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Wahlverlierer kündigt harte Opposition an SPD hält sich wacker, CDU feiert rauschende Party

Bürgermeister-Wahlen. Was bedeuten die Ergebnisse in St. Wendel und Oberthal für die Kandidaten? Wann beginnt die Amtszeit der Sieger? Anworten gibt es auf dieser Seite. Außerdem gibt's einen Eindruck von den Wahlpartys von CDU und SPD in Oberthal .Nach der Bürgermeisterwahl in St. Wendel am Sonntag hat der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Marc André Müller eine "schärfere Gangart" gegenüber der Verwaltung angekündigt. "Wir werden genauer hinschauen, was im Rathaus getan wird." Es bleibe nicht bei der Kritik am Fastnachtswagen der Jungen Union (JU), den die Stadt der CDU-Nachwuchsorganisation kostenlos bereitgestellt hatte. "Einige unterstellten uns, wir hätten während des Wahlkampfs Stimmung machen wollen. Das ist nicht so", betonte Müller am Montag. "Wir wollen Missstände knallhart benennen." Zu Zeiten von Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU ), der über 30 Jahre im Amt gewesen war, sei dies nicht so leicht möglich gewesen. Der habe oft die Kritik "mit einem Handstreich weggewischt". Trotz der verlorenen Wahl präsentiert sich die SPD also selbstbewusst. Zwar sei es für eine Analyse noch zu früh, "aber wir sind sehr zufrieden". Mit dem Wahlkampf , der die Partei zusammengehalten und junge Leute mobilisiert habe. Das Ergebnis habe sich mehr als verdoppelt. Unterdessen trat Sieger Peter Klär (CDU ) sein neues Amt am Montag offiziell eher zwischen Tür und Angel an. "Ich habe eben meine Ernennungsurkunde bekommen", teilte er beiläufig gegen 16 Uhr mit. Das war nach der Tagung des Wahlausschusses, der das Ergebnis amtlich machte. Üblicherweise gibt es Fristen, bis der Posten angetreten wird. Doch nach dem Wechsel seines Vorgängers Bouillon als Innenminister nach Saarbrücken war die Stelle ohnehin vakant. Mit dem neuen Titel ändere sich an Klärs Arbeit nichts. "Ich sitze am selben Schreibtisch wie zuvor." Auf dem Bürgermeister-Chefsessel hatte er als Erster Beigeordneter nach Bouillons Abgang Platz genommen. Was nun anstehe, sei unter anderem der Haushaltsplan. Klär geht davon aus, dass es mit 48 Millionen Euro beim Vorjahresvolumen bleibt. Am Wahlsieg-Abend hatten er und Parteifreunde bis in die Nacht gefeiert. "Vom Kulturzentrum sind wir um halb zehn ins Spinnrädchen gewechselt." In ein Lokal in direkter Nachbarschaft zur SPD-Wahlparty. Bis zwei Uhr stießen die Christdemokraten an. Überdeutlich ging die Wahl für Peter Klär aus. 68,6 Prozent stimmten für den CDU-Mann. Torsten Lang von der SPD blieb weit abgeschlagen. Obwohl das Ergebnis für die Sozialdemokraten besser ausfiel als zuletzt bei der Wiederwahl von Klaus Bouillon , der 2010 mehr als 85 Prozent eingefahren hatte. Beeindruckend sind die Unterschiede der Einzelresultate auf Ortsebene. Hier errang Lang in sozialdemokratischen Hochburgen des Ostertals respektable Werte. Am besten schnitt er in Osterbrücken ab: 206 Menschen wollten ihn als neuen Rathauschef, 62,8 Prozent stimmten für ihn. Klär kam auf 37,2 Prozent (122 Stimmen). Die Wahlbeteiligung: 70,6 Prozent. Umgekehrt räumte Klär überdurchschnittlich in Urweiler ab. Dort kam er auf den Spitzenwert von 82,2 Prozent (726 Wähler). Lang kam abgeschlagen mit 157 Stimmen auf 17,8 Prozent. Beteiligung: 59,5 Prozent. Erst Spannung und mitfiebern bei jeder neuen Hochrechnung. Dann ausgelassenes Feiern - bei beiden Kandidaten. "Ein Unterschied von 200 Stimmen ist sehr knapp", sagte Thomas Steinmetz (SPD ) kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Bürgermeisterwahl in Oberthal . Er hatte den erkrankten SPD-Kandidaten Hans Peter Wack im Wahlkampf unterstützt, weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, gegen Stephan Rausch (CDU ) zu verlieren. 2008 waren es gar nur 75 Stimmen zugunsten des CDU-Kandidaten, die Steinmetz auf den zweiten Rang verwiesen. "Wenn man sich einbringt, dann möchte man auch gewinnen", so Steinmetz. "Bei dem Kontakt mit den Bürgern gab es viel positives Feedback. Deshalb ist man schon enttäuscht, wenn es am Ende nicht reicht." Nach dem spannenden Stimmenauszählungs-Prozedere im Rathaus reichte bei Wack noch die Energie, um bei der eigenen Wahlparty im Gasthaus Stephan in Steinberg-Deckenhardt vorbei zu schauen. Dort durfte er viele Glückwünsche entgegennehmen - zum Geburtstag, aber auch zum Ausgang der Wahl. "Alle Getränke gehen auf mich", ordnete Wack an. Derweil gab es Lob für den Wahl-Unterlegenen - von Ministerin Anke Rehlinger und dem SPD-Kreisvorsitzenden Magnus Jung : "Er hat ein super Ergebnis gegen den Amtsinhaber erzielt. Zwei Mal hat die SPD nun knapp verloren. Beim dritten Mal wollen wir das Rathaus in Oberthal gewinnen." Am Montagmorgen ist auch bei SPD-Wahlleiter Heinz-Detlef Puff nichts mehr von Enttäuschung zu spüren: "Es ist ein relativ gutes Ergebnis." Wäre Wack in den beiden letzten Wochen vor dem Wahltermin fit gewesen, hätte das Ergebnis vielleicht anders ausgesehen. Eine Strategie fürs nächste Mal gibt es auch schon. "Wir brauchen mehr Einwohner in Steinberg-Deckenhardt", scherzte Puff. 2016 in die zweite Amtszeit Matthias Zimmermann

Was bedeuten die Ergebnisse in St. Wendel und Oberthal für die Kandidaten? Wann beginnt die Amtszeit der Sieger? Anworten gibt es auf dieser Seite. Außerdem gibt's einen Eindruck von den Wahlpartys von CDU und SPD in Oberthal .Nach der Bürgermeisterwahl in St. Wendel am Sonntag hat der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Marc André Müller eine "schärfere Gangart" gegenüber der Verwaltung angekündigt. "Wir werden genauer hinschauen, was im Rathaus getan wird." Es bleibe nicht bei der Kritik am Fastnachtswagen der Jungen Union (JU), den die Stadt der CDU-Nachwuchsorganisation kostenlos bereitgestellt hatte. "Einige unterstellten uns, wir hätten während des Wahlkampfs Stimmung machen wollen. Das ist nicht so", betonte Müller am Montag. "Wir wollen Missstände knallhart benennen." Zu Zeiten von Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU ), der über 30 Jahre im Amt gewesen war, sei dies nicht so leicht möglich gewesen. Der habe oft die Kritik "mit einem Handstreich weggewischt".

Trotz der verlorenen Wahl präsentiert sich die SPD also selbstbewusst. Zwar sei es für eine Analyse noch zu früh, "aber wir sind sehr zufrieden". Mit dem Wahlkampf , der die Partei zusammengehalten und junge Leute mobilisiert habe. Das Ergebnis habe sich mehr als verdoppelt.

Unterdessen trat Sieger Peter Klär (CDU ) sein neues Amt am Montag offiziell eher zwischen Tür und Angel an. "Ich habe eben meine Ernennungsurkunde bekommen", teilte er beiläufig gegen 16 Uhr mit. Das war nach der Tagung des Wahlausschusses, der das Ergebnis amtlich machte. Üblicherweise gibt es Fristen, bis der Posten angetreten wird. Doch nach dem Wechsel seines Vorgängers Bouillon als Innenminister nach Saarbrücken war die Stelle ohnehin vakant.

Mit dem neuen Titel ändere sich an Klärs Arbeit nichts. "Ich sitze am selben Schreibtisch wie zuvor." Auf dem Bürgermeister-Chefsessel hatte er als Erster Beigeordneter nach Bouillons Abgang Platz genommen. Was nun anstehe, sei unter anderem der Haushaltsplan. Klär geht davon aus, dass es mit 48 Millionen Euro beim Vorjahresvolumen bleibt.

Am Wahlsieg-Abend hatten er und Parteifreunde bis in die Nacht gefeiert. "Vom Kulturzentrum sind wir um halb zehn ins Spinnrädchen gewechselt." In ein Lokal in direkter Nachbarschaft zur SPD-Wahlparty. Bis zwei Uhr stießen die Christdemokraten an.

Überdeutlich ging die Wahl für Peter Klär aus. 68,6 Prozent stimmten für den CDU-Mann. Torsten Lang von der SPD blieb weit abgeschlagen. Obwohl das Ergebnis für die Sozialdemokraten besser ausfiel als zuletzt bei der Wiederwahl von Klaus Bouillon , der 2010 mehr als 85 Prozent eingefahren hatte.

