| 00:00 Uhr

Boulevardkomödie sorgt für Lacher

Die Werschweiler Theaterfreunde spielen eine Szene aus der Komödie „Liebling es ist angerichtet“. Foto: Frank Faber
Die Werschweiler Theaterfreunde spielen eine Szene aus der Komödie „Liebling es ist angerichtet“. Foto: Frank Faber FOTO: Frank Faber
Werschweiler. Ein irres Chaos im Freudenhaus sorgte für ein pures Vergnügen im Gemeindehaus. Die Werschweiler Theaterfreunde präsentierten in drei ausverkauften Vorstellungen eine köstliche Rotlichtmilieu-Komödie. Frank Faber

Wer beim Titel der Komödie "Liebling es ist angerichtet" ein romantisches Dinner bei Kerzenschein erwartet, der ist schief gewickelt. Denn in der "Pension zur siebten Glückseligkeit", dem Schauplatz der Rotlicht-Geschichte, werden normalerweise die erotischen Gelüste befriedigt.

Zwei fleißige Freudenmädchen gehen in dem Etablissement ihrer täglichen Arbeit im horizontalen Gewerbe nach. Die Theaterfreunde Werschweiler ahnen vorneweg, dass die männlichen Besucher bei dem anrüchigen Bühnenhappen sicherlich auf den Geschmack kommen würden, und verteilen vorsorglich an sie eine Großpackung Kondome. "Vorsicht, bitte das kleine Geschenk nicht mehr benutzen. Das Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen und die Theaterfreunde kommen für die Spätfolgen einer Benutzung nicht auf", sorgt Vereinschef Walter Faak für lange Gesichter beim männlichen Geschlecht. Die Verhütungsmittel müssen auch die Liebesdienerinnen Nadia Polanska (Silvia Faak-Jost) und Lilly Obermaier (Tatjana Bräutigam) schnell verschwinden lassen.

Der Extremfall ist eingetreten. Denn nach dem Tod ihrer Tante und Besitzerin glaubt Julia Sanders (Christine Mayer), eine ganz normale Pension geerbt zu haben. Sie ahnt angeblich (noch) nicht, dass es sich um ein Freudenhaus handeln könnte. Als der Inspektionsbesuch der Erbin bevorsteht, brechen bange Stunden im Etablissement an und das Publikum kringelt sich fast vor Lachen. "Aus dem Puff müssen wir ein ehrenwertes Haus machen", bibbern die Damen um die Existenz. Keinesfalls wollen sie künftig auf dem Straßenstrich jobben.

Deshalb schlüpft die Zunft aus dem Rotlicht-Milieu in bürgerliche Klamotten. Jo Beutel (Jörg Beutel) etwa kommt in Frauenkleidern und als eher unbedarfte Bewohnerin Josefine daher. Haus-Maskottchen Bobbo (Jan Bremges) gerät sofort mit Julias durchtriebenen Verlobten Horatio Schmölzer (Mike Recktenwald), einem angeblichen Theologiestudenten, aneinander.

Schmölzer ist völlig blank und will mit dem Verkauf des Hauses seine Spielschulden begleichen. Durch einen Rohrbruch gerät das Geschehen ganz aus den Fugen. Stammfreier Gottfried "Hubsi" Knittel (Jörg Stoll) und dessen Sohn Julius (Florian Klein) wie die neugierige Putzfrau Herta Popp (Silvia Schmidt) tauchen zu allem Überfluss noch in dem Irrenhaus auf.

Erbin Julia, die bei der Sitte arbeitet, hat längst die Lage im Griff und zu guter Letzt übernimmt Schmölzer den lukrativen Posten des Zuhälters.

Die Boulevardkomödie von Uschi Schilling war gespickt mit höchst amüsanten, und genregemäß anzüglichen, aber mit lustigen Szenen. Für deren klasse Umsetzung haben die begeisterten Zuschauer die Laiendarsteller mit lang anhaltendem Beifall gefeiert.



Zum Thema:

Auf einen BlickDie Komödie "Liebling es ist angerichtet", in drei Akten von Uschi Schilling. Es wirkten mit: Julia Sanders (Christine Mayer), Horatio Schmölzer (Mike Recktenwald), Nadia Polanska (Silvia Faak-Jost), Lilly Obermeier (Tatjana Bräutigam), Jo Beutel/Josefine Beutel (Jörg Schmidt), Ernst-Georg Krause "Bobbo" (Jan Bremges), Gottlieb Knittel "Hubsi" (Jörg Stoll), Julian Knittel (Florian Klein), Herta Popp (Sylvia Schmidt), Mundartfassung, Klaus Zimmer, Textbuch, Doris Zimmer, Technik, Klaus Engelberth, Eugen Wolff, Bühne, Vorstand Theaterverein, Doris Groß,, Maske, Angelika Bolley, Dagmar Cullmann, Susi Stoll, Souffleuse, Elfi Linxweiler, Regie, Liesel Rietz. frf