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Polizei
Polizei warnt weiter vor Trickbetrügern

Vier Mal haben Ganoven am Donnerstag im Landkreis St. Wendel versucht, Menschen am Telefon abzuzocken.
Vier Mal haben Ganoven am Donnerstag im Landkreis St. Wendel versucht, Menschen am Telefon abzuzocken. FOTO: Julian Stratenschulte / dpa
St. Wendel. Sie geben nicht auf. Sind stets auf der Suche nach neuen Opfern. Die Welle unseriöser Anrufe im Namen der Polizei geht weiter. „Alleine im Landkreis St. Wendel wurden erst am Donnerstag wieder vier neue Fälle bekannt“, sagt Marco Ames von der St. Wendeler Polizei. Zum Glück sei kein Schaden entstanden, da die potentiellen Opfer misstrauisch genug waren. Sie hätten die Betrugsmasche rechtzeitig erkannt und die Polizei informiert. Von Sarah Konrad

„Was bleibt, ist das ungute Gefühl, mit einem Straftäter konfrontiert gewesen zu sein, die Befürchtung, schon zu viel gesagt zu haben und die Gewissheit, längst nicht mehr jedem am Telefon trauen zu können“, weiß Ames. Die Täter würden immer versuchen, eine Drucksituation oder ein Angstgefühl zu erzeugen. Sie geben sich beispielsweise als Polizisten aus und behaupten, dass Diebe einen Einbruch in das Haus des Angerufenen planen würden. Immer wieder wollen die Kriminellen ihre Opfer aber auch mit andere Szenarien hinters Licht führen. Etwa mit einem Schockanruf, bei dem sie den Unfall eines nahen Angehörigen im Ausland verkünden.


„Die Täter übermitteln mit relativ einfachen technischen Mitteln scheinbar vertraute Telefonnummern, etwa die einer nahegelegenen Polizeidienststelle oder die Notrufnummer 110“, erklärt Ames. Konnte das Opfer über den ersten Kontakt hinweg in der Leitung gehalten werden, geht es im weiteren Gesprächsverlauf immer wieder um Vermögenswerte, Bargeld oder teuren Schmuck. Die Ganoven wollen ihre Opfer ausspionieren und herausfinden, was es bei ihnen Wertvolles zu holen gibt. „Das Opfer soll zur Überweisung teilweise hoher Summen oder zur Übergabe an einen Kurier bewegt werden“, sagt der Polizeisprecher.

Er betont jedoch, dass es einfach sei, sich vor solchen Anrufen zu schützen. „Ein gesundes Misstrauen ist hier die zentrale Tugend“, erklärt er. Sobald der geringste Zweifel an der Identität des Anrufers bestehe, sollte das Gespräch abgebrochen werden. Ames möchte dazu ermutigen, den Hörer in unangenehmen, brenzligen und komisch wirkenden Situation aufzulegen.

Er rät auch, die Behörde, von der der angebliche Polizeibeamte oder Amtsträger kommt, direkt zu kontaktieren. „Die Telefonnummer steht in jedem öffentlichen Verzeichnis oder kann über die Auskunft erfragt werden“, sagt Ames und warnt: „In solchen Fällen nie eine Rückruftaste am Telefon nutzen.“ Unabhängig von einer möglicherweise auf dem Telefonbildschirm angezeigten Nummer bestehe immer die Gefahr, bei einem sehr teuren Mehrwertdienst zu landen.

Weitere Informationen zu diesem und weiteren Themen finden sich im Internet auf der Seite
www.polizei-beratung.de.