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„Das ist ein Kompliment für unsere Arbeit“

St Wendel. Drei Direktwahlen, drei Mal gewinnt der CDU-Kandidat. Die Christdemokraten hatten am Sonntagabend Grund zur Freude. Zufrieden mit ihrem Wahlkampf ist aber auch die SPD. Man habe sich gut geschlagen. Volker Fuchs

Jubelgesänge, rhythmisches Klatschen, ausgelassene Stimmung: Die Christdemokraten aus dem Landkreis und der Stadt feierten am Sonntagabend im Kulturzentrum Alsfassen den Sieg von Udo Recktenwald und Peter Klär. Die Reden von Recktenwald, Klär, CDU-Kreisvorsitzendem Andreas Veit und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer kommentierten die Besucher in Alsfassen immer wieder lautstark mit Applaus.

"Mit so einem grandiosen Erfolg hatte ich nicht gerechnet", sagt der alte und neue Landrat Udo Recktenwald im SZ-Gespräch. 72,9 Prozent, das ist nicht nur landesweit spitze, bundesweit sei dies das 20. beste Ergebnis. Recktenwald spricht von einem tollen Gefühl, dass der Wähler das Engagement und den Einsatz belohnt habe: "Das ist ein Kompliment der Wähler für unsere Arbeit." Die in den kommenden Jahren nicht einfacher wird. Der demografische Wandel sowie der Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit sind zwei wichtige Projekte, die anstehen. Recktenwald: "Das sind Herausforderungen, die wir annehmen müssen." Er sei zuversichtlich, dass dies gelingen werde. Die CDU habe einen guten Wahlkampf geführt. Den ersten unter der Regie des neuen Kreisvorsitzenden Andreas Veit . Hans Ley als Ex-Vorsitzender habe aber im Hintergrund immer mitgeholfen, viele Tipps gegeben. Recktenwald: "Das war ein nahtloser Übergang."

Das sieht Andreas Veit genauso. Mit den drei Wahlsiegen sei die CDU weiter die bestimmende Kraft im St. Wendeler Land. Veit: "Das ist auch die Bestätigung der Arbeit der CDU ." Wobei bei den Direktwahlen auch immer die Kandidaten eine große Rolle spielen. Der CDU-Kreisvorsitzende: "Wir hatten die besseren." Mit diesem Wahlergebnis im Rücken gehe man jetzt motiviert an die Arbeit, um die Zukunft der Region zu gestalten.

Zufrieden mit dem Wahlkampf seiner Partei ist auch der SPD-Kreisvorsitzende Magnus Jung : "Wir haben uns gut verkauft, haben keinen Grund, Trübsal zu blasen". Die Stimmung auf den Wahlpartys seiner Partei in St. Wendel und Oberthal sei okay gewesen. Enttäuschung, wenn Wünsche und Hoffnungen nicht erfüllt werden, gehöre dazu. "In St. Wendel haben wir bei der Bürgermeisterwahl einen Schritt nach vorne gemacht, deutlich besser abgeschnitten als in der Vergangenheit", so Jung. Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Oberthal sei eigentlich sensationell, wenn man bedenke, dass der SPD-Kandidat wegen Krankheit über Wochen keinen Wahlkampf habe machen können. Jung: "Von einem Amtsbonus des Bürgermeisters kann man hier nicht sprechen." Unter anderen Umständen wäre die Wahl hier wohl anders ausgegangen, meint der Sozialdemokrat. Zu seiner Kandidatur als Landrat sagt Jung: "Es wäre schön gewesen, wenn ich die 30 Prozent erreicht hätte." Beim Thema interkommunale Zusammenarbeit sei jetzt Recktenwald am Zug. Jung: "Ich bin gespannt auf die Vorschläge."

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Udo Recktenwald , CDU , gegen Magnus Jung , SPD . Diesen Zweikampf um das Amt des Landrates hat es am Sonntag zum zweiten Mal gegeben. Schon 2007 kandidierten Recktenwald und Jung gegeneinander. Damals ging auch Kristin Günther für die Grünen ins Rennen. Das Ergebnis 2007: 18 678 Stimmen für Recktenwald (52,4 Prozent), 13 745 für Jung (38,6 Prozent), 3196 für Günther (9 Prozent). Der Vorsprung von Udo Recktenwald gegenüber Magnus Jung betrug 4933 Stimmen. Diesen Vorsprung hat Recktenwald bei seiner zweiten Kandidatur deutlich ausgebaut.

Am Sonntag stimmten 27 348 Bürger für den Christdemokraten, das sind 72,9 Prozent, 10 153 für Jung, das sind 27,1 Prozent. Im Vergleich zu 2007 votierten deutlich mehr Wähler für Recktenwald, plus 8670, aber weniger für Jung, minus 3592.

Positiv entwickelt hat sich im Vergleich beider Landratswahlen die Wahlbeteiligung. 2007 stimmten 36 658 Wähler ab (47,8 Prozent), 2015 waren es 38 315 (51,1 Prozent), also 1657 mehr. Und das trotz zurückgehender Bevölkerung. 2007 waren nämlich noch 76 727 Bürger wahlberechtigt, 2015 waren es 74 999.

Bei der jüngsten Wahl hat der amtierende Landrat in allen acht Kommunen die Mehrheit der Stimmen bekommen, 2007 war dies in sechs Kommunen der Fall. In Nonnweiler und Nohfelden hatte sein Mitbewerber Jung die Nase vorn.