Ortsvorsteher für die Aktionen des „Arbeitskreises Flüchtlingshilfe“. Stellvertretend für alle Mitwirkenden dankte Weiand Melanie Brill und Marianne Gerner für ihr Engagement und überreichte den Scheck und die Urkunde, die beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ als Sonderpreis verliehen wurden.