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Das Gotteslob im Fokus

St Wendel. Das älteste Exemplar bei der Osterbuchausstellung der Bücherei der Pfarrei St. Wendelin im Cusanushaus war das „Himmlische Jerusalem“ von 1768, das von einem Gemeindemitglied aus Niederlinxweiler zur Verfügung gestellt wurde. Ebenso der „Marianische Liliengarten“, ein Buch mit Gebeten zur Gottesmutter von 1786. red

Die Geschichte und Entwicklung des Gesangbuches ist eng verknüpft mit der Geschichte des Kirchenliedes. Seit dem Mittelalter gibt es in der Kirche Bücher mit liturgischen Gesängen. Sie enthalten lateinische Gesänge des gregorianischen Chorals und sind im Allgemeinen nicht für den Gemeindegesang geeignet.

Erst in der vorreformatorischen Zeit wurden Gemeindegesangbücher zusammengestellt. Das älteste wohlbekannte Buch dieser Art wurde in tschechischer Sprache 1501 in Prag gedruckt. Geschichte geschrieben hat Martin Luther mit seinem 1524 erschienenen Geistlichen Chorgesangbüchlein, ein vierstimmiges Gesangbuch mit Tenorliedern. Dem setzte der Jesuitenpater Friedrich Graf Spee zu Langefeld in Trier seine Trutznachtigall entgegen. Erst mit der Ende des 19. Jahrhunderts einsetzenden Liturgischen Bewegung fanden muttersprachliche Gesänge Eingang in die Liturgie der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum.

1947 erarbeiteten Fachleute unter Vorsitz des Trierer Bischofs Franz Rudolf Bornewasser eine Liste von 74 "Einheitslieder", die im Einheitsgesangbuch erschienen. Seit 1975 gibt es in Deutschland, Österreich, Südtirol, Luxemburg und dem deutschsprachigen Teil Belgiens das Gotteslob, das später durch Diözesananhänge ergänzt wurde. Ab 2002 wurde ein neu erstelltes Gotteslob erarbeitet, das den vorläufigen Titel "Gemeinsamen Gebet- und Gesangbuch" trug. Seit Advent 2013 ist das neue "Gotteslob" im gottesdienstlichen Gebrauch. Das Gotteslob ist auch Thema des Bezirkseinkehrtages der Kolpingfamilien am Samstag, 21. März, 14 Uhr, im Cusanushaus, der mit einer Vorabendmesse in der Basilika endet. Teilnahme ist kostenfrei.