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„Die Schule muss erhalten bleiben“

St Wendel. Die Elternvertretung des Arnold-Janssen-Gymnasiums will das Auslaufen der Schule nicht hinnehmen. Und für den Erhalt der Schule kämpfen. Auch mit öffentlichen Aktionen. So laden Eltern und Schüler am Freitag um 17 Uhr zu einem Lichtermarsch in die St. Wendeler Innenstadt ein. Treffpunkt ist um 17 Uhr auf der Mott. Volker Fuchs

"Unser Ziel ist gesteckt: Die Schule muss unseren Kindern und weiteren Generationen erhalten bleiben." So steht es in einer Presseerklärung der Elternvertretung des Arnold-Janssen-Gymnasiums.

Damit reagieren die Elternvertreter um Schulelternsprecherin Martina Hoffmann-Kümmel und ihren Stellvertreter Ralf Oran auf die Ankündigung der Steyler Missionare als Träger des AJG, ab dem nächsten Schuljahr keine neuen Fünftklässler mehr aufzunehmen und die Schule auslaufen zu lassen.

"Die Eltern sind von dieser Entscheidung tief betroffen, sie schmerzt Schüler , Lehrer und Eltern gleichermaßen", heißt es in der Pressemitteilung. Das angekündigte Aus sei ein großer Verlust für die Schulgemeinschaft, aber auch für den Schulstandort St. Wendel und alle, die sich mit dem AJG verbunden fühlen.

"Wir Eltern haben zusammen mit unseren Kindern bewusst dieses Gymnasium ausgewählt, weil hier über das Schulische hinaus christliche Werte wie Toleranz, Respekt und Nächstenliebe vermittelt werden", schreibt die Elternvertretung.

Und zählt weitere Vorteile der Schule aus ihrer Sicht auf. Dem AJG sei es bis heute gelungen, seinen hohen Bildungsstandard zu halten. Dies sei vor allem den engagierten Lehrern zu verdanken, "aber auch der einzigartigen Ausstrahlung und Atmosphäre, die unsere Schule auszeichnet und die das Lernen unserer Kinder fördert." So biete das AJG als einzige weiterführende Schule im weiten Umkreis neben Englisch auch Latein als erste Fremdsprache an. Auch habe man vor drei Jahren den Ganztagsunterricht als Wahlmöglichkeit geschaffen.

Generationen von Schülern hätten hier ihr Rüstzeug für ein erfolgreiches berufliches Leben erhalten. Wörtlich heißt es: "Wir Eltern sind weiterhin von der Bildungsarbeit des AJG und dem Potenzial dieser christlichen Privatschule überzeugt."

Das Ziel, die Schule zu erhalten, könne nicht ohne tatkräftige Mithilfe und Fürsprache "von allen Seiten" erreicht werden: "Wir appellieren besonders an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Kirche, alles daran zu setzen, die Schließung der Schule zu verhindern." Und weiter: "Wir nehmen den Kampf um den Fortbestand unserer Schule auf." Zusammen mit der Schulgemeinschaft will die Elternvertretung mit Aktionen für den Erhalt werben und hofft dabei auf breite Unterstützung, auch von ehemaligen Schülern. Auftakt ist mit dem Lichtermarsch am Freitag, 27. November, 17 Uhr. Treffpunkt ist auf der Mott in St. Wendel . Die Teilnehmer werden gebeten, Kerzen und Windlichter mitzubringen.


Zum Thema:

Hintergrund1899 gründeten die Steyler Missionare auf dem so genannten Heiligen Berg das Gymnasium. Zurzeit besuchen dieses noch 413 Schüler , die von 36 Lehrern unterrichtet werden. Die Finanzierung der Privatschule macht dem Orden seit Jahren zu schaffen. Die Suche nach einem neuen Schulträger war erfolglos. Zudem gehen die Schülerzahlen zurück. Über den Beschluss, keine neuen Schüler mehr aufzunehmen und das Gymnasium auslaufen zu lassen, informierte der Orden die Schulgemeinschaft direkt nach den Herbstferien Anfang November. vf