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Arbeitsmarkt
„Ausbildungsmarkt befindet sich auf der Zielgeraden“

St. Wendel. Im August waren im Landkreis St. Wendel 1547 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 11,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,2 Prozent und damit um 0,5 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Von red

„Die Ferienzeit geht zumeist mit einer kurzzeitigen Flaute auf dem Arbeitsmarkt einher, weshalb die Arbeitslosenzahlen in den Sommermonaten zeitlich begrenzt ansteigen. Im Spätsommer und Herbst belebt sich das Personalgeschäft nochmals“, so Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. Die wenigsten Sorgen macht Haßdenteufel sich um den Personenkreis der unter 25-Jährigen, die kürzlich ihre Ausbildung abgeschlossen haben. „Mit ihrer Qualifikation haben diese jungen Fachkräfte die besten Chancen, rasch eine feste Stelle zu finden. Schwieriger sind die Perspektiven hingegen für andere Personengruppen.“ Fast ein Viertel der Menschen, die ohne Job sind, sind langzeitarbeitslos. Ein großer Teil der Arbeitslosen, 34,9 Prozent, zählt zur Altersgruppe 50 plus. „Auf diese Entwicklungen adäquat zu reagieren stellt für die Arbeitsverwaltung eine große Herausforderung dar“, so Haßdenteufel.


Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im August um 55 auf 718 gestiegen, das waren 68 weniger als vor einem Jahr. Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit mit 104 um 20 unter dem Vormonats- und um acht unter dem Vorjahreswert. In der Altersgruppe 50 plus waren 318 Personen arbeitslos gemeldet, 14 weniger als im Juli und 24 weniger als vor einem Jahr.

Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel ist die Arbeitslosigkeit im August um 70 auf 829 gestiegen. Damit lag sie um 13,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. 222 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund ein Fünftel verringert. Mehr als ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit 295 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 35,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um ein Viertel.



Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im August mit 2494 Personen um 10,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug rund 62,0 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde.

Unternehmen der Region haben im August 154 Stellen zur Besetzung gemeldet, 175 weniger als im Juli. Seit Jahresbeginn wurden 1653 Stellen gemeldet, 16 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Stellenbestand lag bei 695 Jobangeboten deutlich unter dem Vorjahresniveau (minus 26,9 Prozent). Die überwiegende Zahl der Jobangebote war in der Zeitarbeit, im Handel, im Baugewerbe, im Gastgewerbe, im Verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen gemeldet.

Im Landkreis St. Wendel suchten seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 621 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 12,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig wurden 559 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 13,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Am statistischen Zähltag im August waren 98 Jugendliche unversorgt und noch 187 Stellen unbesetzt.

„Der Ausbildungsmarkt befindet sich aktuell auf der Zielgeraden. Auch wenn viele Jugendliche am 1. August in die Ausbildung gestartet sind, ist dies für noch unversorgte Bewerber kein Grund, die eigenen Bemühungen resigniert einzustellen. Auch nach dem offiziellen Beginn des Ausbildungsjahres haben Ausbildungssuchende und Betriebe noch gute Chancen zueinander zu finden“, betont Haßdenteufel „Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass viele junge Frauen und Männer bei der Ausbildungsplatzsuche noch bis in den Oktober hinein erfolgreich sein können.“ Jugendliche, die bisher noch nicht bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur waren, sollten schnell die Gelegenheit nutzen und vorbeikommen. Jetzt sei aber sowohl auf Arbeitgeberseite wie auch auf Seiten der ausbildungssuchenden jungen Leute größtmögliche Flexibilität und auch ein gewisses Maß an Kompromissbereitschaft gefragt. „Wichtig ist, auch über den Tellerrand zu schauen, das heißt, sich nicht nur auf einen Beruf zu versteifen und den räumlichen Suchradius zu erweitern. Dann lassen sich interessante Alternativen finden“, so Haßdenteufel.