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Umfrage
Wenig junge Teilnehmer bei Umfrage

SZ-Redakteurin Evelyn Schneider im Gespräch mit Dennis Meisberger, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Oberthal. Er präsentiert die Ergebnisse einer Bürgerbefragung.
SZ-Redakteurin Evelyn Schneider im Gespräch mit Dennis Meisberger, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Oberthal. Er präsentiert die Ergebnisse einer Bürgerbefragung. FOTO: Melanie Mai
Oberthal. Die CDU Oberthal wollte wissen, wo die Bürger der Schuh drückt. Oder was ihnen gefällt. Jetzt präsentierte ihr Vorsitzender die Ergebnisse. Von Evelyn Schneider

Wie schätzen Bürger ihr Leben in der Gemeinde Oberthal ein? Sind sie zufrieden mit ihren gewählten Vertretern in den Gremien? Wo gibt es Probleme? All das und noch einiges mehr wollte der CDU-Gemeindeverband von den Menschen in der Kommune wissen.


Seit einem Jahr ist Dennis Meisberger dessen Vorsitzender. Nach etwa 17 Jahren hat er die Nachfolge von Hermann Josef Scharf angetreten. Insgesamt, so Meisberger, sei der Vorstand verjüngt worden. Passend zum Neustart gab es Anfang des Jahres eine Klausurtagung. Darin sei es auch um die Frage gegangen: Wie können wir die Leute erreichen? So entstand die Idee zu einer Bürgerbefragung. Die habe es zwar vor etlichen Jahren schon einmal gegeben. „Damals wurden noch Zettel verteilt und wieder eingesammelt“, weiß Meisberger. Doch sollte dieses Mal die klassische Umfrage auf Papier mit der modernen Variante online kombiniert werden. Analog startete der CDU-Gemeindeverband die Befragung über das Heft „Oberthal aktuell“, wobei darauf geachtet wurde, dass in jedem Ortsteil individuell die Rede von Oberthal, Gronig, Güdesweiler oder Steinberg-Deckenhardt war. Digital lief die Umfrage über den Anbieter Soscisurvey.

Beim Besuch in der St. Wendeler SZ-Redaktion packt Dennis Meisberger erst einmal einen Stapel an Blättern auf den Tisch. Darauf sind die Ergebnisse der Befragung, die vom 6. bis 28. August lief. Mit dem Rücklauf ist Meisberger zufrieden. Von geschätzten 2500 Haushalten in der Gemeinde Oberthal sind 449 Datensätze bei der CDU eingegangen, wobei in der Statistik lediglich mit 401 Fragebogen gearbeitet wurde. „Bei 48 ließ sich der Ort nicht zuordnen“, erklärt Meisberger.



Lebensqualität, der allgemeine (Kommunalpolitik, Bürgerservice), der ökologische (Sauberkeit, Verkehrssituation), der ökonomische (Baumöglichkeit, Internet) und der soziale Lebensbereich (medizinische Versorgung, Freizeitangebot) zählten zu den Themen der Umfrage. „Besonders wichtig war uns das Kommentarfeld, das Platz für die eigene Meinung oder konkrete Ideen bot“, sagt der Kommunalpolitiker. Das sei auch rege genutzt worden. „Teilweise wurden Zettel angehängt.“

Bewerten konnten die Leute die einzelnen Aspekte nach dem Schulnotensystem von eins bis sechs. „Das schien uns geeignet, auch deshalb, weil es den Bürgern vertraut ist“, erklärt der CDU-Gemeindeverbands-Chef. Statistisch erfasst wurde auch das Alter derer, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Dieses Ergebnis enttäuscht den Jung-Kommunalpolitiker, wie er zugibt. Lediglich zwei Prozent der unter 18-Jährigen haben sich – trotz digitaler Variante – für den Fragebogen interessiert und nur 16 Prozent der 19- bis 30-Jährigen. „Da hätte ich mehr erwartet.“ 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sind älter als 46 Jahre (davon 37 Prozent älter als 61).

Grund zur Freude bietet die Antwort auf die Frage: Wie beurteilen Sie die Lebensqualität in der Gemeinde? Hier gab es eine 2,43 (Durchschnitt). „Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet das Leben in Oberthal sehr gut und gut“, so Meisberger. Lediglich ein befriedigend gibt es hingegen in Sachen Zufriedenheit mit der Kommunalpolitik. „Da müssen wir hinschauen“, findet Meisberger. Die Gemeinde Oberthal habe sich in den zurückliegenden Jahren positiv entwickelt. „Aber niemand wird für das gewählt, was in der Vergangenheit war, sondern für das, was in der Zukunft sein soll“, sagt Meisberger mit Blick auf die im nächsten Jahr anstehenden Kommunalwahlen.

Ein Thema, das die Menschen der Umfrage zufolge beschäftigt, ist der Verkehr. Häufiger hätten sich die Leute im Kommentarfeld über Raser am Ortsausgang von Oberthal oder Gronig beschwert. Daher gab es bei dem Stichwort Verkehrssituation nur die Note 3,04 (im Schnitt). Meisberger könnte sich vorstellen, mit Geschwindigkeitsanzeigen zu arbeiten. „Die Ortsräte müssen sich die Ergebnisse anschauen und entscheiden, was umsetzbar ist.“ Durch die Befragung ist beispielsweise aufgefallen, dass es nach 18 Uhr von Oberthal aus keine Busverbindung mehr nach Güdesweiler oder Steinberg-Deckenhardt gibt. Ein entsprechender Hinweis an den Landkreis St. Wendel als Träger des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) habe es schon gegeben.

Was ankommt bei den Menschen sind die Rad- und Wanderwege (Note: 2,28), die Kinderkrippen und -gärten (1,99) oder die Einkaufsmöglichkeiten (Note 2,36). Das sind alles gemeindeübergreifende Durchschnittswerte, die Beurteilungen nach Dörfern aufgeschlüsselt, können unterschiedlich ausfallen. Eine mittelprächtige Zensur gibt es in Sachen Breitbandversorgung (3,20). „In jedem Ortsteil gibt es einen Anbieter mit 50 Mbit/pro Sekunde“, weiß Meisberger. Daher habe er sich gefragt, ob die Bürger eventuell nicht um die Möglichkeiten wissen. Für die CDU sei das ein Anreiz, eine Infoveranstaltung zu dem Thema zu organisieren. Mit 2,99 bewerten die Bürger die Attraktivität ihrer eigenen Gemeinde für Touristen. Hier sieht der Vorsitzende noch Verbesserungspotenzial. Ein Schritt in dieser Richtung sei bereits die Umgestaltung der Imweiler Wies.

Schlaglöcher, Beschädigungen an Bürgersteigen, Wildwuchs – es seien oft die Kleinigkeiten, die Bürger beschäftigen. Das sei aus der Befragung klar hervorgegangen. Daher sollen für diese kleineren Arbeiten künftig Mittel zur Verfügung stehen. „Die Ergebnisse nach Dörfern aufgeschlüsselt gehen an alle Ortsräte. Sie müssen schauen, wo die Themen bei ihnen liegen“, so Meisberger. Aber auch alle Bürger sollen über die Befragung informiert werden. Im nächsten Heft „Oberthal aktuell“ sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden.