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Blaulicht
Polizei verstärkt Alkoholkontrollen in Vorweihnachtszeit

Wer sich hinters Steuer setzt, obwohl er Alkohol getrunken hat, riskiert nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das anderer Verkehrsteilnehmer. Die Polizei in St. Wendel wird daher in nächster Zeit vermehrt kontrollieren.
Wer sich hinters Steuer setzt, obwohl er Alkohol getrunken hat, riskiert nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das anderer Verkehrsteilnehmer. Die Polizei in St. Wendel wird daher in nächster Zeit vermehrt kontrollieren. FOTO: dpa / Patrick Seeger
St. Wendel. Alle Jahre wieder kontrolliert die Polizei in der Vorweihnachtszeit verstärkt, ob Autofahrer angetrunken hinterm Steuer sitzen. Und sie macht das aus gutem Grund. Von Sarah Konrad

„Alkohol ist immer noch eine wesentliche Ursache für schwere und schwerste Verkehrsunfälle“, weiß Marco Ames, Sprecher der St. Wendeler Polizeiinspektion (PI).


So wurden im vergangenen Jahr im Dienstgebiet der PI St. Wendel 40 Unfälle gezählt, bei denen Alkohol oder andere berauschende Mittel die Hauptursache waren. Hierbei wurden laut Ames ein Mensch getötet, zwölf schwer und elf Personen leicht verletzt. Der hiermit verknüpfte Gesamtschaden betrug nach polizeilichen Schätzungen mehr als eine Viertel Million Euro.

„Für viele Besucher gehört der Konsum alkoholischer Getränke auf Weihnachtsmärkten und Weihnachtsfeiern dazu“, sagt Ames. Ein Glühwein hier, ein Punsch da und schnell führen die alkoholbedingten Enthemmung in Verbindung mit der sozialen Akzeptanz des Genussmittels Alkohol dazu, dass sich Personen hinters Steuer setzen, obwohl sie dazu nicht mehr in der Lage sind. Dabei bestehen nach Angaben von Verkehrsexperten bereits ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,3 Promille erste Beeinträchtigungen der Verkehrstüchtigkeit. So verengt sich das Sehfeld und Entfernungen können zunehmend ungenauer eingeschätzt werden. Ab 0,5 Promille lässt die Reaktionszeit deutlich nach und das Unfallrisiko hat sich bereits verdoppelt. Bei 1,1 Promille liegt das alkoholbedingte Unfallrisiko bereits zehn Mal so hoch wie in nüchternem Zustand.



Die Polizeiinspektion St. Wendel wird daher bis Weihnachten an verschiedenen Tagen in der Stadt St. Wendel und in den übrigen Gemeinden des Dienstgebietes zusätzliche Verkehrskontrollen durchführen. „Damit soll niemandem der Besuch einer Feier oder eines Marktes streitig gemacht werden. Ziel ist vielmehr, eine Hauptunfallursache im Straßenverkehr zu bekämpfen“, betont Ames. Es gelte der Grundsatz: Don’t drink and drive (Deutsch: Nicht trinken und fahren). Der Polizeisprecher hofft auf ein positives Fazit am Ende dieser Kontrollphase mit kontrollierten und verkehrstüchtigen Autofahrern.