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Ausstellung
Der Titel „Polyphonie“ ist Programm

Blick in die Ausstellung „Polyphonie“ im Museum St. Wendel. Janine Kortz-Waintrop und Gudrun Emmert präsentieren hier ihre Werke.
Blick in die Ausstellung „Polyphonie“ im Museum St. Wendel. Janine Kortz-Waintrop und Gudrun Emmert präsentieren hier ihre Werke. FOTO: Peter Baus/Museum St. Wendel
St. Wendel. Noch bis zum 28. Oktober können Besucher im Museum St. Wendel die Ausstellung zweier vielversprechender Künstlerinnen ansehen. Von red

Seit Sonntag läuft die neue Ausstellung im Museum St. Wendel. Darin sind Werke von Gudrun Emmert und Janine Kortz-Waintrop zu sehen. In regelmäßigen Abständen präsentiert das Museum St. Wendel Ausstellungen, in denen die Arbeit zweier Künstler oder Künstlerinnen zusammengebracht wird. Meistens haben die Positionen auf den ersten Blick wenig miteinander gemein, jedoch gibt es durchaus Verbindendes, sei es über das Thema, das Material oder eine Geschichte im Hintergrund.


Wie Cornelieke Lagerwaard, Leiterin der Museums, in ihrer Eröffnungsrede ausführt, war der Hauptgrund, die beiden jetzigen Künstlerinnen zusammenzuführen, die Tatsache, „dass beide im weitesten Sinne verborgene Welten ans Licht bringen“.

Janine Kortz-Waintrop zeige, dass das Bild einer Gesellschaft in Wahrheit von unbewussten Prozessen gesteuert wird. Und auch Gundrun Emmert bezieht in ihren Bildern das Unterbewusstsein mit ein.



Überschrieben ist die Schau, die noch bis 28. Oktober läuft, mit dem Titel „Polyphonie“. Das bedeutet in der Musik die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der Stimmen eines Stücks. „Die beiden Stimmen hier sind ebenso gleichwertig. Sie folgen zwar unterschiedliche Rhythmen, Tonhöhen- und Tondauerverläufen, aber sie spielen letztendlich im Rahmen dieser Ausstellung ein einziges Stück“, sagt Lagerwaard.

Die gebürtige Saarländerin Janine Kortz-Waintrop zog es nach dem
Abitur nach Paris, wo sie an der École des Beaux-Arts Bildhauerei studierte.

Ihr Thema ist die „fragmentierte“ Großstadt. Die Gebäudekomplexe spiegeln die Zersplitterung der Gesellschaft. Genau wie in dieser verwinkelten Realität setzt die Künstlerin in ihren Plastiken „improvisierte“ Versatz- und Verbindungsstücke ein, um trotz allem einen Zusammenhalt zu erproben.

Die seit zehn Jahren im Saarland lebende Künstlerin Gudrun Emmert studierte Malerei an der Gesamthochschule Kassel, heute Universität Kassel. Die „vorgespiegelte“ Figuration in ihren Ölbildern und Collagen entpuppt sich auf den zweiten Blick als Auswirkung von Assoziationen, die im Kopf des Betrachters entstehen.

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Freitag, jeweils 10 Uhr bis 16.30 Uhr; Donnertag, 10 Uhr bis 18 Uhr, Samstag, 14 Uhr bis 16.30 Uhr; Sonntag/Feiertag: je 14 Uhr bis 18 Uhr