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Neues Amt
Dirk Schäfer ist jetzt St. Wendels höchster Feuerwehrmann

St. Wendels neuer Kreisbrandinspekteur Dirk Schäfer an seinem Schreibtisch im Landratsamt.
St. Wendels neuer Kreisbrandinspekteur Dirk Schäfer an seinem Schreibtisch im Landratsamt. FOTO: Evelyn Schneider
St. Wendel. Von Evelyn Schneider

Ein kleines Schild an der Tür weist darauf hin, wessen Schreibtisch sich dahinter verbirgt: der des Kreisbrandinspekteurs. Das Büro im Landratsamt ist noch neu für Dirk Schäfer. Erst vergangene Woche ist der 48-jährige Oberthaler von Landrat Udo Recktenwald (CDU) zum Kreisbrandinspekteur ernannt worden. Er übernimmt das Amt von Vorgänger Dirk Schmidt. Aus beruflichen Gründen hatte dieser sein Engagement Ende Juni beendet. Seit dieser Zeit übernahm Schäfer bereits kommissarisch den Posten des Kreisbrandinspekteurs. Dabei war er am 21. Juni gerade erst zum Kreisbrandmeister gewählt worden. Diese Aufgabe wird er abgeben. Aktuell bereitet sich Ingo Michel auf das Amt vor, absolviert dafür noch einen Lehrgang.


Wie wird ein Feuerwehrmann eigentlich Kreisbrandinspekteur? Eine Voraussetzung sind Führungsseminare, die an der Landesfeuerwehrschule absolviert werden müssen. Das Vorschlagsrecht für das Amt, so erklärt Dirk Schäfer, liege bei den Wehrführern der Kommunen eines Landkreises. Außerdem würden der Kreisfeuerwehrverband und der Landesbrandinspekteur um ihr Votum gebeten. Im St. Wendeler Land gehöre es zudem zum guten Ton, den Kreistag in das Prozedere  einzubinden. „Ich wurde einstimmig von den Wehrführern vorgeschlagen und auch einstimmig gewählt“, berichtet der 48-Jährige.

Für die nächsten acht Jahre fungiert er als feuerwehrtechnischer Berater des Landrats. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Feuerwehren im Landkreis untereinander zu koordinieren. Außerdem kümmert er sich um gemeindeübergreifende Themen im Bereich Brandschutz. Seine Feuertaufe hatte Dirk Schäfer quasi schon vor seiner Ernennung. Bei den schlimmen Unwettern Mitte Juni, als die Einsatzkräfte im Landkreis am Limit arbeiteten, übernahm er die Koordination. Über Gemeindegrenzen hinaus schickte er seine Kollegen in die betroffenen Gebiete.



Während seiner Amtszeit möchte sich Schäfer auf jene Feuerwehr-Themen konzentrieren, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Als Beispiel nennt er die interkommunale Zusammenarbeit. Außerdem möchte er Ideen entwickeln, wie ehrenamtliche Helfer künftig entlastet werden können. Der Posten beinhaltet auch die Aufgabe, die Feuerwehr im Landkreis und darüber hinaus zu repräsentieren.

60 Löschbezirke gibt es im St.Wendeler Land. In den zurückliegenden Jahren sei die Mitgliederzahl konstant geblieben. Im Jahr 2017 zählte die Jugendfeuerwehr 816 Nachwuchshelfer (darunter 193 Mädchen), zur Alterswehr gehörten 570 Mitglieder, 1841 Feuerwehrleute stehen zur Verfügung, um zu Einsätzen zu eilen (ebenfalls 193 Frauen). Was die Personalstärke betrifft, stehe der Landkreis saarlandweit ganz gut da. Wobei es zu beachten gelte, dass die Helfer seit 2015 erst mit 63 Jahren in die Alterswehr eintreten, davor bereits mit 60.

Neben seinem Amt als Kreisbrandinspekteur will sich Dirk Schäfer auch weiterhin um die Pressearbeit kümmern. „Es war der Wunsch der Wehrführer, dass ich Pressesprecher bleibe“, sagt Schäfer. Aktuell ist er mit den Vorbereitungen zu den Feuerwehrtagen samt Rescue Days am Bostalsee beschäftigt (siehe oben).