| 20:59 Uhr

St. Wendel
Blaue Flecken als Tattoo-Ersatz

Die St. Wendelerin Elena Bartz (rechts) macht sich lang, um an den Ball zu kommen. Floorball stammt vom Hockey ab, gespielt wird meist in gemischten Teams.
Die St. Wendelerin Elena Bartz (rechts) macht sich lang, um an den Ball zu kommen. Floorball stammt vom Hockey ab, gespielt wird meist in gemischten Teams. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Vorhang auf für eine neue Sportart: Im St. Wendeler Sportzentrum fand dieser Tage das erste Floorball-Turnier statt. Gastgeber Pitballs wurde Dritter. Von Frank Faber

Offensivspielerin Elena Bartz von den St. Wendeler Black Pitballs ist bereit. Seit einem Jahr spielt sie Floorball. „Vorher habe ich noch keine Ballsportart betrieben, ich voltigiere noch“, sagte sie kurz vor dem 15-minütigen Match gegen die Mannschaft Floorball Mainz II.


Im St. Wendeler Sportzentrum ging dieser Tage das erste Floorball-Turnier mit sechs Teams über die Bühne – dabei wurde die Kleinfeldvariante gespielt. Gemeinsam mit ihren Mitspielern Eva Bernhard und Christian Landau jagte Bartz mit einem Karbonschläger einem 7,2 Zentimeter großen, durchlöcherten Hartplastikball hinterher, um ihn in einem Tor Marke Eishockeyformat unterzubringen. Die Trendsportart Floorball ähnelt dem Eishockey ohne Eisfläche und gilt laut Pitballs-Trainer Christian Landau als die schnellste Ballsportart der Welt.

Gleich der erste Schlagschuss des Teams aus der Kreisstadt rauschte ins Netz, Offensiv-Akteurin Bernhard schlenzte kurz später das Bällchen mit der Kelle zum 2:0 ins lange Eck. „Wir spielen in einem Dreieck zusammen, dabei kommt es oft auf die richtigen Laufwege an“, erklärte Bartz.



Die Dynamik und Intensität auf der Spielfläche ist hoch, nach kurzer Zeit wurde blockweise wie beim Eishockey gewechselt. Nur der auf Knien vor seinem kleinen Kasten rutschende Torhüter Manuel Vogt blieb weiter auf dem Feld. Mit mehr als 100 Stundenkilometer flog ihm der Kunststoffball um die Ohren. „Bei Körpertreffern durch die Schlagschüsse gibt es blaue Flecke, auch mal Blutergüsse – wie ein Tattoo“, sagt Vogt. Ständig bewegt er seinen Körper in die Schussrichtung des Balles und reißt dann blitzschnell die Hände nach oben. „Ich arbeite nur mit Reflexen und versuche, mit der Körperfläche das Tor zuzumachen“, erklärt Vogt.

Und das klappte vor allem gegen Kaiserslautern klasse: hinten hielt er seinen Kasten sauber und vorne rappelte es. Ein Schlagschuss von Landau flog zum 6:0 ins Tor, der darauffolgende Rückhandschuss rasierte noch das Quergestänge. Die Black Pitballs gewannen 7:0, blieben aber später erwartungsgemäß gegen den amtierenden Saar-Pfalzmeister und Regionalligisten Floorball Mainz I chancenlos. „Wir wollen lernen, deshalb wollten wir beim Turnier auch gegen die besten Mannschaften spielen“, erklärt Trainer Landau.

Vor gut einem Jahr hatte der Sportlehrer den Schülern an der St. Wendeler Erzieherakademie im Wahlpflichtkurs die Sportart Floorball vorgestellt. Einige sind dabeigeblieben. „Noch gibt es nur wenige Mannschaften im Saarland, Ziel ist es, eine Liga zu gründen“, sagte Landau. Für das Turnier hatten die Mainzer ihre eigene Kunststoffbande mitbringen müssen. Die Black Pitballs bejubelten am Ende den dritten Rang. Kurz vor Schluss machte Bernhard mit ihrem 1:0-Siegtreffer über die Uni Saarbrücken die gute Platzierung perfekt. Das zweite Team aus St. Wendel, die Red Pitballs, landete auf dem sechsten und letzten Platz. „Das Turnier wollen wir künftig alljährlich veranstalten“, kündigte Landau an.

Wer beim Floorball einmal vorbeischauen möchte, kann sich bei Trainer Landau melden. Kontakt: E-Mail: sport0377@googlemail.com