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St. Wendeler Märkte
20 000 Euro für St. Wendeler Markttreiben

Die Fantasieshow mit dem Feuer-Drachen Fangdorn war im vergangenen Dezember ein echter Besuchermagnet auf dem St. Wendeler Weihnachtsmarkt. Finanziert hat das Spektakel auf der Mott der Förderverein zur Erhaltung der St. Wendeler Märkte.
Die Fantasieshow mit dem Feuer-Drachen Fangdorn war im vergangenen Dezember ein echter Besuchermagnet auf dem St. Wendeler Weihnachtsmarkt. Finanziert hat das Spektakel auf der Mott der Förderverein zur Erhaltung der St. Wendeler Märkte. FOTO: Bonenberger/ / B&K
St. Wendel. Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung der St. Wendeler Märkte überreichte Bürgermeister Klär einen symbolischen Scheck. Von Thorsten Grim

Er fauchte und schnaufte, brüllte und rauchte. Sein Feuer spuckte er in den vorweihnachtlichen Nachthimmel. Die Rede ist vom Show-Drachen Fangdorn, der während des jüngsten St. Wendeler Weihnachtsmarktes am Rande der Mott große und kleine Marktbesucher gleichermaßen begeisterte – und sie zumindest ein bisschen schaudern ließ. Dass diese neue Attraktion in den Weihnachtsmarkt integriert werden konnte, ist dem Förderverein zur Erhaltung der St. Wendeler Märkte zu verdanken. Denn seit 2011 unterstützt der Verein das Markttreiben in der Stadt finanziell.


20 000 Euro waren es dieses Mal, die der Vereinsvorsitzende Mike Recktenwald kürzlich in Form eines symbolischen Schecks St. Wendeles Bürgermeister Peter Klär (CDU) im Ratssaal des alten Rathauses am Schloßplatz überreichte. Damit erhöht sich die Summe, die der Verein seit seiner Gründung im Jahr 2011 an die Stadt gespendet hat, nach eigenen Angaben auf 187 000 Euro. Das Geld werde inzwischen zu einem Großteil in den Weihnachtsmarkt investiert, erklärte Klär. Denn gerade dieser sei ohne externe finanzielle Unterstützung in der gewohnten Qualität nur schwer realisierbar, fügte Leonie Paqué vom St. Wendeler Amt für Stadtmarketing hinzu.

Aktuell 67 Mitglieder hat der Förderverein zur Erhaltung der St. Wendeler Märkte. Der finanziert sich hauptsächlich über gestaffelte Mitgliedsbeiträge, wie der Vereinsvorsitzende Recktenwald erklärt. Privatleute zahlen demnach 60, Geschäftsleute 300 und Kapitalgesellschaften beziehungsweise große Unternehmen 500 Euro jährlich.

Zwar fließt ein großer Teil des Fördergeldes in den Weihnachtsmarkt – denn der fungiert inzwischen als Aushängeschild der St. Wendeler Themenmärkte – aber nicht alles. Auch andere Themenmärkte werden unterstützt. Beispielsweise wurde beim vergangenen LebensArt-Markt der jonglierende Chefkoch Appenzeller bezahlt, beim Ostermarkt fließt jährlich ein Teil der Spende in die Kinder-Kreativ-Werkstatt. Die wird in diesem Jahr übrigens erstmals in der Luisenstraße aufschlagen, statt wie bisher im Innenhof des Hotels am Dom. „Damit wollen wir die Straße beleben und die dortige Kaufmannschaft unterstützen“, begründet Klär den Umzug. „Außerdem wollen wir damit das neue Rathaus etwas stärker in den Mittelpunkt rücken, um auch dort Frequenz hin zu bringen.“

Zwar habe sich St. Wendel mit seinen Themenmärkten inzwischen regional und überregional etablieren können. „Aber es wird immer schwieriger, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten“, erklärt St. Wendels Verwaltungschef und lobt Leonie Paqué, „die das top macht und die Formate immer verändert und weiter entwickelt.“ Und gerade am Flaggschiff Weihnachtsmarkt könne man erkennen, „dass aus etwas Kleinem etwas Großes entstehen kann“. Apropos groß. Für die am Markt beteiligten Vereine sei gerade der Weihnachtsmarkt eine große Herausforderung. Weil alles von eigenen Mitgliedern gestemmt werde. Daher sei es auch schwierig, den Weihnachtsmarkt, wie das mancher wünsche, zu verlängern. Zumal: „Das Geld kann nur einmal ausgegeben werden“, wie Paqué anmerkt.



Für Bürgermeister Klär ist nach eigener Aussage bei den Themnmärkten entscheidend, „dass die Qualität im Vordergrund steht, nicht der Rummel. Unser Konzept hat sich bewährt. Wir können inzwischen die ganze Innenstadt bespielen.“ Beim vergangenen Weihnachtsmarkt besuchten nach Angaben der Stadtverwaltung rund 200 000 Besucher das Markttreiben. Und das trotz des eher herbstlich-regnerischen Wetters. „Das waren zwar knapp 50 000 Besucher weniger als im Vorjahr, aber der Umsatz, so haben es zumindest die Händler gesagt, war trotzdem gut.“ Überhaupt höre man immer wieder von den Händlern, dass sie regelrecht begeistert von St. Wendel und seinen Märkten seien. „Die Marktleute, die zu uns kommen, hätten ja durchaus Alternativen. Aber sie kommen lieber zu uns“, sagt Klär. „Wir haben viel mehr Anfragen von interessierten Marktleuten, als wir bedienen können“, berichtet Paqué.

Dass die Märkte in St. Wendel gut ankommen, zeigt sich laut Klär auch daran, dass nicht nur Geschäftsleute in dem Förderverein aktiv seien, sondern auch Privatleute. „Aus Interesse an ‚ihrer’ Stadt unterstützen sie das städtische Geschehen.“ Mike Recktenwald ergänzt, dass es sich bei den Mitgliedern nicht nur um St. Wendeler handele, sondern diese auch aus umliegenden Orten kämen: „Die sagen sich: die Märkte in St. Wendel sind toll, die unterstütze ich mit. Übrigens: Der Verein ist gemeinnützig strukturiert.“ Das bedeutet: „Wir stellen auch Spendenquittungen aus.“

Scheckübergabe im St. Wendeler Rathaus am Schloßplatz mit Peter Klär, Leonie Paqué und Mike Recktenwald (von links).
Scheckübergabe im St. Wendeler Rathaus am Schloßplatz mit Peter Klär, Leonie Paqué und Mike Recktenwald (von links). FOTO: Thorsten Grim