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| 20:33 Uhr

Fest
Der Auftrag lautet: Menschen bilden

Seit Sommer dieses Jahres ist St. Wendels Bürgermeister Peter Klär Vorsitzender der St. Wendeler Volkshochschule.
Seit Sommer dieses Jahres ist St. Wendels Bürgermeister Peter Klär Vorsitzender der St. Wendeler Volkshochschule. FOTO: Frank Faber
St. Wendel. In St. Wendel feiert die Volkshochschule ihr 60-jähriges Bestehen und blickt auf die Herausforderungen der kommenden Zeit. Von Frank Faber

Es ist ein Bildungsauftrag, den die St. Wendeler Volkshochschule (VHS) seit 60 Jahren ernst nimmt. Den runden Geburtstag hat der Bildungsträger mit einem Empfang in der Aula des St. Wendeler Arnold-Janssen-Gymnasiums gefeiert. „Ich bin sehr froh, und dies beweisen die Zahlen der vergangenen Jahrzehnte eindrucksvoll, dass sich die St. Wendeler Volkshochschule zu einem wichtigen Baustein in der hiesigen Bildungslandschaft entwickelt hat“, betont St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU), der im Juni den Vorsitz der VHS übernommen hat.

Seit deren Bestehen haben mehr als 93 000 Hörer an rund 5500 Kursen teilgenommen und mehr als 53 000 Menschen die angebotenen Konzertveranstaltungen und Vorträge besucht. In den vergangenen Jahren habe sich die Zahl der Teilnehmer bei zirka 1500 in den durchschnittlich 130 Kursen jährlich eingependelt. „Wir haben ein gutes Niveau erreicht und das wollen wir beibehalten“, sagt Klär. Da in einem VHS-Kurs durchaus Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen werden, sei der soziale Aspekt der Einrichtung nicht zu unterschätzen. „Viele Kurse laufen jahrelang mit einer regelrechten Stammhörerschaft, was beweist, dass Lernen in einer angenehmen Gesellschaft mit Gleichgesinnten Spaß macht und verbindet“, stellt der Vorsitzende fest.

In Deutschland verbinde man Vertrauen mit der VHS, so die Saar-Ministerpräsidentin und Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV), Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). „Früher waren es Sprachkurse, die die Arbeit der VHS geprägt haben. Die Arbeit hat sich verändert, mittlerweile bietet die VHS auch Bildung per App an“, erklärt Kramp-Karrenbauer. Die größte Herausforderung sei künftig, so die DVV-Präsidentin, wie Weiterbildung zu gestalten ist in Zeiten, in denen alles digitalisiert wird. Gerade, wenn es um die Medienkompetenz geht, zeigt der Einsatz der App, dass sich die VHS beim raschen Wandel in den Bereichen Computer und Internet nicht abhängen lassen will. „Menschen zu bilden ist das, was die VHS antreibt. Das größte Pfund sind die Lehrkräfte, die sich Bildung zur Leidenschaft gemacht haben“, lobt Kramp-Karrenbauer. Nach wie vor sei das Engagement auch das größte Kapital der VHS in St. Wendel. „Und deshalb muss uns um deren Zukunft nicht bange sein“, meint die Präsidentin des Verbandes der Volkshochschulen des Saarlandes (VVS), Doris Pack. Für sie ist für die Zukunft ganz wichtig: „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Frankreich und Luxemburg in der Medienerziehung müssen wir noch stärker ins Auge fassen“. Des Weiteren sei die Bezahlung der Lehrkräfte nicht adäquat. „Das müssen wir verbessern“, fordert die Saar-VHS-Präsidentin. Denn man müsse dabei immer beachten, dass die VHS in Konkurrenz zu anderen Bildungsträgern stehen würde, die mit Angeboten ihr Geld verdienen wollen. Mit ihren 40 Dozenten, die nebenberuflich für die St. Wendeler VHS tätig sind, kann sie auf ein qualifiziertes Team zurückgreifen, das ein breites Kursangebot umsetzt. Die Feierstunde zum 60. Geburtstag des Bildungsträgers haben Katharina Lermen und Eva Gillen musikalisch begleitet.

Ein Blick auf die Geschichte der Einrichtung: Die St. Wendeler Volkshochschule (VHS) wurde 1957 als eingetragener Verein gegründet und der damalige St. Wendeler Bürgermeister Franz Josef Gräff zum Vorsitzenden gewählt. Er hatte das Amt bis 1990 inne. Sein Nachfolger wurde der jetzige Saar-Innenminister Klaus Bouillon, der bei der Mitgliederversammlung in diesem Jahr auf eine weitere Kandidatur verzichtete und Bürgermeister Peter Klär übernahm den Vorsitz der Erwachsenenbildungseinrichtung.

Der Jahresumsatz der VHS beläuft sich derzeit auf rund 160 000 Euro. Durch Zuschüsse von Stadt und Land wird es ermöglicht, dass die VHS dem gesetzlichen Auftrag, jedem die Möglichkeit zur Weiterbildung zu bieten, nachkommen und die Kursgebühren entsprechend moderat gestalten kann. Seit 2015 ist die VHS auch ein anerkanntes Grundbildungszentrum im Projekt des Grundbildungspaktes Saar.

In Kooperation mit der Arbeitsmarktinitiative Stadt St. Wendel im ASB finden Menschen, die zwar mündlich die deutsche Sprache beherrschen, die aber nicht ausreichend Deutsch lesen und schreiben können oder Probleme mit einfachen Rechenaufgaben haben, hier die Möglichkeit, entsprechende Kenntnisse zu erwerben oder zu vertiefen.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer lobte die Arbeit der St. Wendeler Volkshochschule.
Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer lobte die Arbeit der St. Wendeler Volkshochschule. FOTO: Frank Faber