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Aus Pfarrhaus wird Vereinsheim

St Wendel. Leer stehende Gebäude und brach liegende Flächen erfassen. Möglichkeiten der Nutzung prüfen. Die Besitzer bei der Vermarktung unterstützen. Das sind Ziele eines Modellprojektes von Landaufschwung zur Dorfinnenentwicklung im St. Wendeler Land. Im ersten Schritt sollen sich jetzt interessierte Eigentümer melden. Volker Fuchs

Es gibt sie wohl in jedem Dorf im St. Wendeler Land: Wohnhäuser, die leer stehen. So manche sind in die Jahre gekommen, verfallen allmählich. Ungenutzt sind auch immer öfter kleine Ladenlokale und sogar die eine oder andere Betriebshalle. Die Experten sprechen von Leerständen und Infrastrukturbrachen. Gründe sind der demografische Wandel und die Strukturveränderungen auf dem Land. Andererseits birgt so manches Gebäude Entwicklungspotenzial. Schließlich sind die Flächen erschlossen, könnten die Häuser nach Umbau und Sanierung wieder genutzt werden. Diese Potenziale kennen aber oftmals die Besitzer nicht, sind mit der Vermarktung überfordert.



Hier setzt ein Projekt im Landkreis St. Wendel im Modellvorhaben Landaufschwung an. Träger ist die WVW Wasser- und Energieversorgung St. Wendel . Im ersten Schritt sollen die Eigentümer ihre Immobilien melden. Privatpersonen, Vereinsvertreter und Institutionen sind angesprochen, Immobilien anzugeben, die seit mindestens zwei Jahren leer stehen und die sich trotz Bemühungen über den regulären Immobilienmarkt nicht verkaufen oder revitalisieren lassen. Revitalisieren meint, dass die Gebäude so saniert und umgestaltet werden, dass sie eine neue Nutzung finden. Ein Beispiel wäre die Umwandlung eines ehemaligen Pfarrhauses in ein Vereinsheim.

Experten werden sich in diesem Modellprojekt dann die gemeldeten Objekte anschauen und diese in einer Machbarkeitsstudie bewerten. Was kann man mit den Gebäuden machen? Kann man sie sanieren? Für welche Neunutzung sind diese geeignet? Oder ist der Abriss die günstige Lösung? Diese Fragen sollen in diesem Prozess beantwortet werden, schildert Hans-Josef Scholl, Wirtschaftsförderer des Landkreises, im SZ-Gespräch das weitere Vorgehen. Dann sollen Investoren am Markt gesucht werden. Es geht bei dieser neuen Strategie zur Dorfinnenentwicklung nicht darum, dass Kreis oder Kommunen die Häuser und Grundstücke aufkaufen, sondern dass die Besitzer Unterstützung bei der Vermarktung finden. Damit erhofft man sich Impulse für die Belebung und Aufwertung der Ortskerne. "Uns geht es um Nachhaltigkeit", unterstreicht Landrat Udo Recktenwald (CDU ), "wir wollen einen Prozess anstoßen, der langfristig Wirkung entfaltet."

Zunächst sind nun die Besitzer von Immobilien gefragt. Sie sollen sich bis zum 27. Januar melden. "Wir freuen uns über die Meldung vieler interessanter Immobilien , um unsere Ortskernbereiche in den nächsten Jahren mit neuem Leben zu erfüllen", heißt es in einer Mitteilung des Landkreises.

Das dazu erforderliche Meldeformular finden Interessenten auf der Homepage der WVW (www.wvw-wnd.de ) oder bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land mbH (www.wfg-wnd.de ).

Die Dorfinnenentwicklung ist ein wichtiges Teil des Modellprojektes Landaufschwung. Mit 1,5 Millionen Euro fördert das Bundeslandwirtschaftsministerium bis 2018 dieses Modell im St. Wendeler Land. Der Landkreis ist damit eine von 13 Förderregionen in Deutschland. Das Bundesministerium unterstützt strukturschwache Gebiete dabei, den demografischen Wandel zu gestalten, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und die Beschäftigung zu sichern.

Gesteuert wird das Vorhaben im Landkreis St. Wendel von einer regionalen Entwicklungsagentur, die unter dem Dach der Wirtschaftsförderungsgesellschaft arbeitet.

Der Meldebogen mit dem Immobilienvorschlag kann bis zum 27. Januar per E- Mail, Fax oder Post abgegeben werden bei der: WVW Wasser- und Energieversorgung Kreis St. Wendel , Postfach 1780, 66597 St. Wendel . E-Mail: info@wvw.de, Fax: (0 68 51) 8 00 31 09.

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