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Bauernhaus-Wettbewerb
Dritter Platz geht nach Braunshausen

Die Landesjury nahm auch das Bauernhaus in Oberkirchen unter die Lupe.
Die Landesjury nahm auch das Bauernhaus in Oberkirchen unter die Lupe. FOTO: Frank Faber
St. Wendel. Ein Gebäude aus dem Landkreis St. Wendel gehört beim Bauernhaus-Wettbewerb auf Landesebene zu den Gewinnern. Von Frank Faber

Das drittschönste Bauernhaus im Saarland steht in Braunshausen. Das hat die Landesjury des Wettbewerbs „Saarländische Bauernhäuser – Zeugnisse unserer Heimat 2018“ entschieden. Aufgerufen dazu hatten das Saar-Umweltministerium und das Institut für Landeskunde im Saarland. An der Endauswahl des Wettstreits nahmen zwölf Häuser teil, davon fünf aus dem St. Wendeler Land. Platz eins und ein Preisgeld von 3000 Euro ging nach Lebach-Steinbach, Platz zwei nach Mainzweiler und Bliesdalheim. Den dritten Rang teilt sich das Bauernhaus der Ernst-Wagner-Stiftung in Braunshausen mit einem Gebäude in Herbitzheim. Beide Bewerbungen wurden mit je 1000 Euro belohnt.


Nach 24 Kriterien wie der Ziegel- 
eindeckung des Daches oder Holzfensterrahmen mit Sprossenteilung sind die Bauernhäuser von der Landesjury unter die Lupe genommen worden. Im Jahre 1904 ist das Anwesen der Ernst-Wagner-Stiftung erbaut worden. Nach deren Angabe sei im Jahre 1995 eine Gebäudesanierung vorgenommen worden, wobei Walmen und Dachflächen der Gauben verschiefert wurden.

Eine Anerkennung in Höhe von 500 Euro erhielt das Anwesen Philip Deichmann in Gronig, ein imposantes Bauernhaus, das zirka um 1754 erbaut wurde, und somit zu den ältesten im Landkreis zählt. In Teilen sind noch Originalwände erhalten.



Während der Bereisungstour beäugte die Jury auch das Bauernhaus von Daniela Walisko und Christoph Walisko-Schütz in Oberkirchen. „Wir rechnen uns nicht all zu viel aus“, sagte Eigentümerin Daniela Walisko nach dem Eintreffen der Preisrichter. 1864 ist das Bauernhaus erbaut worden. „Es war ein landwirtschaftlicher Betrieb der Familie Scheid“, berichtete der Freisener Bürgermeister Karl-Josef Scheer (SPD). Der aus Oberkirchen stammende Verwaltungschef hatte zur Geschichte des Gebäudes noch weitere Anekdoten parat. Der frühere Besitzer Scheid, so erinnert sich Scheer, hatte seinerzeit die Müllabfuhr im Dorf übernommen und zusätzlich noch ein Bestattungsunternehmen mit zwei Rappen betrieben. „Später stand das Haus 20 Jahre leer, bis wir es übernommen haben“, erklärte die Heilpraktikerin Daniela Walisko. Ihr Christoph, von Beruf Steinmetz, habe die Sandsteinfassade und die Fensterstürze selbst saniert. „Die Dachgauben haben wir dem Geldbeutel entsprechend mit Schiefer gedeckt“, sagte die Eigentümerin. Dass diese Abdeckung nicht aus Ziegel und die Fensterrahmen inklusive Sprosseneinteilung aus Kunststoff anstatt Holz bestehen, vermerkten die Juroren sofort auf ihrem Bewertungsbogen.

Neben Oberkirchen sind im Landkreis die Bauernhäuser in Pinsweiler und Steinberg/Deckenhardt beim Wettbewerb 2018 ebenfalls leer ausgegangen.

Das Sieger-Bauernhaus 2018 in Braunshausen ist 1904 erbaut worden.
Das Sieger-Bauernhaus 2018 in Braunshausen ist 1904 erbaut worden. FOTO: Frank Faber