| 20:30 Uhr

Weichenstellung
Damit die Stiftung Hospital weiter wachsen kann

Blick auf die verschiedenen Gebäude der Stiftung Hospital in St: Wendel. Ihre Bereiche: Kinder-, Jugend- und Altenhilfe.
Blick auf die verschiedenen Gebäude der Stiftung Hospital in St: Wendel. Ihre Bereiche: Kinder-, Jugend- und Altenhilfe. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Kuratorium der 1455 gegründeten Stiftung holt den Franziskanerorden vom Heiligen Kreuz mit ins Boot. Dieser führt 30 Einrichtungen im Bereich der Altenhilfe. Von Evelyn Schneider

Hat sich ein Unternehmen über viele Jahre erfolgreich etabliert, stellt sich irgendwann die Frage: Möchte es den Status halten oder weiter expandieren? Was die Stiftung Hospital St. Wendel betrifft, so hat sich deren Kuratorium für Letzteres entschieden. „Stehen bleiben, wäre der falsche Weg“, verdeutlicht Bürgermeister Peter Klär (CDU), der als Rathauschef automatisch Vorsitzender des Kuratoriums ist.


1455 wurde die Stiftung gegründet. Damit sei sie die älteste im Saarland und eine der ältesten in ganz Deutschland, erläutert Pastor Klaus Leist. Als Oberhaupt der Kirchengemeinde St. Wendelin gehört er ebenfalls verpflichtend dem Kuratorium an. Damit spiegelt sich noch heute die Verankerung der Stiftung in Stadt und Kirche wider. Sie besteht aus drei Säulen: Kinder-, Jugend- und Altenhilfe.

Neben der langen Tradition hat sich die Stiftung Hospital gerade in der jüngsten Vergangenheit stark entwickelt. „In den zurückliegenden 20 Jahren ist sie rasant gewachsen. Zum einen was die Zahl der Mitarbeiter betrifft, zum anderen auch in Bezug auf die Bilanzen“, präzisiert Peter Klär. Während Ende der 1980er-Jahre 250 Mitarbeiter zum Stiftungs-Team gehörten, sind es heute 980. Die Bilanzsumme liegt aktuell bei fast 40 Millionen Euro.

Es sei nun an der Zeit gewesen, sich Gedanken zu machen: Wie geht es weiter? Um diese Frage beantworten zu können, wurde 2017 ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses empfahl, die Organisationsstrukturen zu prüfen und sich für ein weiteres Wachsen des Unternehmens zu rüsten. Damit dies gelingen kann, hat sich die Stiftung nach „einem professionellen Partner mit ähnlichen Strukturen“, wie Klär es formuliert, umgeschaut. Und diesen in den Franziskanerbrüdern vom Heiligen Kreuz gefunden. Der 1862 gegründete Orden hat seinen Sitz in Hausen/Wied (Rheinland-Pfalz). Leist spricht von einem erfolgreichen Unternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Alten- und Behindertenhilfe. Letzteres zählt nicht zu den Aufgaben der Stiftung Hospital. Umsomehr aber das Thema Altenhilfe. 350 Betten stehen älteren Menschen bereits heute in St. Wendel selbst und an weiteren Standorten im Landkreis zur Verfügung. Auch gibt es einen speziellen Intensiv-Bereich mit Patienten im Wachkoma. Die Stiftung sei schon immer innovativ gewesen, sagt Leist. Darauf aufbauend, soll sie „gesund weiter wachsen“.

30 Häuser in den Bereichen Alten- und Behindertenhilfe betreiben die Franziskanerbrüder, beschäftigen mehr als 2000 Mitarbeiter. Von den Erfahrungen des Unternehmens möchte die St. Wendeler Stiftung profitieren. Wie Peter Klär erläutert, ging es zunächst um Beratung. Seit vergangenem September habe es regelmäßigen Austausch mit dem Vorstand des Ordens gegeben. In einem zweiten Schritt soll die Zusammenarbeit enger verzahnt werden und schließlich in einer gemeinsamen Gesellschaft münden. Im kommenden Jahr soll es so weit sein.



Über diese Veränderungen sind die Mitarbeiter der Stiftung Hospital am Donnerstag bei zwei Versammlungen informiert worden. Dabei lernten sie unter anderen den Vorstandsvorsitzenden der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz, Bruder Bonifatius, kennen. Auch mit neuem Partner – Stiftung und Kuratorium bleiben unverändert bestehen. Ebenso das Team. „Wir brauchen unsere Mitarbeiter“, betont Leist. Der St. Wendeler Pastor kennt die Fanziskanerbrüder schon länger. Als Kaplan war er in Waldbreitbach eingesetzt, dem Nachbarort von Hausen. Der Orden passe nicht nur wegen seiner Erfahrungen in der Altenhilfe zur St. Wendeler Stiftung. Vor allem liege beiden Unternehmen ein christliches Menschenbild zu Grunde. Den Menschen Nähe schenken, ihnen helfen, ihre Würde wahren – diese Formulierungen und Begriffe finden sich in den Leitbildern beider Institutionen.

St. Wendels 
Bürgermeister Peter Klär.
St. Wendels Bürgermeister Peter Klär. FOTO: Thorsten Grim
Pastor Klaus Leist.
Pastor Klaus Leist. FOTO: Rita Schröder