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Diamantene Hochzeit
Anne und Josef Schuh feiern Diamantene Hochzeit

Seit 60 Jahren sind Anne und Josef Schuh.
Seit 60 Jahren sind Anne und Josef Schuh. FOTO: Frank Faber
Bliesen. „Wir sind zwei Stiere, die sich manchmal boxen“, sagt der Bliesener Josef Schuh. An diesem Samstag feiert er mit Ehefrau Anne Schuh, geborene Kiefer, Diamantene Hochzeit. Am 1. September 1958, übrigens ein Kirmesmontag, ist das Jubelpaar vor den Traualtar in der Bliesener Pfarrkirche St. Von Frank Faber

Remigius getreten. Der am 12. Mai 1930 geborene Josef Schuh ist an gleicher Stelle getauft worden. Ehefrau Anne, geboren am 6. Mai 1935, stammt aus dem St. Ingberter Stadtteil Schüren. Ihre Eltern haben eine Ausflugsgasstätte betrieben, in der sie nach der kaufmännischen Schule mitgeholfen hat. „Es war ein sehr beliebtes Ausflugsziel, und wir hatten jede Menge Arbeit“, berichtet Anne Schuh.


Durch eine Freundin hat Josef Schuh 1956 seine spätere Ehefrau kennengelernt. Eines Tages taucht er dann in blauer Arbeitskleidung bei ihr in der Gaststätte auf. „Sie sollte wissen, dass ich ein Arbeiter bin“, erzählt Josef Schuh. Sein Werbefeldzug war erfolgreich, es folgte die Verlobung, dann die Hochzeit. „Ich hatte ja keine Zeit“, scherzt der 88-Jährige. Das Älteste von fünf Kindern im Hause Schuh hat sich nach der Handelsschule im Alter von 18 Jahren als junger Kaufmann beruflich selbstständig gemacht. Ein Versandhandel mit Artikeln für Tierzucht kommt hinzu. „Ich habe damals den ersten Hasenstall aus einem Betonsystem entwickelt“, merkt Josef Schuh salopp an.

Für seine Eisenwaren- und Porzellanhandlung baut er 1957 ein barrierefreies Geschäftsgebäude, in dem Anne Schuh später den Betrieb weiterführte. Im Handballtor der DJK Bliesen zeigt Schuh als Schlussmann Glanzparaden und wird mit dem Aufbau eines Turnvereines betraut. „Wir hatten seinerzeit gute Turner in Bliesen, die das aber nicht in Wettkämpfen zeigen konnten, weil ein Verein gefehlt hat“, sagt Schuh. Die DJK sei der Vorläufer des heutigen TV Bliesen gewesen, ergänzt er noch. In der katholischen Jugend war er seit dem 15. Lebensjahr vertreten und Mitglied in den kulturellen Vereinen. Anne Schuh hat sich derweil um die Erziehung von Tochter Bärbel gekümmert. „Ohne eine so starke Frau hätte ich das alles nicht so machen können“, blickt Josef Schuh auf eine mehr als 60-jährige Zeit als Unternehmer zurück. Und davon sei er 40 Jahre unterwegs gewesen.



Doch nun zu Hause sitzen und Däumchen drehen ist nicht: Josef Schuh treibt ein ganz besonderes Anliegen an. Er ist seit 2007 Vorsitzender des Vereins zur Förderung und Erhaltung des Bliestaldoms St. Remigius. Zwar übernimmt momentan noch das Bistum Trier viele der Kosten für die Unterhaltung des Gotteshauses – ob das jedoch auch in Zukunft so sein wird, ist laut dem Vorsitzenden Josef Schuh nur schwer vorauszusagen. Deshalb hat der Förderverein unter seiner Regie 60 Konzerte und Veranstaltungen organisiert sowie bei der Begleitung von festlichen Messen Geld gesammelt und auf die hohe Kante gelegt.

In der Pfarrkirche St. Remigius wird an diesem Samstag ab 10.30 Uhr ein Dankgottesdienst zur Diamantenen Hochzeit von Anne und Josef Schuh gefeiert, den der St. Wendeler Pastor Klaus Leist zelebriert. Dann gratulieren Tochter Bärbel, zwei Enkel und ein Urenkelkind sowie eine große Schar von Verwandten, Bekannten und Wegbegleitern.