Beeindruckend sind die Unterschiede der Einzelresultate auf Ortsebene. Hier errang Lang in sozialdemokratischen Hochburgen des Ostertals respektable Werte. Am besten schnitt er in Osterbrücken ab: 206 Menschen wollten ihn als neuen Rathauschef, 62,8 Prozent stimmten für ihn. Klär kam auf 37,2 Prozent (122 Stimmen). Die Wahlbeteiligung: 70,6 Prozent. Umgekehrt räumte Klär überdurchschnittlich in Urweiler ab. Dort kam er auf den Spitzenwert von 82,2 Prozent (726 Wähler). Lang kam abgeschlagen mit 157 Stimmen auf 17,8 Prozent. Beteiligung: 59,5 Prozent. Erst Spannung und mitfiebern bei jeder neuen Hochrechnung. Dann ausgelassenes Feiern - bei beiden Kandidaten. "Ein Unterschied von 200 Stimmen ist sehr knapp", sagte Thomas Steinmetz (SPD ) kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Bürgermeisterwahl in Oberthal . Er hatte den erkrankten SPD-Kandidaten Hans Peter Wack im Wahlkampf unterstützt, weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, gegen Stephan Rausch (CDU ) zu verlieren. 2008 waren es gar nur 75 Stimmen zugunsten des CDU-Kandidaten, die Steinmetz auf den zweiten Rang verwiesen. "Wenn man sich einbringt, dann möchte man auch gewinnen", so Steinmetz. "Bei dem Kontakt mit den Bürgern gab es viel positives Feedback. Deshalb ist man schon enttäuscht, wenn es am Ende nicht reicht."

Nach dem spannenden Stimmenauszählungs-Prozedere im Rathaus reichte bei Wack noch die Energie, um bei der eigenen Wahlparty im Gasthaus Stephan in Steinberg-Deckenhardt vorbei zu schauen. Dort durfte er viele Glückwünsche entgegennehmen - zum Geburtstag, aber auch zum Ausgang der Wahl. "Alle Getränke gehen auf mich", ordnete Wack an. Derweil gab es Lob für den Wahl-Unterlegenen - von Ministerin Anke Rehlinger und dem SPD-Kreisvorsitzenden Magnus Jung : "Er hat ein super Ergebnis gegen den Amtsinhaber erzielt. Zwei Mal hat die SPD nun knapp verloren. Beim dritten Mal wollen wir das Rathaus in Oberthal gewinnen."

Am Montagmorgen ist auch bei SPD-Wahlleiter Heinz-Detlef Puff nichts mehr von Enttäuschung zu spüren: "Es ist ein relativ gutes Ergebnis." Wäre Wack in den beiden letzten Wochen vor dem Wahltermin fit gewesen, hätte das Ergebnis vielleicht anders ausgesehen. Eine Strategie fürs nächste Mal gibt es auch schon. "Wir brauchen mehr Einwohner in Steinberg-Deckenhardt", scherzte Puff.

2016 in die zweite Amtszeit



Eine rauschende Partynacht gab es bei der CDU . Stephan Rausch , der aktuelle und künftige Bürgermeister der Gemeinde Oberthal feierte mit mehr als 100 Leuten im Gasthaus Andler in Gronig. Auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer war gekommen. Es gab noch eine kurze Rede des Wahlgewinners. Dann erklang Tina Turners Hit "Simply the best" (Einfach der Beste) aus den Lautsprechern. Kurz nach 20 Uhr genehmigte sich der Rathaus-Chef sein erstes Sieger-Bier. "Dabei bleibt es nicht", scherzte Rausch. Um kurz darauf aber zu versprechen: "Ich werde nicht so viele Promille haben, wie Prozente im Wahlkampf ". Die CDU-Freunde erhoben die Gläser - passend zu dem Lied "Ein Hoch auf uns" von Bourani.

Am Montagmorgen ist Rausch bereits topfit. "Es war eine sehr schöne Party - so, wie es sich gehört", schwärmte er. Mit dem Ausgang der Wahl ist der 52-Jährige zufrieden. Er habe gewusst, dass Steinberg-Deckenhardt hinter Wack (84,7 Prozent für den SPD-Kandidaten) steht und dieser als Güdesweiler Junge dort viele Stimmen bekommen würde (51,8 Prozent für Rausch, 48,2 Prozent für Wack). Gronig sowie die beiden Oberthaler Wahlbezirke gewann Rausch hingegen mit jeweils 60 Prozent. Offiziell beginnt Rauschs zweite Amtszeit übrigens erst am 1. Juni 2016.