| 20:56 Uhr

Sing City
Die Altstadt soll zur Bühne werden

Der Musiker und Musikproduzent Rolf Zuckowski  wird in St. Wendel auftreten.
Der Musiker und Musikproduzent Rolf Zuckowski wird in St. Wendel auftreten. FOTO: picture alliance / dpa / Daniel Reinhardt/dpa
St. Wendel. 120 Chöre werden zum Festival Sing City am 1. September  in St. Wendel erwartet. Rolf Zuckowski singt mit Kindern auf dem Schlossplatz. Von Melanie Mai


120 Chöre sind mit von der Partie. Und das mit insgesamt mehr als 3000 Sängern. Sie singen am Samstag, 1. September, auf elf Aktionsflächen in der St. Wendeler Altstadt. Erwartet werden damit weit mehr als 10 000 Gäste in der Stadt. Das sind die nackten Zahlen zum Chorfestival Sing City, die Bürgermeister Peter Klär (CDU) am Donnerstag im Rathaus vorstellte. Es gab aber noch mehr zu sagen zu der  Großveranstaltung.

Klär betonte, wie gut dieses Festival des Saarländischen Chorverbandes (SCV) zu St. Wendel passe: „Wir wollen nicht nur Sport-, sondern auch Kulturstadt sein.“ Schließlich gebe es sogar im Stadtentwicklungskonzept einen Teil, der sich „Die Altstadt als Bühne“ nenne. „Und die sollte man viel stärker inszenieren“, so Klär. Ganz bewusst, das betont Walter Delarber, Projektleiter des Festivals, gebe es lediglich auf dem Schlossplatz eine Hauptbühne, wo das Programm um 10.45 Uhr beginnt. Alle anderen Auftrittsorte nennt er eher Aktionsflächen. Auf große, sperrige Bühnen werde verzichten: „Wir wollen nicht das tolle Altstadt-Bild mit Bühnen verhunzen.“ Ein Tontechniker stimme diese Flächen akustisch aufeinander ab, sodass sich die Chöre auf keinen Fall in die Quere kommen sollten. Das dürfte ohnehin kein Problem sein, wie Axel Birkenbach, der Leiter der städtischen Kulturabteilung, sagt: „Denn die Chöre singen grundsätzlich ohne Beschallung.“ Vielmehr sei es gewollt, dass die Besucher „sich von einem Chor entfernen und dann schon den nächsten hören“, so Delarber.  Jeder Chor hat die Bühne für eine halbe Stunde, das eigentliche musikalische  Programm ohne Ansagen dauere dann etwa 20 Minuten. Dabei sei so ziemlich jede Stilrichtung vertreten. Mal klinge es poppig, mal klassisch, mal heiter oder besinnlich. Auch Lieder aus Musicals wie „Ich war noch niemals in New York“ oder  „Tanz der Vampire“ sind zu hören. Kinderchöre sind genauso vertreten wie Gospel-, Kirchen- oder Marinechöre. Sie kommen aus dem gesamten Saarland, wo insgesamt 400 Chöre dem SCV angehören. Aber auch aus Rheinland-Pfalz haben Chöre ihr Kommen zugesagt, unter anderem aus Idar-Oberstein, Kaiserslautern, Pfeffelbach oder Zweibrücken.



Neben Chören aus der Region wird auch ein Stargast erwartet: Um 14 Uhr tritt Rolf Zuckowski auf der Bühne am Schlossplatz auf. Der Musiker und Komponist von Kinderlieder zählt  mit knapp 14 Millionen verkauften Tonträgern zu den kommerziell erfolgreichsten Künstlern in Deutschland. Er wird eine Stunde lang gemeinsam mit dem Schulkinderchor Rundadinella der Waldorfschule Bexbach ein Mitmachprogramm für Kinder anbieten.

Los geht das Chorfestival bereits am  Tag zuvor. Am Freitag, 31. August, ab 20 Uhr können sich die Besucher mit „Carmina Burana“ von Carl Orff auf Sing City einstimmen. Mitwirkende sind unter der Leitung von Harald Bleimehl der Schulchor Cholores, die Viel-Harmonie Bliesen und der Kammerchor Landstuhl. Das Konzert in der Sport- und Kulturhalle Bliesen ist bereits ausverkauft, sagt Marianne Hurth, die Präsidentin  des Saarländischen Chorverbandes. Sie erkärt, warum 2012 die Idee für dieses Festival geboren wurde: „Wir wollten den Chorgesang aus den geschlossenen Räumen heraus zu den Menschen bringen.“ Die Chöre, so Hurth weiter, warteten schon freudig auf dieses Ereignis: „Sie genießen es, sich mal nicht um die ganze Vorabeit kümmern zu müssen. Sie kommen einfach auf die Bühne, singen und genießen die Atmosphäre.“ Und profitierten ganz nebenbei von dem Festival. Denn dank Sing City gäbe es auch Nachwuchs, der sich für den Chorgesang begeistere.

Das Ensemble Li(e)dschatten aus Illingen ist in St. Wendel mit von der Partie.
Das Ensemble Li(e)dschatten aus Illingen ist in St. Wendel mit von der Partie. FOTO: Jean M. Laffitau / jean m. laffitau