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Maximilian Linxweiler
Vom Saarland nach New York

Maximilian Linxweiler arbeitet als Assistenzarzt an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Homburg.
Maximilian Linxweiler arbeitet als Assistenzarzt an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Homburg. FOTO: tau
St. Wendel/Homburg. Der in St. Wendel aufgewachsene Uniklinik-Arzt Maximilian Linxweiler forscht ab August in den USA an Kopf-Hals-Tumoren.

Los geht es erst in ein paar Monaten, doch Maximilian Linxweiler freut sich schon jetzt. Und zwar auf New York City. Am 1. August beginnt der St. Wendeler, dort zu arbeiten. Er forscht dann an Kopf-Hals-Tumoren am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center (kurz: MSKCC), einer privaten Krebsklinik in Manhattan.


Rund ein halbes Jahr wird Linxweiler in den USA verbringen. In dieser Zeit müssen seine Kollegen im Universitätsklinikum in Homburg auf ihn verzichten. Denn eigentlich arbeitet der 31-Jährige als Assistenzarzt an der Klinik für Hals- , Nasen- und Ohrenheilkunde. Sein Schwerpunkt ist die Onkologie. Die meiste Zeit steht er am OP-Tisch. Forschung und Lehre gehören aber ebenfalls zu seinem Tätigkeitsbereich. Anfang des Jahres hat er habilitiert. Seitdem ist er in der Medizin der jüngste Privatdozent im Saarland. Und einer der jüngsten bundesweit.

Aufgewachsen ist Linxweiler in St. Wendel. 2006 hat er am Arnold-Janssen-Gymnasium sein Abitur gemacht. Nach dem Zivildienst am Missionshaus der Steyler Missionare in St. Wendel folgte 2007 das Studium der Humanmedizin an der Universität des Saarlandes. Linxweiler schätzt das Saarland, privat besonders die Herzlichkeit der Menschen und die Natur, beruflich die Netzwerkstruktur und die kurzen Wege. Trotzdem kann er sich vorstellen, irgendwann auch in einem anderen Bundesland zu arbeiten. Zu St. Wendel hat er nach wie vor einen starken Bezug. Die Familie und viele Freunde leben hier. Er selbst wohnt seit 2014 in Homburg; in einer Wohngemeinschaft mit seinem eineiigen Zwillingsbruder Johannes. Auch der ist Arzt und arbeitet an der Uniklinik in Homburg. Allerdings nicht – und hier enden die Gemeinsamkeiten – als Onkologe, sondern als Urologe. Hin und wieder passiert es, dass Patienten irritiert sind und sich beispielsweise im Fahrstuhl des Klinik-Gebäudes 6, wo die Brüder ihre Arbeitsplätze haben, denken: Ja, warum grüßt denn der Herr Doktor mich nicht? Er hat mich doch erst kürzlich operiert!

Maximilian Linxweiler startet früh in den Tag. Um 5 Uhr steht er auf. Um 7.30 Uhr, manchmal auch früher, beginnt sein Dienst. 16 Uhr ist offiziell Schluss. Jedoch kann er sich erst dann um seine Forschungs- und Lehraufgaben kümmern. Für die Wissenschaft und die Studenten bleibt nämlich innerhalb des regulären Dienstes kaum Zeit. Er sei, sagt Linxweiler, in der Regel zwölf Stunden in der Klinik. „Und zuhause geht’s mit der Arbeit weiter.“ Nebenbei studiert er noch Betriebswirtschaftslehre. Es ist ein berufsbegleitender Fernstudiengang der Universität Erlangen-Nürnberg. Linxweiler will BWL-Grundkenntnisse erwerben. Die sind wichtig für ihn, weil er in den kommenden Jahren eine leitende oder zumindest höhere Position an einer Uniklinik anstrebt.

„Meine Aufgaben bereiten mir Freude, sonst würde das alles nicht funktionieren“, sagt er, „und wenn es Spaß macht, fühlt es sich nicht wie Arbeit an.“ Dennoch sei die zeitliche Belastung manchmal eine echte Herausforderung, gesteht er. Deshalb sei Disziplin wichtig. Er muss jeden Tag durchplanen, auch das Wochenende. „Ich muss gut strukturiert sein“, sagt er. Das gelinge ihm aber recht gut. „Viele Dinge lassen sich auch delegieren.“



Ihm ist bewusst, dass er auf vieles verzichten muss. Für Freunde und Familie bleibe weniger Zeit, räumt er ein. Das bedauert er. Zugleich ist er froh über „viel Verständnis“ und eine „große Unterstützung“.

Sein Ausgleich sind seine Hobbys. Er geht oft Joggen oder ins Fitnessstudio. Zudem war er lange in Niederlinxweiler im Tischtennisverein aktiv. Ein anderes Hobby ist die Musik. Am liebsten klassische. Er besucht oft das Staatstheater in Saarbrücken und die Philharmonie in Luxemburg. Und: Er spielt gerne Klavier. Darüber hinaus reist er viel. In diesem Jahr war er schon Skifahren im schweizerischen Davos und bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea. Reisen nach Wien, Schottland und nach Paris zu den French Open sind schon geplant. Und dabei soll es nicht bleiben. „Ich will mir die Welt angucken“, sagt er.

Der Kontakt zum MSKCC kam vor rund einem halben Jahr zustande. Linxweiler hatte sich im Internet nach den bekanntesten und erfolgreichsten Arbeitsgruppen in den Vereinigten Staaten umgesehen, die an Kopf-Hals-Tumoren forschen. Dabei stieß er auf das Team von Professor Luc Morris am MSKCC. Er schrieb den Onkologen per E-Mail an und erkundigte sich nach einer Forschungstätigkeit. Morris schlug daraufhin ein Gespräch via Skype oder per Facetime, einem Chat-Dienst, vor.

Linxweiler hatte eine bessere Idee: Zu dieser Zeit war er gerade anlässlich des New York Marathons in der Stadt und fragte deshalb nach einem Treffen. Spontan verabredeten sich die beiden in einem Café und tauschten sich aus. Das Eis war schnell gebrochen, erinnert sich Linxweiler. Denn zufälligerweise war auch Morris den NYC-Marathon gelaufen. Morris zeigte ihm schließlich noch die Labore.

New York findet Linxweiler großartig. Die Stadt gefällt ihm vor allem aufgrund ihrer, wie er es nennt, „Dynamik“, „Lebhaftigkeit“ und „Internationalität“. Sie sei offen, liberal, unkonventionell. Während des Forschungsaufenthaltes will er die Zeit nutzen und die Stadt erkunden. Er plant, Ausstellungen, Konzerte und die US Open zu besuchen. Den New York Marathon will er ebenfalls wieder laufen.