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Kegeln
Die Damen bitten zum Titel-Tanz

Svenja Lambert sieht für ihr Team, die KF Oberthal, gute Chancen auf den Titel. 
Svenja Lambert sieht für ihr Team, die KF Oberthal, gute Chancen auf den Titel.  FOTO: Mike Killadt
Oberthal/Dilsburg. In der Kegel-Bundesliga der Frauen beginnt am Samstag die Meister-Runde. Gleich zwei der vier Teams kommen aus dem Saarland. Von Philipp Semmler

Svenja Lambert von den Kegelfreunden (KF) Oberthal hat eine einfache Rechnung aufgestellt: „3+3+4+3 = 5“ lautet ihre Formel für die an diesem Samstag beginnende Meisterschafts-Endrunde (Play-Offs) in der Kegel-Bundesliga. Was mathematisch keinen Sinn ergibt, lässt sich dann aber doch leicht aufdröseln: Vier Teams treten an vier Spieltage in den Play-Offs gegeneinander an.



Erreicht Oberthal in den Auswärtsspielen jeweils die zweitbeste Platzierung (für die gibt es drei Punkte) und gewinnen die Oberthalerinnen ihr eigenes Heimspiel am dritten Spieltag, wofür es vier Zähler gibt, dann wären sie ziemlich sicher zum fünften Mal in Folge deutscher Meister. „Wenn wir auswärts immer drei Punkte holen, stehen die Chancen richtig gut“, weiß Lambert.

Die erste Gelegenheit dazu hat Oberthal an diesem Samstag. Dann beginnt um 12 Uhr das erste Spiel der Meisterrunde auf der Bahn von Preußen Lünen. Danach wird am 17. Februar beim KSC Dilsburg gekegelt. Einen Tag später, am 18. Februar, hat Oberthal dann sein Play-Off-Heimspiel. Der neue deutsche Meister wird schließlich am 24. Februar nach der letzten Partie beim RSV Samo Remscheid gekürt.

Remscheid geht mit der besten Ausgangssituation in die Endrunde. Als Erster der regulären Bundesliga-Saison erhält der RSV vier Zähler „Bonus“. Oberthals Bonus beträgt drei Punkte. Lünen (zwei) und Dilsburg (einer) starten als Außenseiter. Trotz des kleinen Vorteils für Remscheid glaubt Lambert fest daran, dass ihr Team den Kontrahenten noch überholt. „Wir sind gut drauf, die Stimmung ist super und auch letzte Saison sind wir als Zweiter in die Play-Offs gestartet und am Ende Meister geworden.“

Mit dem KSC Dilsburg startet noch ein zweiter saarländischer Verein in der Runde der besten vier Mannschaften. Vor exakt 14 Tagen machte der Club aus dem Heusweiler Gemeindeteil, der seine Heimspiele in Lebach-Landsweiler austrägt, die Teilnahme an der Endrunde perfekt – und das trotz einer 0:3-Niederlage beim RSV Samo Remscheid. „Wir sind sehr froh, dass es geklappt hat. Es war ja doch noch ganz schön eng“, erklärt die KSC-Mannschaftsführerin Elke Radau-Lambert und lacht.

Die Chancen auf den Titel sind aber mehr als gering. Auch, weil die Saarländerinnen nicht in Bestbesetzung antreten können. Mit Veronika Ulrich fehlt dem KSC in den Play-Offs – wie schon über weite Strecken der Saison – eine absolute Leistungsträgerin wegen Schwangerschaft. Die 28-Jährige holte bei der Kegel-WM in Oberthal 2017 gleich drei Medaillen.

Zudem wird Mannschaftsführerin Radau-Lambert, die im Sommer zum zweiten Mal Mutter wurde, nur im KSC-Heimspiel am zweiten Spieltag (17. Februar) und im Auswärtsspiel bei den KF Oberthal (18. Februar) an die Bahn gehen. Beim Auftakt und am letzten Spieltag in Remscheid wird sie nicht dabei sein. Auch in der regulären Saison war Radau-Lambert bei Auswärtsspielen nicht im Einsatz.

Da mit dem Erreichen der Play-Offs schon mehr erreicht wurde als erwartet, starten die Keglerinnen des KSC komplett ohne Druck in die entscheidende Saison-Phase. „Wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren. Wenn wir am Ende Platz drei erreichen würden, wäre das nach dieser Saison schon eine Sensation“, sagt Radau-Lambert.