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Buch aus Kindertagen
Die Welt mit Annas Augen sehen

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Evelyn Schneider

Ob es nun an ihren roten Haaren und den Sommersprossen, ihrer klugen Sicht auf die Dinge oder dem guten Draht nach oben lag, kann ich nicht mehr sagen. Aber Anna und ich waren sofort Freunde. Ich muss etwa zehn gewesen sein, als ich das Buch „Hallo Mister Gott, hier spricht Anna“ entdeckte. Es erzählt aus dem Leben eines  Mädchens, das in einer Nebelnacht plötzlich auf Fynn trifft. So nennt sich der Autor. Es ist ein Pseudonym und seine Geschichte nicht erfunden, sondern eine Sammlung von Erinnerungen an ein außergewöhnliches Kind, das viel zu früh starb. Zwei Jahre gingen Fynn und Anna gemeinsam durch die Welt. Und mit ihrer kindlichen Ehrlichkeit und Direktheit hatte das Mädchen eine Antwort auf so manche Frage. Warum gibt es die Zeit? „Die Zeit ist dazu da, dass nicht alles auf einmal passiert, sondern schön der Reihe nach.“ Es gibt noch zwei weitere Bände „Anna schreibt an Mister Gott“ und „Anna, Mister Gott und der ungläubige Thomas“. Ich liebe sie alle, und wenn ich sie heute lese, dann mit dauerhaft feuchten Augen. Der Guardian hat recht: Es ist „ein himmlisches Buch.“