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Erstes Geld für Oberthals grüne Oase ist geflossen

Oberthal. Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hat den Anfang gemacht: Er überreichte dem Oberthaler Bürgermeister einen symbolischen Scheck über 780 000 Euro. Die sind für das Projekt Imweiler Wiese bestimmt. Weitere Förderung soll es von Land und Bund geben. Evelyn Schneider

Wo derzeit im Oberthaler Ortszentrum Autos parken, standen einst Gebäude der Firma Weber. Diese wurden 2012 abgerissen, was der Gemeinde die Chance gab, ein Areal von 6000 Quadratmetern neu zu gestalten (wir berichteten). Die Herausforderung dabei: Wasser. Davon gibt es im Bereich der Imweiler Wiese nämlich mehr als genug. Das könnte bei extrem starken Regenfällen zum Problem werden. Deshalb beschloss Bürgermeister Stephan Rausch (CDU ) vor drei Jahren, "aus der Not eine Tugend zu machen". Die nötigen Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser sollten in ein Projekt eingebunden werden, das "kreativ, integrativ, wirtschaftlich, innovativ" ist, um somit Geld aus dem Förderprogramm KIWI erhalten zu können. Mit dem Planungsbüro Kernplan in Illingen entstand die Idee eines Sinnes- und Wassergartens.

Inzwischen ist das Förderprogramm KIWI Vergangenheit und damit auch das Konzept des Sinnes- und Wassergartens. Was geblieben ist, ist der Wunsch, das Areal zu gestalten, und dieser nimmt Form an. Die veränderten Pläne stehen, und am Dienstag gab es auch den ersten Zuschuss. Innenminister Klaus Bouillon (CDU ) brachte einen symbolischen Scheck über 780 000 Euro im Rathaus vorbei. Insgesamt kostet das Projekt Imweiler Wiese etwa 2,5 Millionen Euro. Zuschüsse erwartet die Gemeinde noch von Bund und Land.

Größter Kostenpunkt ist mit 1,4 Millionen Euro die Thematik rund ums Wasser. Es wird ein Damm gebaut, der an der höchsten Stelle zirka 4,20 Meter hoch sein wird. Außerdem werden die Rohre des Bachlaufs erneuert und verlegt. "Momentan läuft die Verrohrung teilweise unter den Häuser", so Rausch. Darauf kann nach der Neuordnung verzichtet werden.

Ein weiterer Baustein in dem Konzept ist das Anlegen eines Fuß- und Radwegs für 260 000 Euro. "Dieser läuft parallel zum Bachlauf", erläutert der Bürgermeister. Und führe auch über den Damm, etwa bei einer Höhe von 1,50 Meter. Dieser sei so gebaut, dass er langsam bis zur höchsten Stelle ansteige. Der Weg sei eben und barrierfrei, verbindet Oberthals Ortsmitte mit Gronig und leitet über zum Wendelinus-Radweg.

Längs des Weges werden Bänke aufgestellt. "Ein grüne Oase soll entstehen", so Rausch. Der Bachlauf selbst werde ebenfalls verlegt, bekomme mehr Raum. "Die Imweiler Wiese galt schon immer als grüne Lunge. Durch den Ankauf und Abriss des Weber-Areals haben wir den Weg dahin geöffnet", sagt Stephan Junk, Leiter des Bauamts.

Was auf dem einstigen Gelände der Firma Weber blieb, ist eine 80 Meter lange Grenzwand. Zunächst war angedacht, das alte Gemäuer abzureißen. Doch dies sei nicht möglich, da einige Nachbarhäuser direkt an die Wand gebaut sind. "Wenn wir abreißen würden, wäre die Stabilität der Gebäude in Gefahr", so Rausch. Deshalb werde die Wand jetzt saniert. Auch könnte auf dem Weber-Areal wieder ein Gebäude stehen. Gerne würde Oberthal die medizinische Versorgung noch verbessern. Denkbar sei also, dass Praxisräume entstehen.

In diesem Jahr geht das Projekt Imweiler Wiese laut Rausch ins Genehmigungsverfahren. 2016 soll Baubeginn sein. Umgesetzt werden zunächst die Kanalarbeiten und der Bau des Damms. "Es wird weitestgehend ohne Beeinträchtigung für die Bevölkerung vonstatten gehen", verspricht Rausch.



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