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12 Tenöre
„Bei Puccini und Verdi bin ich zu Hause“

Alexander Herzog ist einer der 12 tenöre. Ende März gastieren sie in St. Wendel.
Alexander Herzog ist einer der 12 tenöre. Ende März gastieren sie in St. Wendel. FOTO: Dirk Peter
St. Wendel. The 12 Tenors kommen ins Saarland. Sänger Alexander Herzog verspricht, dass es viel zu hören, aber auch viel zu lachen gibt.

Im März gastieren The 12 Tenors im  Saalbau. Vor dem Gastspiel stellt sich einer der Sänger, Alexander Herzog, den Fragen der SZ. Und verrät, was es für ein Gefühl war, mit Sarah Brightman auf der Couch zu sitzen, wie es zur Teilnahme bei „Traumfrau gesucht“ kam und warum er auf rote Haare steht.



Herr Herzog, Sie kommen mit einem musikalischen Querschnitt aus Rock, Pop, Musical und Oper nach St. Wendel. Welche Stilrichtung liegt Ihnen persönlich am meisten?

Alexander Herzog: Nachdem ich eine klassische Tenorstimme habe, wofür ich sehr dankbar bin, bin ich auf alle Fälle in der Welt der Oper, ganz besonders bei Puccini und Verdi, zu Hause. Hier kann man am besten zeigen, ob man eine sehr gute Stimme hat oder nicht. Aber auch die Welt des Musicals liegt mir sehr am Herzen, damit habe ich angefangen und möchte nie darauf verzichten. Was ich im Musical gelernt habe, hilft mir auch sehr in der Oper.

Was Sie in Sachen Musical drauf haben, das zeigten Sie bereits einem breiten Publikum bei der ZDF-Show „Musicalshowstar 2008“ mit Thomas Gottschalk, bei der Sie den zweiten Platz belegten. Was hat Ihnen diese Show-Erfahrung gebracht?

Herzog: Es ist ja lustig, dass Sie sich daran noch erinnern. Es ist ja schon zehn Jahre her. Durch diese Live-Auftritte im Fernsehen habe ich unglaublich viel bedeutende Erfahrungen gewonnen. Das war eine der besten Erfahrungen, die ich je machen konnte. Drei große Live-Shows mit jeweils fünf Millionen Fernsehzuschauern –  ein absoluter Traum. Und vor allen Dingen Thomas Gottschalk und sein gesamtes Team bei der Arbeit beobachten zu können. Den damaligen ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner kennen zu lernen. Mit Rolando Villazon, Meat Loaf, George Hamilton, Ute Lemper, Sarah Brightman auf der Couch zu sitzen und mit ihnen zu sprechen und von allen gelobt zu werden, und dann vom Publikum auf den zweiten Platz von 8000. Teilnehmern gewählt zu werden, wenn ich daran heute denke, bekomme ich immer noch eine Gänsesehaut.

Apropos Show: Ebenfalls im Fernsehen sind Sie bei RTL 2 zu sehen – in „Traumfrau gesucht“. Was hat Sie bewogen, bei diesem Format mitzumachen?

Herzog: Ich war schon immer ein großer Fan von „Traumfrau gesucht“ Ich habe alle Folgen gesehen und fand es sehr, sehr lustig. Vor eineinhalb Jahren war ich auf einem Flug von Nürnberg zu einem Konzert nach Rom und musste in München umsteigen. Es gibt ja viele Passagiere am Münchner Flughafen und auch viele Rolltreppen, aber wie es der Zufall wollte, nehme ich eine Rolltreppe, blicke nach links und wer steht da neben mir?  Walther  von „Traumfrau gesucht“. Ich sagte nur: „Das ist ja der Walther“, und so ergab sich ein kleiner Smalltalk, und meine Idee war geboren: Ach, da bewerbe ich mich jetzt mal. Dass ich dann schon nach kurzer Zeit in Russland und Polen vor der Kamera stand und auf der Suche nach meiner Traumfrau war, hätte ich nie zu träumen gewagt.

Lassen Sie uns ein wenig an Ihren Gefühlen teilhaben: Ist eine Traumfrau in Sicht?

Herzog: Das darf ich leider nicht verraten. Ich sage nur so viel: Ich hoffe, dass die Dreharbeiten zur neuen Staffel bald beginnen.“

Sie stehen auf rote Haare. Was macht diese besonders attraktiv? Ist es nur die Optik, oder auch das, was man mit Rothaarigen verbindet?

