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Fußball-Bezirksliga
Aufbruchstimmung in St. Wendel

St. Wendel. Es läuft beim FC Blau-Weiß St. Wendel. Vor dem Heimspiel an diesem Sonntag, 15 Uhr, gegen den SC Alsweiler sind die Fußballer Tabellenführer der Bezirksliga. Von Philipp Semmler

„Es macht derzeit richtig Spaß, auf den Sportplatz zu gehen“, erklärt Stefan Schön. Der 29-Jährige, der den Club zusammen mit Heino Schmidt trainiert, bezieht diese Aussage nicht nur auf die sportliche Lage. Denn nachdem sich der FC St. Wendel und der SV Blau-Weiß St. Wendel im Juli zum FC Blau-Weiß zusammenschlossen, hat Schön eine Aufbruchstimmung ausgemacht: „Dadurch ist der gesamte Verein näher zusammengerückt. Es gibt im Moment viele Leute, die sich engagieren.“


Dass der FC derzeit ganz oben steht, kommt dennoch etwas überraschend: Denn mit Torschützenkönig Steffen Lenhardt (44 Treffer), Alexander Wegel und Christopher Zeyer verließen im Sommer drei Leistungsträger den Club. Zudem hatte der frühere Co-Trainer Daniel Jung schon im Laufe der Rückrunde sein Engagement als Spieler beendet. Doch auch ohne spektakuläre Neuzugänge scheint der FC Blau-Weiß diese Verluste kompensieren zu können. Dafür sorgen junge Spieler wie die Brüder Conrad und Simon Bäumchen und Mathis Zeyer. Aber auch erfahrene Akteure wie der neue Kapitän Thorsten Elicker blühen auf. „Er spielt bislang die Saison seines Lebens“, schwärmt Schön über den Spielmacher.

Der Übungsleiter hat noch einen weiteren Grund für den Aufschwung ausgemacht: „Wir haben ein wenig das System umgestellt, um die Last auf mehrere Schultern zu verteilen“, erklärt Schön. In den vergangenen Jahren stürmte St. Wendel im „Hurra-Stil“ nach vorne. Jetzt soll es vor allem die Defensive richten. „Die beginnt bei uns nicht erst bei den defensiven Mittelfeldspielern“, verrät Schön. Die bisherige Zwischenbilanz kann sich sehen lassen. Der FC holte vier Siege und zwei Unentschieden – und kassierte insgesamt nur vier Gegentore. Das ist der Bestwert der Liga.



„Ich hoffe, dass sich an dieser Zahl am Sonntagt nichts ändert“, sagt Schön lachend. Denn die Partie gegen Alsweiler wird kein Spaziergang. Der SC ist gerade erst aus der Landesliga abgestiegen und gilt neben der SG Scheuern als heißer Titelanwärter.