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Quakbuben sammeln Eier

Werschweiler. Auch heute noch wird in Werschweiler der uralte Brauch des Pfingstquaks gepflegt. In diesem Jahr sind die Buben der Jahrgänge 1994 und 1996 dabei, als Quakherren den Pfingstquak durchzuführen

Werschweiler. Auch heute noch wird in Werschweiler der uralte Brauch des Pfingstquaks gepflegt. In diesem Jahr sind die Buben der Jahrgänge 1994 und 1996 dabei, als Quakherren den Pfingstquak durchzuführen. Schon vierzehn Tage vor Pfingsten zogen Janis Franz, Lars Cullmann, Jerome Müller, Sathya Rose und Denis Ganster mit den Handwagen in den Wald, um Äste von jungen Buchen abzuschneiden, die sich besonders gut zum Flechten eigneten. Zu Hause wurde dann das Gestell des Quakes mit den Buchenreisern umflochten. Am Pfingstsonntag in aller Frühe gehen dann die Quakbuben von Haus zu Haus, um Blumen zu sammeln, mit denen das Quakgeflecht geschmückt wird. Da dürfen vor allem Pfingstrosen und Flieder nicht fehlen. Am Nachmittag des Pfingstsonntags ziehen die Quakherren noch einmal in den Wald, um die "Taratschen" (Schalmeien) aus Erlenrinden anzufertigen. In der Nacht wird der Quak bewacht, damit er nicht gestohlen wird. Am Pfingstmontag gegen 9 Uhr beginnt dann beim Quakherren Lars Cullmann , zum Kälberbaum 9, der Umzug durch das Dorf, wobei das laute Pfeifen mit den Rindeninstrumenten schon von weitem den Quak ankündet. Der Quak wird von Haus zu Haus getragen, wobei in Körben Eier, in Eimern Speck und Butter, aber auch Geld gesammelt werden. Der Abschluss ist dann bei der Familie Brandstetter in der Straße "Am Daumernberg". kp




Hintergrund Sehr wahrscheinlich war der "Quak" ursprünglich ein Vegetationsdämon. Die Germanen glaubten, in diesem sei der Dämon selber und er würde so das Wachsen und Gedeihen der Natur günstig beeinflussen. Das grüne Laubwerk des jungen Frühlings symbolisiert die wiedererwachte Natur. kp