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Zeitung macht Schule
Das alltägliche Leben mit der Lebenshilfe

St. Wendel. Einblicke in die Welt einer Pflegebedürftigen.

Es ist 6.30 Uhr bei der Lebenshilfe St. Wendel. Die Betreuerin Alice B. (Namen geändert und der Red. bekannt) klopft an die Tür von Maria V.: „Guten Morgen!“. Mit diesen Worten weckt Alice immer die Pflegebedürftigen. Jetzt hilft sie Maria beim Aufstehen, Waschen und Umziehen. Nach dem leckeren Frühstück wird Olaf R. zur Betreuung gebracht, und Maria geht zur Arbeit in der WZB (Behindertenwerkstatt). Hier bastelt Maria Ketten. „Ich kann in der WZB die Ketten auch verpacken oder schweißen“, sagt sie stolz nach der Arbeit. Um 16:30 Uhr ist ihr Arbeitstag zu Ende.


Im Wohnheim der Lebenshilfe angekommen, warten schon Kaffee und Kuchen auf sie. Während Maria ein Stück köstlichen Schokoladenkuchen isst, spielt Olaf im Spielraum. Dort spielen auch andere mit Stofftieren oder schauen sich Bilderbücher an. „Wenn ich allein sein will, kann ich auch in mein Zimmer gehen und dort fernsehen und Musik hören“, erklärt Maria. Nach dem Abendessen hilft Alice Maria dabei, sich umzuziehen und zu Bett zu gehen.

Am Wochenende, wenn Maria nicht arbeiten muss, kann sie ausschlafen und nachmittags mit den Betreuern einen Kuchen backen. Bei schönem Wetter werden auch Ausflüge gemacht, beispielsweise an den Bostalsee oder in die Stadt. Viele werden an den freien Tagen auch von Verwandten abgeholt. Diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, an Feiertagen zur Familie zu fahren, feiern mit den Betreuern im Wohnheim. So werden an Ostern für jeden Ostereier versteckt, und an Weihnachten bekommen sie Besuch vom „Weihnachtsmann“.