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Vielfalt als Selbstverständlichkeit

St. Ingbert. Bunt, bewegt und sehr abwechslungsreich präsentieren sich die Gemälde der aktuellen Ausstellung in der St. Ingberter Rathausgalerie. Die Künstlergruppe Steinberg ist zu Gast, und 22 unterschiedliche Persönlichkeiten geben Einblick in ihr künstlerisches Arbeiten. Da dürfte Vielfalt ja selbstverständlich sein. Denkt man zumindest Von SZ-Mitarbeiterin Brigitte Quack

St. Ingbert. Bunt, bewegt und sehr abwechslungsreich präsentieren sich die Gemälde der aktuellen Ausstellung in der St. Ingberter Rathausgalerie. Die Künstlergruppe Steinberg ist zu Gast, und 22 unterschiedliche Persönlichkeiten geben Einblick in ihr künstlerisches Arbeiten. Da dürfte Vielfalt ja selbstverständlich sein. Denkt man zumindest. Dabei vergisst man allzu leicht, dass das in Gruppen nicht immer der Fall ist. Meist gibt es da auch Mitglieder, die keinen eigenen Stil entwickeln, die andere imitieren, sich dranhängen. Doch in der Künstlergruppe Steinberg, der insgesamt 42 Frauen angehören, scheint dies nicht der Fall zu sein. Sicherlich weisen die Werke der ein oder anderen zurück auf den ein oder anderen Dozenten, so wie die Werke von Ulla Valerius auf Volker Scheiblich, - doch zur Anregung ist ein Lehrer ja schließlich da. Und Anregungen gab es im Laufe der Jahre genügend, denn die 1989 in Wadern-Steinberg gegründete Gruppe führt alljährlich zehn bis elf Malwochenenden mit bekannten Künstlern als Dozenten durch. Annegret Leiner, Irmgard Weber, Armin Rohr sind nur einige der Saarländer, die das Gründungsmitglied Barbara Würtz in diesem Zusammenhang nennt. "Wir hatten auch schon Leute von außerhalb, wie etwa Professor Dieter Haist aus Kassel, der kürzlich erst zu Gast war", so Würtz, die in Blieskastel wohnt und 1993 die Organisation sämtlicher Gruppenaktivitäten übernommen hat. "Ideen kommen aus den eigenen Reihen, und wir entscheiden dann gemeinsam." Für das letzte Maiwochenende haben sie Hallveig Menzel-Tettenborn aus Wiesbaden eingeladen, die sich als Dozentin für Grundlagen der Gestaltung, Experimentelles Zeichnen, Körperzeichnen und Farbgestalten einen Namen gemacht hat. Und im Sommer dann steht eine knappe Woche, von Samstag bis Mittwoch, auf dem Programm. Im neuen Gruppendomizil, dem St.Ingberter Martin-Luther-Haus, wird sie stattfinden und den Teilnehmerinnen unter anderem die Möglichkeit zum Holzschnitt bieten. Die vielen unterschiedlichen Angebote bedienen folgerichtig auch unterschiedliche Interessen, so dass die Gruppe jedem etwas bietet. Und hierin liegt wohl auch der Grund dafür, dass in dieser Jubiläumsausstellung so viele unterschiedliche Stilrichtungen vertreten sind. Zu sehen sind gegenständliche und abstrakte Werke, kleine, subtil gestaltete Strukturen (Anne Holtz-Stephan, Monika Maier-Speicher) und im großen Schwung des Pinsels und starken Farben (Sigrid Schönberger, Gabi Becker) auf die Leinwand gebrachte Gemälde. Wir sehen Blumen und Pflanzen (Martina Heipp, Gabi Michel), abstrahierte Landschaften ( Julia Keller, Barbara Würtz, Ingrid Kiefer) in ganz unterschiedlicher Manier und vollkommene Abstraktion (Brigitte Weiand, Gabi Maurer-Simon). Daneben aber auch experimentelle, vielschichtige Gemälde (Marlene Reucher) und solche, die vergängliche Materialien wie Rost integrieren und vor diesem Hintergrund als Spurensuche zu verstehen sind (Marina Ballnuss-Leonhard).Die Ausstellung läuft noch bis zum Freitag, 19. Juni. Die Rathaus-Galerie St. Ingbert ist montags bis donnerstags jeweils von acht bis 18 Uhr sowie freitags von acht bis zwölf Uhr geöffnet. "Ideen kommen aus den eigenen Reihen, und wir entscheiden dann gemeinsam."Barbara Würtz