| 20:22 Uhr

Kegeln
Die Serientäterinnen schlagen wieder zu

Yvonne Ruch erzielte zum Auftakt bereits starke 953 Holz und war damit die beste Keglerin an diesem Tag.
Yvonne Ruch erzielte zum Auftakt bereits starke 953 Holz und war damit die beste Keglerin an diesem Tag. FOTO: Bonenberger/ / B&K
Oberthal. Alle Achtung! Die Oberthaler Bundesliga-Keglerinnen sind zum achten Mal deutscher Meister geworden, zum fünften Mal in Folge. Für eine der Gold-Keglerinnen ist es gleichzeitig das krönende Ende ihrer Bundesliga-Karriere. Von Frank Faber

Vera Schwan nahm ein letztes Mal Maß – und räumte alle Kegel ab. Strahlend drehte sie sich um, riss die Arme hoch, während ihre Mitspielerinnen jubelnd auf sie zustürmten. In diesem Moment hatten es die Kegel-Damen der KF Oberthal wieder einmal geschafft. Mit insgesamt 5308 Holz feierten sie auf der Heimbahn vorzeitig den fünften deutschen Meistertitel in Serie. „Mit der letzten Kugel eine Neun, dann wieder deutscher Meister zu sein – das ist schon ein tolles Geschenk“, freute sich Vera Schwan, die mit den erzielten 800 Holz und dem Titel ihre langjährige und erfolgreiche Bundesliga-Laufbahn beendet.


 Mit den beiden Siegen am Doppelspieltag in Dilsburg (Samstag) und Oberthal (Sonntag) trumpfte der Seriensieger groß auf. Mit 14 Punkten liegt Oberthal einen Spieltag vor Schluss der Endrunde vier Zähler vor Lünen und Remscheid. Da die KFO am vierten und letzten Spieltag im Remscheid selbst im schlechtesten Fall (als Letzter der Tageswertung) auf jeden Fall einen Punkt erhalten, können die Gegner nicht mehr kontern. „Als Zweiter sind wir in die Meisterschafts-Endrunde gegangen, jetzt sind wir schon vorzeitig am Ziel. Für uns ist es perfekt gelaufen“, sagte die strahlende Yvonne Ruch.

Mit 953 Holz stellte die Startkeglerin die Weichen auf der heimischen Anlage Richtung Titelgewinn. Christine Retterath legte 876 Punkte nach. Für Katja Ricken bedeutete der Doppelspieltag im Saarland gleichzeitig die weiteste Auswärtsfahrt. 310 Kilometer Anfahrt hat die Polizistin aus ihrer Heimatstadt Hagen bis nach Oberthal. „An den Spieltagen in Lünen und Remscheid habe ich eine Ecke weniger zu fahren“, meinte Ricken grinsend. Doch die Mühe lohnte sich. Mit 890 Holz hielt sie die Konkurrenz weiter auf Distanz und die Meisterschaft nahm erste Konturen an. Auch für KFO-Damenwart Gerhard Bäumchen. „Wenn Dilsburg vor Lünen bleibt, dann sieht es für uns gut aus“, rechnete Bäumchen.

Bei Svenja Lamberts Auftritt purzelten 884 Holz und bei den 120 präzisen Würfen von der Französin Sarah Petry kippten sogar 905 Kegel um. „Wahnsinn, super Sarah“, wurde sie von Mitspielerin Ruch lautstark angefeuert.

Bäumchen war sich mittlerweile sicher, dass der Titelgewinn gefeiert werden könnte und orderte die Blumensträuße. Gleichzeitig bereitete sich Vera Schwan auf ihren abschließenden Auftritt vor. Vor dem sechsten Block hatten die Oberthaler 125 Holz Vorsprung auf den Zweiten RSV Remscheid. „Ein Play-Off-Doppelspieltag ist schon eine besondere Belastung. Pro Tag verbringt man sechs Stunden in der Kegelhalle, mental ist das schon richtig stressig,. Vor allem, wenn man da – wie Vera – ganz zum Schluss spielt“, erklärte Katja Ricken.



Gebannt schaute sie mit Svenja Lambert den Würfen ihrer Mannschaftskollegin hinterher. Dann schweiften ihre Blicke zur nächsten Bahn – und die Gesichtszüge verrieten, dass sie sich langsam zum Jubeln bereit machen können. Denn die Dilsburgerin Elgin Justen zog an den Konkurrenten aus Lünen und Remscheid vorbei und knöpfte ihnen wichtige Punkte ab.

Damit war das Ding durch – und Oberthal frühzeitig deutscher Meister. „Den Titel auf der Heimbahn klarzumachen, ist absolut klasse“, genoss Retterath die Glückwünsche. Gerade rechtzeitig schneite der Damenwart herein – und gratulierte den Sportkeglerinnen mit den pünktlich eingetroffenen Blumensträußen. „Mannschaftlich haben wir in der Endrunde eine klasse Leistung gebracht“, begründete Svenja Lambert den fünften Titelgewinn in Serie. Das hat es bislang noch nie gegeben.

Seit Einführung der Damen-Bundesliga im Jahre 2001 sind die KFO zum achten Mal die beste Mannschaft in Deutschland und damit Rekordhalter, vor Domstein Trier und Lünen mit je drei Meisterschaften. „Wir wollen am Wochenende in Remscheid noch einmal Gas geben und auch den Wettkampf als Erster beenden“, kündigte Christina Retterath an. Erst danach steigt die offizielle Meisterschaftsfete.

Vorzeitig am Ziel: Maren Wirtz, Sarah Petry, Svenja Lambert, Vera Schwan, Christina Retterath, Katja Ricken und Yvonne Ruch (von links).
Vorzeitig am Ziel: Maren Wirtz, Sarah Petry, Svenja Lambert, Vera Schwan, Christina Retterath, Katja Ricken und Yvonne Ruch (von links). FOTO: Bonenberger/ / B&K