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Damit Krankheit nicht zum Kreuz wird

Die entzündlich-rheumatische Erkrankung Morbus Bechterew kann bis zur Versteifung der Wirbelsäule führen. Foto:dpa
Die entzündlich-rheumatische Erkrankung Morbus Bechterew kann bis zur Versteifung der Wirbelsäule führen. Foto:dpa
St Wendel. Zum vierten Mal organisiert der Landkreis St. Wendel den Selbsthilfetag. Am Samstag, 3. September, sind von 10 bis 15 Uhr Selbsthilfegruppen auf dem St. Wendeler Schlossplatz vertreten. Im Vorfeld des Aktionstages stellt die Saarbrücker Zeitung einige der Gruppen vor. Jennifer Sick

Rund ein halbes Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Mitteleuropa erkrankt an Morbus Bechterew. Es ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die zur Versteifung der Wirbelsäule führen kann. Sie verläuft in Schüben und individuell unterschiedlich. Bei starker Krankheitsaktivität leiden die Betroffenen an Schmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber. Der gesamte Alltag muss dann dem Befinden und der eingeschränkten Bewegung angepasst werden. Eine belastende Situation für die Betroffenen und auch für ihre Angehörigen.


Aus diesem Grund hat die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew, Landesverband Saar, in St. Wendel eine Therapiegruppe ins Leben gerufen. Jeden Donnerstag, jeweils von 18 bis 19 Uhr, treffen sich die Mitglieder im physiotherapeutischen Rehazentrum Jens Nederlof in Bliesen, um dort gemeinsam mit einer geschulten Therapeutin zu trainieren. "Wer rastet, der rostet", erklärt hierzu Angelika Schmidt vom Landesverband Saar. Dieser Spruch habe gerade bei Morbus Bechterew eine besondere Bedeutung, denn Bewegung sei eine wichtige Basistherapie. Doch bei den Treffen geht es nicht nur um den Sport alleine. "Während der Gymnastik wird über Probleme, aber auch über Privates geredet und vor allem auch gelacht", so Schmidt. Das Motto "Lebensfreude " wird in der Selbsthilfegruppe groß geschrieben. "Wir sind kein Verein, bei dem sich die Mitglieder gegenseitig bemitleiden."

Zusätzlich zu der Gymnastik treffen sich die 22 Mitglieder der Gruppe einmal im Monat auch zum Erfahrungsaustausch und gemütlichen Beisammensein. Außerdem veranstaltet der Verband jedes Jahr einen Familientag und eine Weihnachtsfeier, bei der dann auch die Angehörigen dabei sind.

Die Hilfe, die den Mitgliedern geboten wird, geht aber weit über die Therapiegruppe hinaus. Die Mitglieder der Gruppe gehören dem Landesverband und dem Bundesverband an. Diese beiden Gremien haben eine wichtige Funktion für alle Betroffenen. Der Landesverband organisiert beispielsweise Informationsveranstaltungen sowie Therapeutenfortbildungen. Vom Bundesverband erhalten die Mitglieder Beratung bei medizinischen und sozialrechtlichen Problemen sowie vierteljährlich das Journal mit neusten Forschungsergebnissen.

Wer sich für die Gruppe Morbus Bechterew interessiert, kann unangemeldet zur Therapiestunde kommen. Außerdem wird die Gruppe sich beim Selbsthilfetag am Samstag, 3. September, auf dem Schlossplatz vorstellen. "Wir wollen dann auf unsere Vereinigung aufmerksam machen, die Angebote vorstellen und für unsere Gruppe werben", erklärt Angelika Schmidt.



Zum Thema:

Auf einen Blick Im Zwei-Jahres-Rhythmus veranstaltet der Landkreis St. Wendel den Selbsthilfetag. So auch am Samstag, 3. September, 10 bis 15 Uhr. Unter dem Motto "In der Selbsthilfegruppe Lebensfreude teilen" präsentieren sich 20 Gruppen aus der Region auf dem St. Wendeler Schlossplatz. Neben Informationen gibt's auch Mitmachangebote wie Bewegungsspiele, einen Sinnesparcours oder einen Stimmungstest. Wie ein Betrunkener seine Umgebung wahrnimmt, soll die Rauschbrille simulieren. red