| 20:00 Uhr

Heimatgeschichte
Dieter Kremp schreibt über Hoof

Hoof. Schreiben ist seine große Leidenschaft: Viele Bücher hat er schon herausgebracht. Das jüngste beschäftigt sich ausführlich mit seinem Heimatdorf. Von Volker Fuchs

Es ist eine Liebeserklärung an sein Heimatdorf Hoof. Eine umfangreiche. 646 Seiten lang, eine Fleißarbeit, die der Hoofer Autor Dieter Kremp zusammengetragen hat. Vor wenigen Tagen hat er sein jüngstes Buch veröffentlicht: „Hoof wie es früher einmal war“. Der Untertitel: „Geschichte und Geschichten von Hoof und vom Ostertal“.


Bei der Entrümpelung des Speichers in der Schule in Hoof im September 1960 habe er alte Dokumente aus den vergangenen Jahrzehnten gefunden und aufgehoben, erinnert sich der 80-Jährige, der damals als junger Lehrer in Hoof eingesetzt war.

Darunter seien Schultagebücher von 1832 bis 1945 gewesen. Die Lehrer hätten  in diesen Aufzeichnungen über das schulische Leben jener Zeiten gemacht, aber auch über das dörfliche Geschehen, so Kremp. Auch andere alte Dokumente habe  er auf dem Schulspeicher gefunden, Akten aus der Gründerzeit der Vereine und kommunistische Arbeiterzeitungen. Zum Schmunzeln geeignet seien Niederschriften über alte Gemeinderatssitzungen in den Jahren 1908/1909, als Hunde noch einen Maulkorb hätten tragen müssen, das Schlittenfahren und Schneeballwerfen auf den Dorfstraßen noch verboten gewesen sei, oder als es im Dorf noch einen Stierstall gegeben habe.



Erst 57 Jahre nach dem Fund der alten Dokumente sei ihm der Gedanke gekommen, das Ganze in einem Heimatbuch zusammenzutragen, beschreibt Dieter Kremp die Entstehung des Buches. Eingeflochten in dieses „Schatzkästlein“ des Dorfes Hoof seien auch alle besonderen Ereignisse in den letzten 57 Jahren seit 1960. Das  dörfliche Geschehen, die Hoofer Heimatfeste ab 1963 und die vielen Jubiläumsfeste der Vereine und der Kirche seien „original“ in dem Buch enthalten:  Nämlich in Auszügen aus den Zeitungen in den letzten fünf Jahrzehnten, die von Dieter Kremp selbst verfasst wurden.

Kremp: „Da werden natürlich auch die Höhepunkte im Dorfgeschehen veröffentlicht, zum Beispiel,  dass die Gemeinde Hoof in den 70er Jahren  die „Perle des Ostertales“ genannt wurde, wurde sie doch mehrfach auf Bundes-, Landes- und Kreisebene mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen ausgezeichnet.“ Wer erinnert sich noch an die 100-jährige Jubiläumskirmes 1953, als Johannes Hoffmann in Hoof weilte?, fragt der 80-Jährige Buchautor. „Wer kennt noch die zehn Gebote für den Lehrer von 1872 oder die Chronik der Bauernfamilie Koch? Wer weiß noch was von der alten Glashütte in Hoof oder vom Steinkohlebergwerk?“

Aus seinem Werk will Dieter Kremp  am Dienstag, 3. Oktober, ab 15 Uhr während eines Kaffeenachmittags im Dorfladenbistro in Hoof lesen. Veranstalter ist der Verein zur Förderung der Dorfentwicklung Hoof.

Das Buch hat 646 Seiten, umfasst 245 Kapitel. Es ist im Engelsdorfer Verlag in Leipzig erschienen und kostet 29,90 Euro.