Herzog: Das ist eine sehr gute Frage. Man(n) macht sich ja schon seine Gedanken, welcher Frauentyp gefällt einem am besten. Ich habe darüber sehr oft nachgedacht, bis ich darauf gekommen bin. Es gibt den einen Typ Frau, bei dem ich immer sprachlos werde, alles um mich herum vergesse – und das ist bei Frauen mit roten Haaren der Fall. Ein besonders Erlebnis hatte ich in einem Italienurlaub beim Abendessen – und ich liebe Essen, wie man sieht. Als eine rothaarige Dame in den Speisesaal kam und mir buchstäblich die Gabel aus der Hand fiel  –  die Zeit stand für einen kurzen Augenblick still. Seitdem bin ich mir sicher, was mir am besten gefällt. Es ist beides:  die Optik und das Feuer, das rothaarige Frauen für mich ausstrahlen.

Wann werden Sie verkünden, ob Sie Ihre Traumfrau gefunden haben?

Herzog: Ich hoffe, sehr bald ?

Zu Ihren Hobbys zählen Sie Ballroom-Dance. Wie oft haben Sie Gelegenheit, im Ballsaal zu tanzen?

Herzog:  Leider viel zu selten. In letzter Zeit ergab es sich meistens nur, wenn ich auf einem Ball auch einen Auftritt hatte oder mit sehr guten Freunden zu einem Ball eingeladen war. Zuletzt tanzte ich auf einem Juristen-Ball und vor kurzem auf dem Polizeiball in Nürnberg.

Was genau reizt Sie daran?

Herzog: In meiner Teenager-Zeit war ich fast täglich in der Tanzschule, das war die einfachste Art, viele hübsche Mädchen kennenzulernen. Und heute, mehr als 20 Jahre später, macht es mir immer noch sehr sehr viel Spaß, das Tanzbein zu schwingen. Ich liebe Tanzen. Sie kennen doch sicherlich den Spruch: Dort, wo man singt und tanzt, da lass dich nieder. Und ich fühle mich immer an eine der schönsten Zeiten meines Lebens erinnert.

Zurück zu den zwölf Tenören und zu St. Wendel. Was genau erwartet die Zuhörer bei dem Konzert in St. Wendel?

Herzog: In St. Wendel erwartet den Zuschauer ein ganz besonders Highlight. Wir haben jede Menge neue Musiknummern im Gepäck. Wir haben ein wunderbares neues Klassik-Medley bestehend aus „Auf in den Kampf, Torero“, „Libiamo“ und „Granada“, ein Beatles-Medley, Sound of Silence und viele andere,  aber wir präsentieren auch unsere größten Hits wie  „O sole mio“, „Nessun Dorma“ „ Bohemian Rhapsody“ sowie „Music“. Also eine kunterbunte Reise durch das letzte Musikjahrtausend, und dazu ist es für diese Tournee auch noch die letzte Show in Deutschland und das heißt, die Zuschauer können sich auf einen sehr spaßigen Abend einstellen. Bei dem letzten Konzert in Deutschland gibt es immer spezielle Überraschungen.

Und was kennen Sie von der Stadt? Waren Sie schon einmal hier?

Herzog: Nachdem ich ja der dienstälteste Tenor der The 12 Tenors bin, werde ich am 4. Februar mein 1000. Konzert  mit den The 12 Tenors im Gewandhaus in Leipzig geben, und deshalb war ich bisher schon mit zwei Konzerten in St. Wendel. Einmal bin ich mit dem Zug und nicht mit dem Tourbus von Nürnberg nach St. Wendel gefahren, und daran erinnere ich mich noch sehr gut. Ich kam am Bahnhof in St. Wendel an und bin ein bisschen durch das schöne Städtchen gelaufen, und schwup-di-wupp war ich am Saalbau. St. Wendel habe ich in sehr guter Erinnerung, da ich St. Wendel auch immer mit der Sängerin Nicole, die ja in der Nähe von St. Wendel zu Hause ist, verbinde, denn sie hat für mein erstes Solo-Album „Musica“ das Titellied geschrieben und ist mit mir gemeinsam auch in der ARD bei Florian Silbereisen in einer Samstagabendshow aufgetreten.

Und was verbinden Sie allgemein mit dem Saarland?

Herzog: Das Saarland ist klein, aber fein. Die Saarländer sind pure Frohnaturen. Ein Publikum, das seinesgleichen sucht. Im Saarland trete ich mit am liebsten auf.

Sie lachen gerne und sagen von sich, oft gute Laune zu haben. Bekommen das die St. Wendeler Besucher zu spüren – oder geht es eher ernsthaft zu?

Herzog: Ich liebe es zu lachen, noch schöner ist es aber für mich, auch das Publikum zum Lachen zu bringen. Nachdem ein Konzert der 12 Tenors alles andere ist als ein Trauerkonzert, werde ich mein Bestes geben, dass es bei der Show in St. Wendel neben den musikalischen Beiträgen auch sehr viel zu lachen geben wird.

Die Fragen stellte Melanie Mai