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Hexenfeuer
Hexenspektakel am Fischweiher

Vier Wochen Bauzeit, dann wird die Holzpyramide wie bei einem Scheiterhaufen verbrannt. Am Montag wird das Hexenfeuer in Güdesweiler entzündet.
Vier Wochen Bauzeit, dann wird die Holzpyramide wie bei einem Scheiterhaufen verbrannt. Am Montag wird das Hexenfeuer in Güdesweiler entzündet. FOTO: Frank Faber
Güdesweiler. Der Angelsportverein Güdesweiler hat eine neun Meter hohe Holzpyramide gebaut, die in der Walpurgisnacht abgebrannt wird. Von Frank Faber

Vorsicht, schweres Gerät! Axel Will karrt mit dem Radlader Abfallholz bei. Ein Traktor zieht entastete Baumstämme auf dem Platz am Güdesweiler Fischweiher. Pascal Jung greift mit dem Kran die Stämme und hievt sie in die dritte Etage, wo sie Schicht für Schicht zu einer imposanten Holzpyramide aufgebaut werden. Kommenden Montag, 30. April, wird bei Einbruch der Dunkelheit in der Hexennacht das Bauwerk unter Aufsicht – und begleitet von der Musik des Alleinunterhalters Uli Recktenwald – abgefackelt. Eigentlich schade, aber die Flammen sollen den Winter vertreiben.


„Wir haben den Kran nur an einem Samstag da, deshalb müssen wir draufhalten“, sagt Mike Seibert, der Vorsitzende des Angelsportvereins Güdesweiler. Im November haben die Baumeister erste Vorbereitungen getroffen. „Wir haben Holz aus einem Windwurf und Baum-
spenden aus Privatgrundstücken bekommen. Für den Verein ist das Ganze eigentlich unbezahlbar“, meint Seibert. Vier Samstage haben die Angler einkalkuliert, bis die acht bis neun Meter hohe Pyramide steht, nicht wackelt, aber dennoch etwas Luft hat. Innen in der Holzkonstruktion haben sie einen Hohlraum für eine Brennkammer freigelassen. Zwei Strohballen werden in den Kamin gesteckt, um das Feuer zu entzünden. Die Pyramide ist so konzipiert, dass der Bau stufenweise in sich zusammenfällt.

1994 hat der Angelsportverein Güdesweiler damit ganz klein angefangen und Holz für ein Maifeuer gesammelt. In diesem Jahr feiert der Verein seinen 50. Geburtstag. Die Angler sind zusätzlich noch Mitglied bei den Schlepperfreunden, deren Traktorentreffen im Juli abgesagt werden musste. „Der Aufwand zur Durchführung wäre für uns zu groß gewesen“, teilt Seibert mit. 2016 war in Güdesweiler das 20-jährige Bestehen des Dampfross-Treffens groß gefeiert worden. „Es war das größte Fest im Dorf. Viele Stammgäste haben bedauert, dass wir in diesem Jahr kein Schleppertreffen organisieren“, sagt Seibert. Alle zwei Jahre hat die Traktorparty in Güdesweiler stattgefunden, „und vielleicht machen wir sie in zwei Jahren wieder“, meint Seibert.



Priorität hat nun das heiße Spektakel des Hexenfeuers, welches bis zu 600 Menschen an den Fischweiher lockt. Bei Anbruch der Dunkelheit, wenn die Holzpyramide angezündet wird, schlagen die Flammen hoch gen Himmel. Der Platz ist hell erleuchtet und zur Musik von Uli Recktenwald brennt das Feuer die ganze Nacht.