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Zeitung macht Schule
Bodycams schrecken Straftäter ab

Ein Beamter der Bundespolizei zeigt am 04.04.2016 im Ostbahnhof in Berlin eine Bodycam zur Videoüberwachung.
Ein Beamter der Bundespolizei zeigt am 04.04.2016 im Ostbahnhof in Berlin eine Bodycam zur Videoüberwachung. FOTO: dpa / Kay Nietfeld
St. Wendel. Der Einsatz von Körperkameras dient vor allem der Beweissicherung.

Schon seit 2005 werden Körperkameras in Großbritannien verwendet, und auch in den USA werden sie schon seit längerer Zeit genutzt. Bodycams bei Polizisten dienen der Beweissicherung bei Straftaten, wenn beispielsweise ein Polizist beleidigt oder körperlich angegriffen wird und es keine Zeugen gibt. Dann hilft die Bodycam, um die Aussage des Polizisten zu bestätigen oder gegebenenfalls die Unschuld des Angeklagten zu beweisen. Außerdem soll die Kamera vor Gewalttaten gegen Polizisten abschrecken. Dieses Konzept zeigt Erfolg. Das erzählte Klaus-Peter Mannbar vom Ordnungsamt St. Wendel.


Die Straftaten gegen Polizisten sind, seit die Körperkameras getestet werden, um circa 20 Prozent gesunken. Die Bodycams dürfen im Saarland jedoch nicht in Privatwohnungen eingesetzt werden. Die Kosten dieser Kameras belaufen sich auf jeweils rund 300 bis 600 Euro. Da allein die Präsenz der Körperkameras abschreckt, werden sie gut sichtbar getragen. Unbrauchbares Material wird jedoch automatisch innerhalb von 24 Stunden gelöscht.

Die Kamera soll gegen Gewalttätigkeiten in Kontrollsituationen schützen und als Informationsquelle für die Polizisten dienen, wenn zum Beispiel bei einer Kontrolle im
Straßenverkehr die kontrollierte Person aggressiv und handgreiflich
wird. Außerdem dient die Bodycam dem Gericht als Beweismaterial. Sie kann mit oder ohne Ton aufzeichnen und ist durchaus von anderen Perspektiven und Positionen einsetzbar, wie zum Beispiel Brust oder Schulter. Des weiteren sieht man sofort an einem Lichtzeichen, dass die Bodycams aufzeichnen.



In Deutschland werden die Körperkameras vor allem an den Bahnhöfen der Großstädte getestet, dazu gehören zum Beispiel der
Berliner Ost- und Hauptbahnhof und die Hauptbahnhöfe in Köln, Düsseldorf, Hamburg und Hannover. In Hamburg und Hannover werden die Körperkameras jedoch freiwillig von den Polizisten getestet. Im Saarland werden die Kameras bis jetzt ausschließlich in Saarbrücken genutzt.